Scandiumtriflat

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Scandiumtriflat ist das Scandiumsalz der Trifluormethansulfonsäure und wird als Katalysator in der organischen Synthese verwendet.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Scandiumtriflat
Allgemeines
Name Scandiumtriflat
Summenformel C3F9O9S3Sc
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 144026-79-9
EG-Nummer (Listennummer) 629-306-8
ECHA-InfoCard 100.157.499
PubChem 2734571
ChemSpider 2016319
Wikidata Q6364879
Eigenschaften
Molare Masse 492,16 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Scandiumtriflat kann durch die Umsetzung von Scandiumoxid mit Trifluormethansulfonsäure in wässriger Lösung gewonnen werden.[2]

Verwendung

Scandiumtriflat ist eine Lewissäure. Im Gegensatz zu anderen Verbindungen dieser Gruppe (z. B. Aluminiumchlorid oder Bortrifluorid) ist es jedoch stabil gegenüber Wasser, kann auch in wässriger Lösung verwendet werden und kann oft wiederverwendet werden.[2][3][4] Im Gegensatz zu Yttriumtriflat und Lanthantriflat, die ebenfalls wasserstabil sind, hat es bei vielen Reaktionen eine deutlich höhere katalytische Aktivität.[2]

Scandiumtriflat katalysiert diverse Acylierungsreaktionen, darunter Aldolreaktionen und Michael-Additionen von Silylenolethern[2], Friedel-Crafts-Acylierungen von elektronenreichen Aromaten[2][5], die Bildung von Makroliden aus ω-Hydroxycarbonsäuren (wie 10-Hydroxydecansäure oder 14-Hydroxytetradecansäure)[6] und die direkte Veresterung von Carbonsäuren mit Alkoholen.[7] Es eignet sich auch zur Katalyse der Umsetzung von Carbonylen zu Homoallylalkoholen durch Tetraallylzinn, inklusive der Allylierung von Zuckern ohne Verwendung von Schutzgruppen.[2] Scandiumtriflat ermöglicht selektive Diels-Alder-Reaktionen bei niedrigen Temperaturen und zum Teil auch in wässriger Lösung; außerdem katalysiert es auch andere Cycloadditionen.[2][4]

Weitere Reaktionen die durch Scandiumtriflat katalysiert werden, sind Mannich-Reaktionen[2], die Bildung von Thioacetalen aus Carbonylen[3] und die Hydroborierung von Alkenen und Alkinen.[8]

Scandiumtriflat ist ein Edukt für die Herstellung chiraler Scandium-Katalysatoren, z. B. durch Umsetzung mit BINOL.[2]

Einzelnachweise

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