Schaafenkotten (Haan)

Bauwerk in Haan From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Schaafenkotten ist ein altes Wohnhaus (Schleifkotten) und ein Ortsteil zwischen der Breidenmühle und der Brucher Mühle in Haan an der Itter in der Gemeinde Haan in Nordrhein-Westfalen. Er befindet sich auf der rechten Seite der Itter (auch Itterbach genannt), die die Stadtgrenze zu Solingen bildet.

Schnelle Fakten Stadt Haan ...
Schaafenkotten
Stadt Haan
Koordinaten: 51° 11′ N,  1′ O
Höhe: 118 m
Postleitzahl: 42781
Schaafenkotten (Haan)
Schaafenkotten (Haan)
Lage von Schaafenkotten in Haan
Haan, Schaafenkotten 1, von Nordwesten
Haan, Schaafenkotten 1, von Nordwesten
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Geschichte

Der Kotten lässt sich bis 1592 zurückverfolgen, seit 1742 ist er als Schaafenkotten benannt.[1] Um 1900 herum ging der Kotten in den Besitz der Familie Grah über. Um 1905 wurden die Rasiermesserschleifer Fritz Grah und sein Bruder als Besitzer genannt. Zu diesem Zeitpunkt wurden im Kotten außer Rasiermessern auch große Messer geschliffen. Die Schleifsteine wurden von einem hölzernen oberschlächtigen Wasserrad angetrieben.

Im Erdgeschoss des Kottens wurde am großen Stein gearbeitet, im Obergeschoss befanden sich die Schleifstellen mit kleineren Schleifsteinen und die Pließtstellen. Das große Wasserrad – mit ca. 6 Metern Durchmesser – wurde vermutlich in den 1970er Jahren abgebaut.

Bis 1949/50 war Max Schmidt Eigentümer des Kottens. 1926 brachte man ein neues Treppenhaus seitlich am Schleifkotten an. Bis dahin gab es im Haus nur eine schmale Stiege. Im Juni 1946 verursachte ein Hochwasser große Zerstörungen an der Wehranlage des Kottens. Da der Schleifbetrieb trotz Stromanschluss immer noch mit Wasserkraft lief, erfolgten unverzügliche Instandsetzungsmaßnahmen. Nachfolger des Eigentümers Schmidt wurde eine Düsseldorfer Fischhandlung. In der Zeit 1965–70 züchtete der Eigentümer am Schaafenkotten Karpfen sowie vorübergehend Nerze. 1970 kaufte ein Künstler den Schaafenkotten und gestaltete das Gebäude in ein Wohnhaus um. Ab 1971 hatte er dort sein Atelier. Seit 1982 ist das Haus in die Denkmalliste der Stadt Haan eingetragen.[1]

1990 und 1996 wechselten die Eigentümer erneut. Sie setzen die alte Wasserkraftanlage wieder in Gang. Das aus der Itter in den Obergraben abgeleitete Wasser betrieb nun eine Turbine zur Stromerzeugung, die in dem separaten Raum neben dem Wohnhaus untergebracht ist, wo sich ursprünglich das Wasserrad befand.

Heute besteht das Wasserkraftwerk nicht mehr. Seit 2010 führte der Obergraben kaum noch Wasser. Inzwischen wächst an dieser Stelle Gras und der ehemalige Sperrschutz des Damms ist nur noch ein Brett in der Landschaft. Der Obergraben wurde zugeschüttet und planiert. An seiner Stelle befindet sich nun ein neuer Zufahrtsweg zum Schaafenkotten.[2]

Commons: Schaafenkotten 1 (Haan) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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