Scharjil Khalid
deutscher Imam und islamischer Theologe
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Scharjil Khalid (* 11. August 1994 in Büdingen, Hessen) ist ein deutscher Imam und islamischer Theologe. Er wirkt als Imam der Khadija-Moschee in Berlin und ist Hauptstadtrepräsentant der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Seit 2021 gehört er als Vertreter seiner Religionsgemeinschaft der Deutschen Islamkonferenz des Bundesministerium des Innern und für Heimat an. In der öffentlichen Debatte äußert er sich zu Fragen muslimischen Lebens in Deutschland, Integration, Migration und gesellschaftlicher Teilhabe.[1]
Leben und Ausbildung
Khalid legte 2014 sein Abitur an der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim ab.[2] Anschließend studierte er islamische Theologie an der Jamia Ahmadiyya in Deutschland, dem Imam-Institut der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Das Studium schloss er 2021 ab.[1]
Wirken

Seit 2022 ist Khalid als Imam in Berlin tätig. Er wirkt in der Khadija-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat und übernimmt Aufgaben in der Seelsorge sowie in der Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinschaft.[1]
Als Hauptstadtrepräsentant der Ahmadiyya Muslim Jamaat vertritt er die Religionsgemeinschaft im politischen und gesellschaftlichen Dialog auf Bundesebene. In dieser Funktion nimmt er an Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft teil.
Seit 2021 ist Khalid Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.
Khalid ist Mitautor des Beitrags Politische Partizipation von muslimisch gelesenen Menschen, der im Rahmen des Projekts „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ veröffentlicht wurde.[3]
Darüber hinaus veröffentlicht er Gastbeiträge und Kommentare zu gesellschafts- und integrationspolitischen Themen. Texte von ihm erschienen unter anderem in der Berliner Zeitung, in der taz sowie im Der Tagesspiegel.[1]
Rezeption
Über Khalid und seine Arbeit berichteten regionale und überregionale Medien, darunter die Berliner Morgenpost,[4] t-online[5] sowie der SWR.[6] Ein Porträt der Berliner Zeitung stellte ihn gemeinsam mit dem Rabbiner Yehuda Teichtal als mutige Berliner vor.[7]
Das Kindernachrichtenformat logo! des ZDF zeigte einen Beitrag über den Tag der offenen Moschee in der Khadija-Moschee in Berlin, in dem Khalid die Arbeit der Gemeinde erläuterte.[8]
Im Jahr 2025 veröffentlichte Khalid in der Berliner Zeitung einen Beitrag zum Nahostkonflikt.[9] Der Kolumnist Gunnar Schupelius griff den Beitrag in einer Kolumne in der Bild auf und warf Khalid unter anderem vor, den 7. Oktober 2023 unerwähnt gelassen zu haben.[10] Khalid reagierte darauf mit einer Erwiderung in der Berliner Zeitung, in der er die Darstellung Schupelius’ als verkürzt und einseitig bezeichnete.[11]
Ebenfalls 2025 erschien in der Berliner Zeitung sein Gastbeitrag Überholt und rückwärtsgewandt: Islampolitik der Bundesregierung steuert in die falsche Richtung, in dem er die Neubesetzung eines Beraterkreises der Bundesregierung im Bereich Islamismusprävention kritisierte.[12] Der Beitrag wurde in weiteren Medien aufgegriffen und kritisch kommentiert. In Cicero wurde Khalid vorgeworfen, reflexhaft auf die Neubesetzung des Beraterkreises zu reagieren.[13] In der Welt wurde ihm unter anderem vorgehalten, die Zusammensetzung des Gremiums pauschal in Frage zu stellen.[14] Khalid veröffentlichte daraufhin eine Erwiderung in der Berliner Zeitung, in der er die Kritik zurückwies und einzelnen Medien vorwarf, Misstrauen gegenüber muslimischen Stimmen zu schüren.[15]
Am 27. Februar 2026 war Khalid in der ZDFinfo-Sendung Forum am Freitag zu Gast. Thema war der für den 15. März 2026 angekündigte „Tag gegen Islamfeindlichkeit“, der in Berlin erstmals begangen werden soll. In der Sendung diskutierte er mit der Rechtsanwältin Seyran Ateş über den Gedenktag.[16]
Khalid trat am 19. März 2026 in der Talksendung Constantin Schreiber Late Night auf, die bei Die Welt ausgestrahlt wurde. In der Sendung wurden unter anderem Fragen zur öffentlichen Wahrnehmung des Islam in Deutschland thematisiert.[17]
Zivilgesellschaftliches Engagement
Mediale Aufmerksamkeit erhielt eine Aufräumaktion junger Muslime nach der Silvesternacht in Berlin, die Khalid mitorganisiert hatte. Dabei reinigten Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat am Neujahrsmorgen öffentliche Plätze. Die Aktion wurde bundesweit in rund 240 Städten durchgeführt; die Zahl der Beteiligten wurde mit etwa 10.000 angegeben.[18] In der Berichterstattung wurde Khalid mit den Worten zitiert: „Ihr seht uns als Problem im Stadtbild, aber da, wo das Stadtbild am schlimmsten ist, machen wir sauber.“[19][20][21] Über die Aktion berichteten unter anderem der Tagesspiegel, das ZEITmagazin sowie der Berliner Kurier.