Schlacht bei Tornavento
Schlacht des Dreißigjährigen Krieges
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Die Schlacht bei Tornavento wurde am 22. Juni 1636 im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges im Piemont zwischen einer französisch-savoyardischen Streitmacht auf der einen Seite und spanischen Truppen auf der anderen Seite ausgetragen und endete mit einer Niederlage der Spanier.
| Schlacht bei Tornavento | |||||||||||||||||
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| Teil von: Dreißigjähriger Krieg Französisch-Spanischer Krieg (1635–1659) | |||||||||||||||||
Schlacht bei Les Avins, Darstellung eines unbekannten Künstlers, 17. Jahrhundert | |||||||||||||||||
| Datum | 22. Juni 1636 | ||||||||||||||||
| Ort | Tornavento, zwischen Oleggio und Lonate Pozzolo, Piemont | ||||||||||||||||
| Ausgang | französisch-savoyardischer Sieg | ||||||||||||||||
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Les Avins – Löwen – Tornavento – Guetaria – Fontarrabie – Corbie – Diedenhofen 1639 – Turin – Arras 1640 – Aire-sur-la-Lys – La Marfée – Honnecourt – Barcelona – Cartagena – Diedenhofen 1643 – Rocroi – Orbetello – Fort Mardyck – Dünkirchen – Rethel – Bordeaux – Lens – Arras 1654 – Valenciennes – Dünenschlacht
Vorspiel
1636 hatte Kardinal Richelieu Viktor Amadeus I., den Herzog von Savoyen, davon überzeugt, das von den spanischen Habsburgern kontrollierte Herzogtum Mailand anzugreifen. Zur Unterstützung überquerte eine französische Armee den Ticino zwischen Oleggio und Lonate Pozzolo, wurde aber von einer größeren spanischen Armee aufgehalten und grub sich ein, um die Ankunft der savoyardischen Verbündeten abzuwarten.
Die Schlacht
Am 22. Juni griffen die Spanier an, wurden aber durch die Ankunft der Armee von Viktor Amadeus aufgehalten. Die Kämpfe in der Sommerhitze waren brutal und blutig und fanden in einer Heidelandschaft, die von spanischen Offizieren als „sin àrbol, y con falta de agua“ („baumlos und ohne Wasser“) beschrieben wurde.[1] Die Kampfhandlungen begannen um 8:00 Uhr morgens, indem die Spanier verschiedene Angriffe gegen die französisch-savoyardische Frontlinie, die an einem Hang befestigt war, ausführten. Beide Seiten hatten Schützengräben ausgehoben und Erdwälle errichtet, wobei die Kämpfe oft in vereinzelte lokale Schusswechsel übergingen, die von heftigen Nahkämpfen unterbrochen wurden. Bis zum Abend waren die Spanier zurückgeschlagen worden und die französisch-savoyardischen Truppen hatten alle Stellungen wieder eingenommen. Dies führte dazu, dass sich die verschanzten Parteien über längere Zeit hinweg weitgehend wirkungslose Schusswechsel lieferten. Auch nach Sonnenuntergang kam es noch zu sporadischen Kämpfen.
Auf beiden Seiten gab es hohe Verluste, bis der Marqués de Leganés erkannte, dass es kaum eine Chance gab, den zahlenmäßig unterlegenen aber verschanzten Feind zu vertreiben. So beschloss er, seine Truppen durch einen Rückzug im Schutz der Dunkelheit zu schonen. Um sicherzustellen, dass sie während dieser für Angriffe anfälligen Rückzugsphase nicht verfolgt wurden, befahl Leganés seinen Männern, hunderte Piken hinter den eigenen Schützengräben aufzustellen, um den Eindruck einer starken Verteidigung zu erwecken. Er ließ daneben ebenso viele Musketen zurück und ließ deren Lunten entzünden, die in der Dunkelheit glühten und eine starke Nachhut simulierten. Als echte Nachhut ließ er eine Abteilung Dragoner zurück, die entlang der feindlichen Linie patrouillieren und die ganze Nacht hindurch wahllos in die Dunkelheit feuern sollte. Der Rückzug gelang den Spaniern, ohne Kanonen oder Gerätschaft zu verlieren. Viktor Amadeus und der Marquis de Créquy, die ihre Armeen selbst als erschöpft bezeichneten und es als „Wunder“ betrachteten, dass es ihnen gelungen war, die spanischen Angriffe abzuwehren, sahen davon ab, weitere Feindseligkeiten zu forcieren.[2] Die Spanier verließen das Schlachtfeld in der Folge und zogen sich nach Boffalora sopra Ticino zurück. Die Schlacht hatte insgesamt etwa 14 Stunden gedauert. Bei Schlachtende bestand das französisch-savoyardische Heer etwa zu zwei Dritteln aus Musketieren und Arkebusieren und hatte 30.000 Pfund Schießpulver verbraucht, wobei rund 675.000 Kugeln abgefeuert worden waren.[3]
Ergebnisse
Nach der Schlacht hatte keine der Seiten nennenswerte Fortschritte erreicht, die französisch-savoyardische Armee das Ticino-Tal nur temporär besetzt, einige Ortschaften geplündert und den Kanal beschädigt. Dabei wurde die Gegend um Lonate am 23. Juni überfallen. Am 2. Juli wurde der Naviglio Grande nahe Nosate blockiert. Am 7. Juli marschierten die Truppen von Savoyen und Parma im Gebiet von Novara in Richtung Castelletto sopra Ticino, während die französische Kavallerie in der Zwischenzeit die Gegend um Sesto erreichte und der Rest der Armee in Somma blieb. Französische Soldaten plünderten am 9. Juli die Dörfer Gavirate, Besozzo und Azzate, Angriffe auf Varese und Angera blieben erfolglos. Zwischen dem 10. und dem 15. Juli lagerte die französisch-savoyardische Armee bei Romagnano Sesia, später bei Gattinara, und zog sodann ab.
Der Schlachtausgang ist bei Historikern umstritten. Während Pierre Picouet von einem Unentschieden ausgeht, reklamieren William P. Guthrie, Gregory Hanlon und David Parrott einen Sieg der französisch-savoyardischen Seite.
Historische Nachstellung
Jedes Jahr veranstalten Freiwillige im Weiler Tornavento eine Nachstellung der Schlacht. Dabei tragen sie Kleidung und Uniformen der damaligen Zeit und sind mit zeitgenössischen Waffen ausgerüstet, wobei neben Piken auch Schusswaffen wie Musketen bis hin zu Kanonen zum Einsatz kommen.[4]
Literatur
- Gregory Hanlon: Italy 1636: Cemetery of Armies. Oxford University Press, Oxford 2016, ISBN 978-0-19-873824-4 (englisch).
- Stéphane Thion: French Army of the Thirty Years War 1618–48. HELION & Company, Warwick 2008, ISBN 978-1-80451-448-1 (englisch).
- Luca Cristini und Giuseppe Pogliani: La battaglia di Tornavento e la guerra dei 30 anni in Italia. Zanica, Bergamo 2015, ISBN 978-88-96519-48-6 (italienisch).