Schleicher K 11
Einsitzer-Motorsegler
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Die Schleicher K 11 (gelegentlich auch „Ka 11“) ist ein motorisierter Einsitzer-Motorsegler, entwickelt von Rudolf Kaiser im Jahr 1964 bei der Alexander Schleicher GmbH & Co. in Poppenhausen.
Entwicklung und Einsatz
Die K11 entstand als persönliches Projekt von Rudolf Kaiser aus Komponenten der Segelflugzeuge Ka 6, K 8 und Ka 9. Sie wurde nie in Serie produziert, es existiert nur ein einziges Exemplar. Das Ziel war, mit einem eingebauten Motor thermische Lücken („Gap Filler“ bzw. Lückenbüßer) zu überbrücken, wenn reine Segelflüge nicht möglich waren. Die K 11 gilt als wichtige Entwicklungsstufe zu der auf weiterer Entwicklung basierenden K 12, später als ASK 14 bekannt.[1] Nach Jahren der Einlagerung in Österreich wurde das Flugzeug von Klaus Seemann wieder reaktiviert und in der Rhön bei Bad Neustadt geflogen. Klaus Seemann stellte die K11 dann ein paar Jahre dem ROSC (Rhönflug Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe e.V.) zur Nutzung zur Verfügung.[1][2] Im Jahr 2024 wurde es von Quax – Verein zur Förderung von historischem Fluggerät e.V. in Paderborn übernommen.[3] Seither wird die K11 von dem Quax Verein betrieben und z. B. auf Flugtagen vorgeführt.
Technische Daten
(Quelle: Alexander Schleicher Segelflugzeugbau[1])
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Klasse | Motorsegler (Selbststart) |
| Sitzplätze | 1 |
| Erstflug | August 1964 |
| Modellbezeichnung | K 11 |
| Stückzahl | 1 |
| Konstrukteur | Rudolf Kaiser |
| Spannweite | 12,84 m |
| Rumpflänge | 6,50 m |
| Höhe | ca. 1,60 m |
| Flügelfläche | 12,6 m² |
| Streckung | 13,1 |
| Flügelprofil | Joukowsky-Tropfen mit NACA-Mittelprofil |
| Leermasse | ca. 200 kg |
| Max. Startmasse | ca. 320 kg |
| Max. Flächenbelastung | ca. 25,4 kg/m² |
| Minimaler Sinksatz | ca. 1,0 m/s |
| Beste Gleitzahl | ca. 19 |
| Motor | Göbler-Hirth F 10A-1a, 4-Zylinder-Zweitakt, Selbststart |
| Startleistung | 19 kW (≈25 PS) bei 5000 1/min |
| Propeller | Kaiser 560-74-134, Ø ca. 1,30 m |
Konstruktion und Besonderheiten
Der Rumpf sowie die Flügel stammten zum Teil aus bestehenden Komponenten der Ka-Familie, was einen schnellen und pragmatischen Aufbau erlaubte. Das Flugzeug kombiniert reine Segelflugtechnologie mit einem eingebauten Motor, was besonders in Zeiten schlechten Wetters eine fortgesetzte Flugmöglichkeit ermöglichte – daher die informelle Bezeichnung Lückenbüßer. Die kompakte Konfiguration erlaubt einen Selbststart ohne externe Einrichtung.
Bedeutung und Erhalt
Die K 11 gilt als historisch bedeutsames Einzelstück, sowohl technisch als auch wegen ihrer Rolle als Prototyp für spätere ASK-Entwürfe.
Kontext im Ka-Programm von Alexander Schleicher
Rudolf Kaiser entwarf mehrere erfolgreiche Ka-Modelle (z. B. Ka-6, K 8, Ka-9, Ka-10), bei denen die Abkürzung „Ka“ für seine Initialen steht; später wurden Serienentwicklungen unter „ASK“ (Alexander Schleicher Kaiser) weitergeführt. Die ASK 14 (ursprünglich K 12) baute auf Erfahrungen der K 11 auf und wurde Schleichers erster motorisierter Seriensegler.
Rezeption
Im Jahr 2014 wurde in der Zeitschrift FlugModell ein RC-Modell-Nachbau des Flugzeugs im Maßstab 1:4 besprochen.[4] Das Modell mit der Kennung des Originals, D-KAIS, ist 1,62 m lang und hat eine Spannweite von 3,21 m.[5]
2020 wurde ein weiteres RC-Modell im Maßstab 1:3 mit einem Jungfernflug vorgestellt.[6] Es ist 2,16 m lang und hat eine Spannweite von 4,3 m.[7]
Weblinks
- K11 – D-KAIS. In: osc-wasserkuppe.de. 14. Januar 2024.
- Quax Verein zur Förderung von historischem Fluggerät e.V.
- https://osc-wasserkuppe.de/oldtimertreffen-am-flugplatz-bad-neustadt/