Schloss Baslan

Bauwerk in Tscherms From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Schloss Baslan (auch Burg Baslan) ist eigentlich ein ehemaliger Edelsitz bzw. gefreiter adliger Ansitz an der Lebenberger-Straße in der gleichnamigen Ortschaft Baslan (historisch wird auch die Namensform Basling verwendet) innerhalb der Gemeinde Tscherms im heutigen Südtirol. Das Schloss steht seit 1986 unter Denkmalschutz und kann, seitdem es einen Umbau im Jahr 1908 durch die Familie von Radiis erfahren hat, als solches bezeichnet werden.

Turm von Schloss Baslan in Tscherms

Alternativnamen

Das Schloss Baslan besitzt mehrere Alternativnamen, welche vor allem aus historischen Dokumenten und Urkunden hervorgehen. Darunter finden sich verschiedenste Bezeichnungen, welche sich jedoch allesamt auf das gleiche Anwesen beziehen:[1]

  • Koflhof
  • Unterschöpfer
  • Mairhof zu Baeselan
  • Obermair
  • Untermair
  • Mair in Basling
  • Mayrhof

Geschichte

Westfront des Schloss Baslan

Als „Maierhof zu Baeselan“ wurde das heutige Schloss Baslan bereits im Jahr 1285 als Besitz der Adligen Margarete von Löwenberch (auch Lebenberg) genannt. Um 1309 gelangte das Anwesen, laut Abgabenverzeichnis des Klarissenklosters von Meran, durch eine vermutete Schenkung der Herzogin Offima, in den Besitz des genannten Konvents, welchem es als langjähriger Weinlieferant diente. In verschiedenen Urkunden des Notars Johannes Henrici de Schälklingen werden verschiedene Gutsherren genannt, welche im Laufe des 14. Jahrhunderts auf dem Maiergut ansässig gewesen sein sollen. In diesen wird auch behauptet, dass der Mayerhof in älterer Zeit ein landesfürstlicher Wehrbau gewesen sein soll. Diese These wird jedoch nicht von anderen historischen Quellen bestätigt. Im Jahr 1452 erhielt Leonhard Mayr den Mayrhof zu Baslan durch einen gesiegelten Reversbrief (Lehensbrief) des Klarissenklosters zu Lehen und bestätigte folglich seine Abgabepflichten an dieses. Im darauf folgenden Jahrhundert vollzogen sich mehrere Besitzwechsel unter verschiedenen Gutsbesitzern zu Baslan und Marling. Dabei war das Mayrgut häufig Gegenstand von Erbstreitigkeiten und entsprechenden Klagen im Gericht zum Stein unter Lebenberg.[1][2]

Infotafel an der Fassade des Schlosses

Im Jahr 1697 wurde Veit Rainer, Richter zu Schlanders, als Besitzer des Mayrhofes genannt, welcher in einer Steuerbeschreibung aus dem gleichen Jahr detailliert beschrieben wurde und sich zu dieser Zeit bereits zu einem weitläufigen Weingut entwickelt hatte. Ab 1800 erwähnen die Urkunden das Anwesen nur mehr als Obermair- und Untermairhof. Grund dafür sind vorausgegangene Teilungen des Guts im Zuge weiterer Erbschaften und Verkäufe während des 18. Jahrhunderts. Schließlich wurde der Ansitz 1908 von Karl Radio von Radiis gekauft, welcher das Gut in herrschaftlichen Formen und im Stile des späten Historismus zu einem Schloss ausbauen ließ.[2][3] Die Adoptivtochter des Karl Radio von Radiis, Beatrice Baccifava von Radiis, verhehlichte Freiherrin von Bach, bekam das Schloss ihres Vaters im Jahr 1939 vererbt und brachte dieses in den Besitz der Familie von Bach.[1]

Literatur

  • Gemeinde Tscherms (Hrsg.): Tscherms. Dorfbuch mit Beiträgen zur Orts- und Heimatkunde. Tappeiner, Lana 1997.
Commons: Schloss Baslan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts

Einzelnachweise

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