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Schloss Brauchitschdorf

Palast in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Schloss Brauchitschdorf (polnisch Pałac w Chróstniku) in Chróstnik (deutsch Brauchitschdorf) gehört zur Landgemeinde Lubin im Powiat Lubiński der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Lithographie aus dem 19. Jahrhundert, Sammlung Alexander Duncker.

Geschichte

Schloss Brauchitschdorf, 2015
Schlossruinen, Zustand 2008

Nach Alexander Duncker war dieser Herrensitz, unter dem Namen Krostenik oder Chrusteninek, ein uraltes Gut der gleichnamigen Familie von Brauchitsch. Spätestens mit dem 13. Jahrhundert übernehmen sie den Besitz. Für 100.000 Thlr. erwerbt die Familie von Haugwitz das Anwesen, 1633. Käufer war Nicolaus von Haugwitz, Erbe sein Sohn, der General von Haugwitz. Ihm und insbesondere seiner Frau, Freiin von Schweinitz, wurde die Bauherrschaft und das barocke Format zugeschrieben. Das Ehepaar hinterließ keine Erben und über Prinz Ferdinand von Preußen, Bruder des Großen Königs, erfolgte der Verkauf an die von Kottwitz.

Der heutige Bau wurde in den Jahren 1723 bis 1728 nach Entwurf des Revaler Architekten Martin Frantz im Stil des Barock errichtet. Es entstand an der Stelle der Burg aus dem 14. Jahrhundert, von der sich Reste des nordöstlichen Abschnitts des Burggrabens erhalten haben, wobei ein Renaissance-Gutshaus der Herren von Brauchitsch einbezogen wurde. Bekannt wurde Brauchitschdorf durch den Autor Georg Karl von Haugwitz, vor allem durch seine Ehefrau Luise von Haugwitz geb. von Rohr, die ebenso als Schriftstellerin Bekanntheit erfuhr, onwohl sie nicht im Besitz von Schloss und Gut standen.

Im 18. Jahrhundert kauften die Grafen von Schmettow das Schloss samt Gut.[1] Grundbesitzer wurde u. a. Graf Bernhard von Schmettow, Sohn des Generals der Kavallerie Bernhard Alexander Gottfried von Schmettow. Zum Gut, dessen Wert vormals auf 108.000 Taler bewertet war,[2] gehörte ein Forstbestand, auch aus Kiefernwald.[3] Um 1900 gehörte die Begüterung[4] immer noch der gräflichen Familie von Schmettow, die auch eine Pferdezucht betrieben.[5]

Bereits vor 1902 erstand die Familie von Lüttwitz Gut und Schloss Brauchitschdorf. Zu diesem Zeitpunkt ging der Sohn des Hauses, Ernst Freiherr von Lüttwitz, bereits standesgemäß als Schüler[6] an die Ritterakademie Liegnitz. Nach dem Erwerb durch seinen 1870 in Wien geborenen Vater, den Rittmeister d. R.[7] Freiherr Rochus von Lüttwitz-Alt Raudten, wurde das Anwesen umgestaltet. Baron Lüttwitz ließ das Schloss um 1907–1909 nach Entwurf des Breslauer Architekten Karl Grosser im Stil des Neobarock umbauen. Herr von Lüttwitz trat zeitgleich dem genealogischen Verein St. Michael bei.[8] Lüttwitz starb 1941 und trat weit zuvor durch seine erste Ehefrau Lucy Vonwiller, Scheidung 1913, in den gleichnamigen Konzern Vonwiller & Co. ein.[9][10][11]

Nach dem Übergang fast ganz Schlesiens an Polen infolge des Zweiten Weltkriegs 1945 diente das Schloss zunächst als Lazarett für die Rote Armee, danach als Internat der örtlichen Landwirtschaftsschule. Am 10. Mai 1951 wurde es unter dem Aktenzeichen A/2823/268 in das Verzeichnis der Baudenkmäler der Woiwodschaft Niederschlesien eingetragen.[12] Ein Brand im September 1976 vernichtete das Gebäude. Der Unternehmer Dariusz Miłek erwarb die Schlossruine vom polnischen Staat und begann mit dem Wiederaufbau.

Architektur

Das Schloss stellte ein stufenweise gestaffeltes Gebäude dar. Die dreiachsige Mittelpartie, mit einem geschwungenen Giebel gekrönt, trug ein quergestelltes Satteldach. Die Duncker-Lithografie aus dem 19. Jahrhundert zeigt eine abweichende Gestaltung des Gebäudes. Möglicherweise stellte sie die Ansicht der Rückseite des Gebäudes dar. Das Schloss ist zweigeschossig und voll unterkellert, mit einem Dachgeschoss in der Mitte des Gebäudes.

Ehemaliger Schlossgarten

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde ein Barockgarten angelegt, der im 18. Jahrhundert umgestaltet wurde. Bei einer Erweiterung der Anlage im 19. Jahrhundert erfolgte eine gärtnerische Umgestaltung durch den Gartenarchitekten Max von Schmettau.

Literatur

  • Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 14, Selbstverlag, Berlin 1875/1877. Blatt.
  • Helmut Sieber: Burgen und Schlösser in Schlesien. Nach alten Stichen. Verlag Weidlich, Frankfurt/Main 1962, S. 113.
  • Georg Dehio Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V. (Hrsg.): Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 230 f.

Einzelnachweise

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