Schloss Ernstfeld
zweigeschossiger Walmdachbau mit Ecklisenen und Gurtgesims, wohl erste Hälfte 18. Jahrhundert
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Das Schloss Ernstfeld ist ein Schloss in Ernstfeld (Weidenloheweg 8), einem Gemeindeteil der Gemeinde Schlammersdorf im oberpfälzischen Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Der Edelsitz ist unter der Aktennummer D-3-74-155-6 als Baudenkmal von Ernstfeld verzeichnet. „Archäologische Befunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit im Bereich des ehem. Schlosses Ernstfeld“ werden dazu als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6236-0049 geführt.
Geschichte
Ernstfeld war ein Landsassengut, das bis 1499 ein Pfalz-Mosbachsches Lehen war und danach zur Kurpfalz gehörte. 1408 taucht Heinrich Schlamersdorffer als Besitzer auf. 1437 musste er wegen Überschuldung seinen Stammsitz und auch Ernstfeld auf „ewige Wiedereinlösung“ an Niclas Grieß abtreten. Diesem folgten 1462 seine Söhne Niklas und Heinrich Grieß nach. 1472 werden hier Hans und Heinrich Grieß genannt und 1480 Heinrich allein. 1481 kaufte Albrecht von Plassenberg die Güter des Heintz Grieß. 1491 erwarb Erasmus von Streitberg die Güter Schlammersdorf und Ernstfeld. 1517 kaufte Cunz Potzlinger diese Güter und wurde 1519 damit belehnt. Von 1540 stammt ein Reversbrief, durch den die Vormünder der Kinder des Cuntz Potzlinger, Heinrich von Giech zu Kirchenthumbach und Kraft Degenreuter zu Stegenthumbach, mit Ernstfeld und Schlammersdorf belehnt wurden. 1553 erhielt Hans Rupprecht Potzlinger bei der Erbteilung mit seinen Geschwistern Ernstfeld. 1562 wurden hier Hans von Schlamersdorf und Georg Gravenreuther als Vormünder der von Hans Rupprecht Potzlinger hinterlassenen Kinder genannt. Am 5. Januar 1581 erhielt Christoph Potzlinger das Lehengut.
Vom 6. Juli 1584 stammt der Reversbrief, mit dem Abraham von Brandt zu Menzlas Ernstfeld erhält. 1611 wird hier Heinrich Christoph von Brandt und 1612 Hans Christoph von Brandt genannt. 1628 erscheint Hans Ernst von Mengersreuth als Vormund des von Hans Christoph von Brandt hinterlassenen Söhne Christoph Friedrich und Hans Ernst. 1652 erhielt Ernst von Brandt und 1680 Hans Ernst von Brandt das Lehen. 1686 folgten diesem seine Söhne Hans Walter, Adam Gerhart, Wolf Achatz und Hans Mathes von Brandt nach. 1709 erhielt Adam Gerhart von Brandt das Lehen. Dieser verkaufte 1710 das Gut an den Oberst Johann Christoph Erst von Gravenreuth, der es mit Schlammersdorf vereinigte. Aber 1727 war wieder im Besitz von Adam Gerhart von Brandt. Im gleichen Jahr erhielt Mathias von Joner, kurfürstlicher geheimer Rat, die Anwartschaft auf das Lehengut Ernstfeld. 1734 erwarben Mateus und Joseph Clement Maria von Joner das Gut Ernstfeld. 1746 wurden die Erben des Mateus Joner mit Ernstfeld belehnt.
1747 verkauften diese Ernstfeld an den nicht adeligen Johann Caspar Baumann. 1781 wurde dessen gleichnamiger Sohn mit Ernstfeld belehnt. 1801 wurde Florian Baumann der Besitzer. Nach mehreren Generationen verkaufte die Witwe Katharina von Baumann 1842 das Rittergut Ernstfeld an Karl August Werner und Jakob Rath zu Bayreuth. 1843 erwarb es Michael Bittermann, aber zuvor waren bereits viele zum Schloss gehörende Gründe verkauft worden. 1847 kaufte Freiherr Ernst von Hirschberg zu Schlammersdorf, königlicher Kämmerer und Generalmajor der Landwehr von Oberfranken, das Gut. 1850 wird hier seine Witwe Caroline von Hirschberg genannt. 1863 wurden die restlichen zum Schloss gehörenden Grundstücke verkauft, den Rest mitsamt dem Schlossgebäude erwarb der Forstwart Johann Diepold. 1874 übernahmen Johann Baptist Schmid und seine Frau Therese, geborene Diepold, das Anwesen. Nach dem Tod des Johann Baptist 1917 bildeten seine Kinder vorerst eine Erbengemeinschaft, aber im gleichen Jahr wurde Karolina Schmidt Alleineigentümerin. 1919 heiratete sie Johann Heindl aus Moos. Nach dem Tod der Karolina († 1940) wurde ihr Mann Alleineigentümer. 1953 übernahm die Tochter Margaretha Heindl das Anwesen und heiratete Josef Hopfner. Deren Sohn Gerhard Hopfner übernahm 1984 das Anwesen.
Baulichkeit
Das in die Jahre gekommene Schloss ist ein freistehender, zweigeschossiger Walmdachbau mit Ecklisenen und einem Gurtgesims. Es besitzt vier bzw. fünf Fensterachsen und auf der Schmalseite drei Gauben. Zu dem Schloss gehört ein Ökonomiegebäude; dieses ist ein eineinhalbgeschossiger Satteldachbau mit Sandsteinquadern im Stallteil und einem nach Westen anschließenden Stadel.
Literatur
- Josef Püttner: Heimatbuch Schlammersdorf. Gemeinde und Pfarrei. (S. 312–319). Verlag Eckard Bodner, Pressath 2022, ISBN 978-3-947247-48-6.
Weblinks
- Edelsitz Ernstfeld in der privaten Datenbank Alle Burgen.
- Schloss Ernstfeld auf Luftbild Laumer, abgerufen am 16. Juni 2022.