Schloss Hörgertshausen

Hofmarksschloss in Hörgertshausen im Landkreis Freising von Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Schloss Hörgertshausen war ein Hofmarksschloss in Hörgertshausen im Landkreis Freising von Bayern. Das Schloss lag 120 m nordwestlich der Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä. in Hörgertshausen. Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-1-7437-0213 im Bayernatlas als „abgegangenes Hofmarkschloss der frühen Neuzeit ("Schloss Hörgertshausen")“ geführt.[1]

Ausschnitt aus dem Apsis Fresko von Christian Wink in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Hörgertshausen; Ansicht von Hörgertshausen um 1790 mit dem Schloss hinter der Pfarrkirche
Auszug aus Wening, Michael: Historico-Topographica Descriptio. Das ist: Beschreibung, deß Churfürsten- und Hertzogthums Ober- und Nidern Bayrn, 1723
Lageplan von Schloss Hörgertshausen auf dem Urkataster von Bayern

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wird Hörgertshausen relativ spät, am 8. Februar im Jahr 899 als Herigolteshusa in einer Schenkung von Kaiser Arnulf von Kärnten an einen Vasallen Grafs Luitpold namens Cholo.[2] Im Jahre 1550 wurde von Graf Hanns von Freyen-Seiboldsdorf zu Schenkenau und Hörgertshausen in Hörgertshausen am Hofmarkssitz ein Schloss aus Stein und mit tönernen Ziegeln erbaut. Später wurde noch ein Turm an der nordwestlichen Seite erstellt. Aufgrund der anderweitigen Beschäftigungen der Schlossherren in der königlich bayerischen Verwaltung wurde das Gebäude ab 1700 immer weniger bewohnt. Die dazugehörige Schlossökonomie wurde 1720 in einen landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt und verkauft. Die Hofmark wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 in ein Patrimonialgericht umgewandelt. 1841 wurde die Hofmark mit anderen Hofmarken unter der Familie von Hofstetten zu einem gemeinsamen Patrimonialgericht II. Klasse unter der Benennung „Patrimonialgericht Mauern“ zusammengeschlossen.[3] 1848 wurden die Patrimonialgerichte im Zuge der Revolution 1848 aufgelöst. 1850 wird das Schloss samt Anwesen im Moosburger Wochenblatt als ein Gebäude mit „schönem Dachstuhl mit zwei Getreideböden und einem gewölbten Keller“ für 1800 Gulden Aufwurfpreis ausgeschrieben. 1852 wurde das baufällige Schloss abgebrochen[4].

Der Sage nach befand sich ein geheimer unterirdischer Gang im Schloss, der zum Schlossberg nach Fuchswinkel führte.

Das letzte und wohl einzig erhaltene bildliche Zeugnis des Schlosses Hörgertshausen befindet sich in der Apsis der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in einem Fresko. Heute erinnert noch die Schlossstraße an das ehemalige Schloss in Hörgertshausen. Der Schlossplatz ist modern überbaut.

Besitzer des Schlosses

Das Schloss und die dazugehörende Landwirtschaft waren auch immer Sitz des Hofmarksherren. Davon sind folgende urkundlich bekannt[5].

Weitere Informationen von, bis ...
vonbisHofmarksherr
899Cholo
1130Sefrid von Hörgertshausen
1190Arnold von Hörgertshausen
1206Marquard von Hörgertshausen
1372Wilhelm von Rohrbach
1404Otto von Rorbeck
1425Balthasar der Reicher
1446Wilhelm Seeman
Sigmund von Seiboldsdorf
1554Hanns von Seiboldsdorf
15001558Servaz von Seiboldsdorf
15361585Victor von Seiboldsdorf
15601618Hans Georg I. von Seiboldsdorf
1633Hans Servaz von Seiboldsdorf
16281699Hans Georg II. von Seiboldsdorf
16731711Ignaz von Seiboldsdorf
17101774Xaver II. von Seiboldsdorf
17471789Sigmund IX. von Seiboldsdorf
1832Emanuel von Seiboldsdorf
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Einzelnachweise

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