Schloss Imbshausen

Schloss in Imbshausen in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Schloss Imbshausen wird das Herrenhaus auf dem ehemaligen Rittergut der Freiherrn von Stralenheim in Imbshausen in Niedersachsen genannt, das 1862–1864 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht.

Schloss Imbshausen (2018)

Beschreibung

Das Herrenhaus wurde für Adolf Freiherr von Stralenheim nach Plänen des Hannoverschen Architekten Julius Rasch im Stil der Neugotik errichtet. Der Bau entstand auf den Grundmauern und dem Kellergewölbe eines Vorgängerbaus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Wassergraben des früheren Schlosses ist heute noch rudimentär erkennbar. Das Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert gilt als erstes Schloss in der asymmetrischen Art der Hannoversche Architekturschule.[1] Es handelt sich um einen dreiteiligen Bau aus Backstein-Mauerwerk, bestehend aus einem Haupt-, einem Nebenflügel und einem turmartigen Anbau. Die Fassaden sind reich mit risalitartigen Vorbauten, dekorativem Maßwerk sowie spitzbogigen, geschossübergreifenden Blendnischen gegliedert.

Zum Schloss gehört ein etwa zwei Hektar großer Schlosspark mit altem Baumbestand.

Geschichte

Der turmartige Anbau des Schlosses

Die Keimzelle des Ortes Imbshausen lag im Bereich des heutigen Gutshofs, auf dem das Schloss steht. Die Bebauung auf dem Gutsareal lässt sich bis in das 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Schriftquellen zufolge stand dort ursprünglich eine befestigte Hofanlage des sächsischen Geschlechts der Immedinger. Um 1013 kam der Hof über Bischof Meinwerk an das Bistum Paderborn. Während des Mittelalters wechselte das Gut häufig den Besitzer. Um 1561 kam es an Sievert von Steinberg. Sein Nachfolger, Adrian von Steinberg, ließ auf dem Gut ein neues Herrenhaus erbauen. 1750 kam das Gut, dessen Name früher Immundshusen war, durch Heirat an die Familie der Freiherrn von Stralenheim.

Im Jahr 1919 übernahm Henning Freiherr von Stralenheim das Gut. Von 1945 bis 1948 war es Untersuchungs- und Forschungszentrum des Instituts für landwirtschaftliche Arbeitswissenschaft und Landtechnik in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; danach bis 1950 Teil der Max-Planck-Gesellschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Familie von Stralenheim das Schloss räumen, das zunächst als Notunterkunft diente. Von 1952 bis 1998 war darin ein Predigerseminar der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers untergebracht; 1963 schenkte Henning Freiherr von Stralenheim das Schloss der Landeskirche.

1998 wurden Schloss und Schlosspark für den symbolischen Betrag von fünf DM an das Missionswerk Campus für Christus verkauft. Ab November 2010 betrieb der Verein Christliches Begegnungszentrum Schloss Imbshausen die Anlage.[2] Am 1. November 2012 wurde das Begegnungszentrum geschlossen, da der Trägerverein die vom Landkreis Northeim gemachten Auflagen zum Brandschutz nicht erfüllen konnte.[3] Im Jahr 2013 erwarb Carl-Christian von Plate Freiherr von Stralenheim als Nachkomme der früheren Besitzer das Gut zurück.[4]

Literatur

  • Gustav Stölting-Eimbeckhausen, Börries Freiherr von Münchhausen-Moringen (Hrsg.): Die Rittergüter der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen. Beschreibung, Geschichte, Rechtsverhältnisse und 121 Abbildungen. Hannover 1912, S. 274 f.
  • Christian Kämmerer, Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Northeim, Teil 1 (Südlicher Teil). (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 7.1.) Vieweg, Braunschweig / Wiesbaden 2002, ISBN 3-8271-8261-1, S. 299. (Digitalisat bei der Universitätsbibliothek Heidelberg)
Commons: Schloss Imbshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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