Schloss Langenberg
Schloss in Wissembourg, Elsass
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Das Schloss Langenberg (französisch Château de Langenberg) steht nördlich des Ortsteils Weiler der Stadt Wissembourg im Elsass nur wenige Meter von der Grenze zu Rheinland-Pfalz entfernt. Seit 2019 wird das Monument historique vom Ecolieu Langenberg, einem deutsch-französischen, ökologischen Mehrgenerationswohnprojekt, renoviert.

Lage
Das Schloss liegt in einer Höhe von 220 m am südlichen Rand des waldreichen Oberen Mundatwaldes als Teil des Wasgaus am Ausläufer des Nord-Süd verlaufenden Bergrückens des Langenbergs (394 m), der hier zum Tal der Wieslauter, französisch la Lauter, ausläuft. Der Schlosshang, früher östlich durch Weinhänge eingegrenzt, wird westlich durch den Buchbach, an dem auch die Schlossteiche liegen, und östlich durch den Heylenbach begrenzt. Der Heylenbach, den Buchbach südlich des Schlosses aufnehmend, entwässert etwa 500 m südwestlich beim Wissembourger Örtchen Weiler in die Wieslauter. Umgegend und Anwesen sind Teil des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord.
Geschichte

Die Domäne Langenberg mit einem Bauernhof wurde 1677 von Phil. Theo. Vitztum von Eggersberg gekauft.[1] Vermutlich ist hier Philipp Theodor Vitzthum von Eggersberg (1644–1719) gemeint, der urkundlich belegt fürstbischöflich-speyerischer Schultheiß zu Weißenburg, 1672 fürstbischöflich-speyerischer Keller zu Dahn und fürstbischöflich-speyerischer Jägermeister war.[2] 1708 wurde das Gut an Joseph Landelin Klein weiterverkauft. Das Schloss wurde um 1775 für Antoine Alexandre Klein erbaut und wechselte danach mehrfach den Besitzer. Seit 1921 wurde der Bauernhof nicht mehr bewohnt, das Schloss teilweise als Gasthof genutzt. Im Zweiten Weltkrieg beherbergte es Kunst aus Straßburger Museen. Im Jahr 1972 begann die Restaurierung durch die Association des Amis du Langenberg (Verein der Freunde des Langenbergs), die allerdings unvollendet blieb.[1] Seit 2019 wird es vom Ecolieu Langenberg, einem deutsch-französischen, ökologischen Mehrgenerationswohnprojekt, renoviert und zu einer Ökosiedlung ausgebaut.[3] Die Gemeinschaft besteht aus ca. 45 Kindern und Erwachsenen, die sich für ein umweltbewusstes Leben nach den Anbauprinzipien der Permakultur einsetzen. Auf dem 20 Hektar großen Grundstück wird Wohnraum in Form von Stroh-Lehm-Häusern, Tiny-Häusern und Jurten geschaffen. Außerdem wird biologischer Gemüseanbau betrieben sowie ein Seminarbetrieb aufgebaut. Freiwillige des FÖJ, des deutsch-französischen Freiwilligenprogramms VEFA sowie ein Workcamp des Internationalen Bauordens unterstützen das Projekt.[4][5][6]
Beschreibung
Das denkmalgeschützte Schloss hat einen u-förmigen Grundriss mit einem zentralen Nordwest nach Südost ausgerichteten Herrenhaus mit Sockelgeschoss (Keller), erhöhtem Erdgeschoss und Mansarddach, in dem sich die siebenachsige Fensterreihe fortsetzt. Die Rechteckfenster sind mit rotem Sandstein eingefasst, der obere Abschluss ist geschwungen mit mittigem Schlussstein als Absatz. Nur noch einige Fenster im Dach sind originale Sprossenfenster. Das Mansarddach weist auf seinen beiden Längsseiten je drei Schleppgauben auf. Südlich befindet sich ein eingeschossiger neuzeitlicher Vorbau mit Balkon, etwa 6/7 der Längsseite des Haupthauses einnehmend, und auf der Südseite über zwei mächtige Schlusssteine den hier auskragenden Balkon stützend.
Der hofseitige Eingang zum Herrenhaus führt in eine Vorhalle an die sich nach Süden ein großer Salon und beidseitig angrenzende Räume anschließen, die sich bis zur Vorhalle des Ostflügels erstrecken. Im Treppenhaus sind noch Reste von Wandmalereien aus dem späten 19. Jahrhundert zu sehen (Trompe-l’œil-Fensterrahmungen in Marmorimitation).[1]
Die beiden in nordöstlicher Richtung abgewinkelten vier auf vier Fensterachsen großen Eckflügel besitzen Sockel, ein niedrigeres Erdgeschoss, Attikaetage und Satteldach. Das Satteldach weist über Eck drei (Längsseite) auf zwei (Flügelseite) Schleppgauben auf, die aber weniger geneigt als am Haupthaus sind. An der Nordwestseite fehlen sie heute völlig. In den Flügelrückseiten schließen zu beiden Seiten nach Nordosten die Torhäuser mit Rundbogen-Torportalen mit Wappenschlussstein und Pyramidendach an. Hinter denen zum Berg zu, jeweils eingeschossig, die Flügel über etwa weitere 20 Meter als Gebäude mit Satteldach und ehemals regelmäßigen gesetzten Gauben auslaufen. Durch nicht stilgerechte Sanierungen oder Umbauten fehlen diese Gauben heute oder sind unregelmäßig gesetzt.
Bis auf das Haupthaus (hier nur Keller- zu Erdgeschoss) und nicht fachgerecht sanierte Gebäudeteile sind alle Geschosse durch umlaufende Gesimse markiert.[1]
Siehe auch
Weblinks
- Eintrag Nr. IA67008247 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- Eintrag im Inventaire général du Patrimoine du Grand Est
- Schloss Langenburg in der privaten Datenbank Alle Burgen.
- Ecolieu Langenberg