Schloss Meffersdorf
Schloss in der Woiwodschaft Niederschlesien, Polen
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Schloss Meffersdorf (seit 1945–48: polnisch Pałac w Pobiednej oder Pałac Unięcice w Pobiednej) wurde 1768 für Adolf Traugott von Gersdorff[1] in Meffersdorf (später Wigandsthal, heute Pobiedna) erbaut.[2]
| Schloss Meffersdorf | ||
|---|---|---|
| Daten | ||
| Ort | Pobiedna (Meffersdorf-Wigandsthal) | |
| Baujahr | 1767–68 | |
| Koordinaten | 50° 56′ 13″ N, 15° 17′ 45″ O | |

Geschichte
Im Jahr 1660 besaßen die Familie von Uechtritz ein Rittergut in Meffersdorf, das mit Neu-Gersdorf und Wigandsthal zusammengelegt wurde. Im Jahr 1749 erbte Rudolph Ernst von Gersdorf das Gut Meffersdorf und verkaufte es 1756 für 104.000 Reichstaler an seinen jüngeren Bruder Adolf Traugott von Gersdorf. Letzterer ließ 1767–68 den vorherigen Bau abbrechen und das heutige Schloss errichten ließ. Adolf Traugott von Gersdorf ließ im Schloss eine Bibliothek mit 12000 naturwissenschaftlichen Büchern, eine Sammlung meteorologischer, physikalischer und mathematischer Instrumente, eine Mineraliensammlung sowie eine Sammlung von Zeichnungen und Kupferstichen unterbringen.[3]
Für seine Forschungen ließ Adolf Traugott von Gersdorf 1804 den Turm „Mon Plaisir“ erbauen, der 1,5 Kilometer vom Schloss entfernt steht. Hier war eine Sternwarte untergebracht. In späteren Jahren wurde der Turm in „Kaiser-Wilhelm-Observatorium“ umbenannt (auch Kaiser-Wilhelm-Turm) und diente als Aussichtsturm.[3][1]
Später war das Schloss im Besitz des Landgrafen von Hessen-Rothenburg-Reinfels, der es im Jahr 1830 dem Grafen Ernst von von Seherr-Thoß verkaufte[4]. Dieser verstarb am 19. Januar 1856.[5] Nachfolgende Besitzer waren die von Saldern, hier die von Saldern-Plattenburg, vertreten durch den Landrat Gustav von Saldern (1810–1876), der mit der Erbin Thusnelda Gräfin von Seherr-Thoss (1812–1875) verheiratet war.[6] Es folgte die Familie Robrecht aus Berlin,[7] die Familie Czarnowski, die Landbank Berlin (1902–1903) und zuletzt Prinz Christian Kraft Hohenlohe-Öhringen.[3]
Nach der polnischen Annexion der Region wurde das Schloss in den 1980er Jahren nach einem Brand renoviert, danach wurden die Arbeiten eingestellt und das Schloss in den folgenden Jahrzehnten vernachlässigt.
Baubeschreibung
Das Gebäude ist ein Beispiel für einen schlichten Rokokostil. Der dreiflügelige Bau in Hufeisenform hat 16 Achsen und zwei Stockwerke und ist mit hohen Walmdächern mit Dachgauben gedeckt. Die Gebäudefront hat einen zentralen Risalit, der von einem Giebel mit einer Mansarde gekrönt wird. Die rückwärtige Fassade hat einen analogen Risalit.[8] In Richtung des heutigen Wolimierz verläuft die reizvolle, von Linden gesäumte Schwarze Allee, die 1766 angelegt wurde.[1]
Literatur
- Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 15, Selbstverlag, Berlin 1878/1880, Blatt 898.
- Oscar Rühle: Geschichte von Meffersdorf. Oertel, Hirschberg 1885. (Digitalisat)
- Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien. In: Kröners Taschenausgabe. Band 316, Selbstverlag Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 566.
- Sławomir Brzezicki: Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Teil 2: Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München•Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 749.
Sekundärliteratur
- Johann Gottlieb Mischke: Das Markgrafthum Ober-Lausitz. Köhlersche Buchhandlung, Görlitz 1861 Digitalisat
- Johann Heinrich Fritsch: Taschenbuch für Reisende ins Riesengebirge. Verlag Gerhard Fleischer Leipzig 1816, Digitalisat
- Hugo Saurma, Freiherr v. u. z. d. Jeltsch: Wappenbuch der schlesischen Städte und Städtel. Goerlich und Coch, Breslau 1870 Digitalisat
- Clemens Graf Pinto: Berliner Revue. 4. Band erstes Quartal. Verlag F. Heinicke, Berlin 1856. Digitalisat
