Schloss Schönhausen (Altmark)

teilweise erhaltenes Schloss in Schönhausen (Elbe) in Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Schloss Schönhausen, auch Schönhausen I genannt, befindet sich in Schönhausen (Elbe) in der Altmark. Besondere Bekanntheit erlangte es als Geburtshaus von Otto von Bismarck. Das Schloss liegt im Nordwesten des Ortes.

Schönhausen I. 1865.
Schloss Schönhausen I (1905).
Schloss Schönhausen I (1921).

Geschichte Schönhausen I

Die Historie der Besitzungen in Schönhausen waren zunächst in deren Eigenschaft als bischöfliches Tafelgut zum Domkapitel Havelberg gefestigt. Es folgte die Entstehung von Gütern namens dem (v.) Möllenbeck`schen Hofe, in der Entstehung aus bäuerlichen Grundbesitz zu einem Lehengut; und der (v.) Bardeleben`sche Hof. Beide vorgenannten Adelsfamilien wohnten teils in Schönhausen. Gut Schönhausen (Schönhausen I) ist dann später eng mit der Familie von Bismarck verbunden. Den Hof Bardeleben, zum Rittergut bestimmt, übernahmen sie am 7. Dezember 1562, der Hof Möllenbeck kam am 1. März 1563 zum nun neuen Rittergut Schönhausen hinzu. Bereits vor der Entstehung der Reste des heutigen Herrenhauses war Friedrich von Bismarck († 1589), genannt der Permutator, verheiratet mit Anna Sophie von Wenckstern-Lenzerwisch,[1] als ein Vertreter seines Adelsgeschlechts vor Ort, als Herr auf Schönhausen, Crevese und später noch in Briest. Ihm folgte Ludolf IV. von Bismarck (1541–1590), seine Ehefrau wurde Sophie von Alvensleben-Isernschnibbe. Dieser Bismarck kämpfte 1569 in den Hugenottenkriegen in Frankreich und galt als genealogischer Stammvater des Hauses von Bismarck-Schönhausen. Seine Nachfahren, wie August sen. von Bismarck († 1670) und Landrat August jun. von Bismarck bewirtschafteten den Besitz. Dessen Sohn August Friedrich von Bismarck-Schönhausen wiederum erwarb Güter in Pommern hinzu, sein Erbe, dem Rittmeister Karl Alexander von Bismarck-Schönhausen (1727–1797), ist zeitlich der Bau zuzuschreiben. Denn das Schloss wurde um 1700 errichtet und wurde als Schloss I bezeichnet. Sein älterer Sohn Alexander von Bismarck (1763–1820) hielt Anteile an Schönhausen, der jüngere Sohn Karl Wilhelm Ferdinand von Bismarck (1771–1845) betreute Schönhausen I und die pommerschen Güter. Aus Schönhausen stammt der General Theodor Graf von Bismarck-Bohlen (1790–1873), Neffe des Vorgenannten, welcher mit Schloss Karlsburg in Vorpommern einen großen Besitz übernahm.

Gutsherr Ferdinand v. Bismarck.

Die Bismarck`schen-Besitzungen in Pommern betreute Bernhard von Bismarck.

In Schönhausen geboren wurden später Hannah Leopoldine Alice Gräfin von Bismarck-Schönhausen (1893–1971) und ihr Bruder Otto Fürst von Bismarck (1897–1975), dem Eigentümer von Gut Schönhausen I und II und Gut. In den 1920er Jahren umfasste das Rittergut Schönhausen I mit Vorwerk Schönhauser Damm, gesamt 211 ha. Geführt wurde der Gutsbetrieb von einem Administrator.[2] In Schönhausen lebte die Witwe des Vaters Herbert von Bismarck, Marguerite Malvine Gräfin von Hoyos (1871–1945).

Ansicht Schlosspark Schönhausen (I).

1945 wurde die Familie von Bismarck enteignet. 1958 wurde das Schloss Schönhausen I auf Betreiben der DDR-Behörden bis auf einen Seitenflügel gesprengt, der seit 1998 als Bismarck-Museum genutzt wird. An das ehemalige Schloss grenzt der barocke Bismarckpark.

Überlieferungen

Die drei Schornsteine auf dem Dach des Schlosses wurden im Volksmund mit den sprichwörtlichen drei Haaren verglichen, mit denen Bismarck häufig in Karikaturen der Satirezeitschrift Kladderadatsch dargestellt wurde.[3] Das Motiv spielt auf das Grimmsche Märchen Der Teufel mit den drei goldenen Haaren an.[4]

Schloss Schönhausen II.

Historie Gut Schönhausen II

Schloss II steht für einen erhalten gebliebenen Gutshof in Schönhausen, der ebenfalls der Familie von Bismarck gehörte.[5][6] Als Bauherr von Schönhausen II gilt der oben zitierte Landrat August II. von Bismarck (1666–1732), Fertigstellung 1730.[7] Zunächst letzter durchgängiger Grundbesitzer von Schönhausen II, und kurz anteilig ebenso von Schönhausen I, war der kgl. preuß. Generalleutnant August (August Adam Heinrich) von Bismarck (1739–1813).[8]

Um 1830 konnten die Nachfahren der Familie, hier Rittmeister Heinrich Friedrich Alexander Bernhard von Bismarck (1784–1848) und Ehefrau Charlotte geb. von Bredow-Lochow-Friesack (1786–1850), er starb in Paris und sie in Köpenick, dieses Gut nicht mehr halten, es kam zum Verkauf. Über den Fiskus gelangte Schönhausen II in bürgerliche Hände. Erst 1885 kam Schönhausen II als Nationalgeschenk an die Bismarks zurück.[9] Von Schönhausen II stammt allerdings noch der Jurist und Politiker Busso von Bismarck (1824–1887) und dessen Enkel Hasso von Bismarck.

Wie zuletzt Schönhausen I gehörte dem Fürsten Otto von Bismarck-Friedrichsruh gleichfalls das Rittergut Schönhausen II mit Vorwerk Damm. Dieses beinhaltete 1921 etwa 560 ha, davon 262 ha Forsten.[10] Schönhausen II fiel gleichfalls unter die Bodenreform 1945/1946.

Schönhausen II wird seit 2012 als Bürgerzentrum genutzt wird.[11]

Literatur

Einzelnachweise

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