Schloss Sonnewalde

Schloss in Sonnewalde im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Das ehemalige Schloss Sonnewalde steht in Sonnewalde, einer Stadt im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Es war die Residenz der Standesherrschaft Sonnewalde.

Schloss Sonnewalde. 2015.
Wappenfeld. 2015.

Beschreibung

Nach einem Brand wurde um 1470/77 von Botho von Ileburg eine Burg neu errichtet, deren Ausbau zum Schloss in der Architektur der Renaissance von 1577 bis 1592 unter den Grafen zu Solms vermutlich nach einem Entwurf von Christof Tendler unter Einbeziehung des spätgotischen Vorläufers erfolgte. Sie war ursprünglich ein von Wassergraben und Mauer mit acht Türmen umgebenes Bauensemble mit vier Gebäudetrakten, von denen der größte Teil 1949 ausbrannte. Erhalten blieben das zweigeschossige, von Nebengebäuden flankierte Torhaus, das mit einem Schweifgiebel bedeckt ist, und der mit Volutengiebeln versehene Anbau im Westen. Über dem als Ädikula mit von Rustikapilastern getragenem Gebälk mit Attika gestalteten Tor befindet sich das mit einem Pelikan bekrönte Allianzwappen derer zu Solms und von Nassau.

Der Herrensitz war Mittelpunkt der Standesherrschaft Sonnewalde. In der Besitzesfolge bilden die Solms die genealogische Familienlinie zu Solms-Sonnenwalde heraus. Um 1929 betrug die Gesamtgröße etwa 5054 ha.[1] Damit gehörte die Begüterung um Schloss Sonnewalde Anfang des 20. Jahrhunderts zu den zwanzig größten Besitzungen in der Provinz Brandenburg.[2]

Als Nebenbesitzungen erwarben und führten die Grafen zu Solms-Sonnenwalde die Güter um Schloss Pouch und Schloss Wurschen.

Das Schloss und der sich daran anschließende Schlosspark kann virtuell mit dem Schlossparkführer Sonnewalde erkundet werden.

Besitzer (Auswahl)

Zeitweise hielten weitere Familienmitglieder Anteile am Besitz,[11] u. a. der ehemalige Gesandte in St. Petersburg Victor Friedrich Graf Solms-Sonnenwalde (1730–1783), preußischer Oberhofmarschall und Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler. Diplomat[12] war ebenso Eberhard zu Solms-Sonnenwalde.

Literatur

  • Sonnewalde. In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern, nebst begl. Text. Band 4, Selbstverlag, Berlin 1861, Litho-Blatt, u. Text-Blatt 182.
  • Solms-Sonnenwalde. In: Rudolph zu Solms-Laubach: Geschichte des Grafen- und Fürstenhauses Solms. Verlag C. Adelmann, Frankfurt am Main 1865, S. 230 ff., S. 261 ff., S. 282 ff.
  • Sonnewalde-Das Schloß, In: Rudolf Bergau: Inventar der Bau- und Kunst-Denkmäler in der Provinz Brandenburg. Hrsg. Brandenburgischer Provinzial-Landtag, Vossische Buchhandlung-Strikker-Rudolf Stricker, Berlin 1885, S. 716.
  • Schloss Sonnewalde, In: Bernd Maether, Marie-Luise Rohde: Sonnewalde. In: Schlösser und Gärten der Mark. Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V., Hrsg. Sibylle Badstübner-Gröger, Berlin 1999.
  • Sonnewalde, In: Gerhard Vinken, u. a.: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 1058.
  • Vinzenz Czech, Christiane Salge: Sonnewalde. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Gesamt 2 Bände: Einführung und Katalog. 856 S., 275 farbige, 825 SW-Abb.; Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883); Band 2, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 978-3-87584-024-7, S. 555–560.

Quellen

Commons: Schloss Sonnewalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI