Schloss Wolfskuhlen

Ruine eines Herrenhauses in Rheinberg, einstiges Rittergut From Wikipedia, the free encyclopedia

Schloss Wolfskuhlen, auch Haus Wolfskuhlen genannt, befindet sich auf dem ehemaligen Rittergut Wolfskuhlen bei Budberg in Rheinberg im Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen. Stand 2026 ist das Herrenhaus, von dem nur noch einbruchsgefährdete Ruinen übrig sind, vor allem als Lost Place bekannt.

Ruine von Haus Wolfskuhlen (2011)

Lage

Südlich von Rheinberg, zwischen Budberg und Rheinkamp, liegen die Überreste des einst staatlichen Herrenhauses Wolfskuhlen. Gegenüber von ihnen liegt ein Bauernhof, der einst vermutlich auch zum Besitz des Rittergutes gehörte.[1]

Nördlich von Wolfskuhlen befinden sich die ehemaligen Rittersitze Haus Cassel und Haus Ossenberg, im Süden das Haus Tervoort.

Geschichte

Bau

Erbaut wurde das ehemalige Schloss im 13. Jahrhundert, wobei es 1292 erstmals urkundlich erwähnt wurde.[2] Um 1800 wurde durch Freiherr Joseph Anton von Wevelinghoven-Sittern das eigentliche dreistöckige Herrenhaus erbaut, dessen Überreste heute noch zu sehen sind, über dessen Haupteingang das Wappen der Familie Wevelinghoven-Sittern hing.[1] 1950 wurde das Gebäude um zwei Seitenflügel erweitert.[3] 1985 wurde das Herrenhaus unter der Nummer 70 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Rheinberg aufgenommen. Von der vorherigen Burganlage ist heute nichts mehr zu sehen, wohl wegen der Neuerrichtung des Herrenhauses. Im Garten des Grundstücks liegt ein alter Friedhof, der allerdings nur noch zu erahnen ist.[1]

1993 brannte das Gebäude teilweise aus.[2] Bis heute haben sich nur Ruinen des Besitzes erhalten.

Besitz

1335 wurde erstmals der Ritter Heinrich von Wolfskulen erwähnt, als Graf Theodorich von Moers von seinem Neffen Arnold von Arscheid die Belehnungsrechte über das Grundstück und andere Güter kaufte.[1] Im Jahr 1449 lehnte Graf Vinzenz von Moers dem Ritter Albert von Wolfskuhlen mit dem Grundstück. 1789 ging der Besitz in das Eigentum von Freiherrn Joseph Anton von Wevelinghoven-Sittern über, der ein Ritter des Malteserordens war. Er erbaute das Herrenhaus und starb 1835 auf dem Besitz. Nachfolgende dokumentierte Eigentümer waren Carl Florentin von Büllingen, Ehrenbürgermeister von Budberg, seine Tochter Emilie Chlothilde Josephine Gislaine und ihr Sohn Degenhard Freiherr von Loe.

Im Zweiten Weltkrieg wurde viel der Inneneinrichtung des Herrenhauses zerstört, unter anderem auch das Archiv, wodurch Teile der Geschichte des Besitzes verloren gingen.

Die Bergwerkgesellschaft Rheinpreußen hatte später einen Großteil des Gebäudes gemietet, um es als Bergwerklehrlingsheim zu nutzen. in den 1970er Jahren soll es als Kinderheim genutzt worden sein, welches 1989 wieder geschlossen wurde.[4]

Seit dem Brand 1993 stand das Gebäude nicht mehr in Nutzung. Heute befindet es sich in Privatbesitz.

Commons: Haus Wolfskuhlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI