Schmelzhütte der Grube Elise
denkmalgeschützter Überrest der Grube Elise in Arnsberg, Nordrhein-Westfalen
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Die Schmelzhütte der Grube Elise (teilweise auch Grube Elisa) zwischen Hüsten und Müschede (heute Stadt Arnsberg) ist ein denkmalgeschützter Überrest der nahen Grube Elise. Der erhaltene Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Später diente er landwirtschaftlichen Zwecken und wird daher auch als Mühle bezeichnet. In der näheren Umgebung wurde seit der frühen Neuzeit vorwiegend Bleierz gewonnen. Mit Unterbrechungen wurde dort bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Erz abgebaut.

Baubeschreibung
Die Schmelzhütte der Grube wurde lange für eine Mühle gehalten. Sie ist heute denkmalgeschützt. Sie liegt auf dem Gebiet des Arnsberger Ortsteils Hüsten nahe der Grenze zu Müschede am Mühlengraben der Röhr. Bei dem Bauwerk handelt es sich um ein langgestrecktes Bruchstein- beziehungsweise teilweise verputztes Gebäude, das äußerlich eher unscheinbar wirkt. Die Bauforschung wies an der Rückseite ein vermauertes Wellenloch für ein Wasserrad nach. Zumindest das Pochwerk zur Zerkleinerung des Erzes wurde mit Wasserkraft betrieben. Wahrscheinlich nutzte man die Kraft des Wasserrades auch zum Antrieb des Gebläses der Schmelzöfen. Solche Verfahren waren im Sauerland bereits seit Jahrhunderten bekannt und wurden spätestens seit dem Spätmittelalter im oberen Röhrtal eingesetzt.
Später wurde das Gebäude landwirtschaftlich genutzt. Ein Teil diente zudem als Wohnraum. Im Jahr 1989 wurde das Gebäude in die Denkmalliste der Stadt Arnsberg eingetragen.[1] Noch in den 1990er Jahren befand sich die ehemalige Schmelzhütte im Besitz der Familie von Fürstenberg.
Bergbau am Spreiberg
Die Hütte diente der Verarbeitung des bleihaltigen Erzes aus den Gruben am Spreiberg westlich von Müschede. Dort hatte bereits um 1560 Erzbergbau stattgefunden. Etwa ein Jahrhundert war sie im Besitze der Familie von Fürstenberg. Der Betrieb wurde zu einem unbestimmten Zeitpunkt eingestellt und die Anlagen verfielen, bevor der Betrieb im 18. Jahrhundert auf Veranlassung von Christian Franz Dietrich von Fürstenberg wieder aufgenommen wurde. Fürstenberg folgte dabei 1739 dem Rat der Bergleute Heinrich Lähsig und Georg Deinert. Mit erheblichem Kostenaufwand ließ er eine neue Schmelzhütte mit Pochwerk, Röstofen und (Holz)-Kohlenbunker errichten. Die Verhüttung von Erz in eigenen Betriebsstätten gehörte zu den Grundprinzipien des Hauses Fürstenberg im Bereich der Montanindustrie und wurde auch von Christian von Fürstenberg praktiziert.[2]
Die Hütte verfügte über eine Belegschaft von etwa sechs bis zwölf Mann. Für den Bergbau wurde ein Steiger aus Böhmen angeworben. Die Beschäftigten in der Hütte besaßen allerdings nur geringe Erfahrung mit der Verarbeitung der weicheren Bleierze. Christian von Fürstenberg beklagte sich bereits 1741 darüber, dass wertvolles Erz durch Fehler beim Schmelzvorgang verloren gegangen sei. Ab 1745 spezialisierte sich die Anlage auf die Herstellung von Schrot-Bleikugeln, damals „Hagel“ genannt, für Gewehre und Kartätschen. Die monatliche Produktion betrug etwa 4500 Pfund.[3]
Zum Bergwerksdirektor ernannte Fürstenberg seinen Hauskaplan Johann Everhard Hallmann. Trotz aller Bemühungen blieb der wirtschaftliche Erfolg offenbar aus. Im Jahr 1761 hatte ein Bauer aus Herdringen namens Heinrich Hufnagel die Hütte gepachtet. Wie lange der Betrieb danach noch bestand, ist nicht bekannt. Als wahrscheinliche Ursache für das Ende gilt die zunehmende Verteuerung und Verknappung von Holzkohle, die für den Betrieb der Schmelzöfen unverzichtbar war. Hinzu kam, dass sich die Erzgänge als wenig ergiebig erwiesen. Überreste sind neben der Hütte eine Abraumhalde und zahlreiche Pingen und Schürflöcher.[4]
Ab 1866 gab es Versuche, den Bergbau wieder zu beleben. Es wurde eine Bergrechtliche Gewerkschaft gegründet und zeitweise versuchte man diese in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Es kam tatsächlich zu einer Betriebsaufnahme. Stollen der nahen Grube Ceres wurden als Elise II übernommen. Es wurde ein Dynamitlager angelegt und etwa 260 m Schächte und Strecken aufgefahren. Es gab auch Pläne, die Förderung in Richtung Wennigloh zu erweitern. Letztlich wurde der Betrieb um die Jahrhundertwende zeitweise eingestellt. Die Grube ging in den Besitz von Investoren aus Gelsenkirchen über, die auf Basis eines positiven Gutachtens begannen, den Betrieb wieder aufzunehmen. Ganz vergessen war die Grube nicht. Sie erschien noch mal im Vierjahresplan von 1934 des zuständigen Bergamtes.[5]
Literatur
- Uwe Haltaufderheide: Die Baudenkmäler der Stadt Arnsberg. Erfassungszeitraum 1980–1990. Stadt Arnsberg, Arnsberg 1990, ISBN 3-928394-01-0.
- Winfried Reininghaus/Reinhard Köhne: Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Münster, 2008, ISBN 3-402151-61-8
- H. Schepers: Die ehemalige Grube Elise I bei Müschede in der Zeitschrift Ruhrwellen, Heft 3/1925
- Ferdinand Voss: Herdringen. Geschichte eines Dorfes. Arnsberg, 1986 S. 10f.