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Schneeballen

Gebäck aus Mürbeteig From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Schneeballen ist ein haltbares Schmalzgebäck aus Mürbeteig, das in Österreich sowie in Deutschland in der Region Franken, aber auch aus Württemberg und der Oberpfalz bekannt ist.[1] Seinen Namen verdankt es seiner Form und der traditionellen Dekoration mit Puderzucker. Der Schneeballen hat einen Durchmesser von zirka acht bis zehn Zentimetern.

Schneeballen
Schneeballen, ein süßes Gebäck aus Mürbeteig, in der Cafeteria des Kriminalmuseums Rothenburg ob der Tauber

Geschichte

Seit mindestens 300 Jahren sind die Schneeballen vor allem in Österreich sowie im Hohenlohischen und Fränkischen bekannt, im Rothenburger Stadtarchiv liegt eine Rechnung vom 8. September 1719 vor.[2][3][4] Im Kochbuch der Katharina Prato wurden die Schneeballen auch Maulkörbe genannt.[5] Wurden sie einst vor allem zu besonderen Anlässen wie beispielsweise Hochzeiten serviert, können die runden Gebäckstücke heute rund um Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl in den meisten Bäckereien, Konditoreien und Cafés erworben werden. Es gibt sogar Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Schneeballen spezialisiert haben und diese in immer neuen Variationen anbieten. Neben den klassischen, mit Puderzucker bestäubten Schneeballen finden sich dort auch mit Schokolade und Nüssen überzogene sowie mit Marzipan, Vanille, Nougat u. a. gefüllte Kreationen. Für Touristen sind die Schneeballen ein beliebtes Mitbringsel.[6] Mittlerweile werden Schneeballen auch auf zahlreichen Weihnachtsmärkten deutschlandweit verkauft.

Herstellung

Verschieden überzogene Schneeballen mit Schneeballeisen

Zu den Grundzutaten der Schneeballen zählen meist Mehl, Eier, Zucker, Butter, Sahne sowie Zwetschgenschnaps oder Wein.[5] Um die charakteristische Form zu erhalten, werden mithilfe eines gezackten Teigrädchens gleichmäßige Streifen in den ausgewalzten Teig geschnitten. Im Anschluss daran wird beispielsweise ein Kochlöffel so in den Teig gefädelt, dass abwechselnd ein Streifen über dem Löffelstiel und einer darunter positioniert ist. Schließlich wird der Löffel angehoben, so dass der Teig mit den Streifen ein Grundmuster ergibt. Er wird dann vom Stiel abgestreift und in eine spezielle Zange – auch Schneeballeneisen genannt – gegeben. Diese wird dann in siedendes Fett getaucht, und unter starken Drehbewegungen entsteht im Inneren ein Ballen, der goldbraun ausgebacken wird.[7] Noch warm rollt man den Schneeballen in Puderzucker oder Kristallzucker oder überzieht ihn mit Schokolade oder anderem.[1] Es existieren auch mit Marzipan oder Nougatmasse gefüllte Schneeballen. Serviert werden sie z. B. mit Fruchtsaft oder Weinchaudeau.[5]

Haltbarkeit

Da der Schneeballen ein trockenes, dem Keks ähnliches Gebäck ist, hat er eine sehr lange Haltbarkeit. Bis zu acht Wochen kann er gelagert werden, ohne dass eine Kühlung nötig ist.

Commons: Schneeballen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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