Schneeberg (Unterfranken)

Markt im Landkreis Miltenberg in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Schneeberg ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Schneeberg (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Schneeberg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 38′ N,  15′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 168 m ü. NHN
Fläche: 16,59 km²
Einwohner: 1748 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63936
Vorwahl: 09373
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 156
Marktgliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Amorbacher Str. 1
63936 Schneeberg
Website: schneeberg-odenwald.de
Erster Bürgermeister: Kurt Repp (CSU)
Lage des Marktes Schneeberg im Landkreis Miltenberg
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Geografie

Lage

Die Gemeinde liegt im Odenwald in der Region Bayerischer Untermain. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 471 m ü. NHN (Lage) am Gipfel des Winterberges südlich von Hambrunn, der niedrigste liegt am Billbach auf 158 m ü. NHN (Lage).

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat drei Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):[2][3]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Hambrunn, Schneeberg und Zittenfelden.[4] Die Gemarkung Schneeberg hat eine Fläche von 10,811 km². Sie ist in 5825 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1855,93 m² haben.[5] Zu der Gemarkung Schneeberg gehört eine Exklave im Wald südöstlich von Reichartshausen, das selbst eine Exklave der Stadt Amorbach ist.[6]

Geschichte

Name

Etymologie

Der Name Schneeberg besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern sneite und bërc. Das Wort sneite bedeutet dabei so viel wie „durch den Wald gehauener Weg“ oder „Durchstieg“ (Schneise). Die ersten Rodungen fanden im Bereich eines tief eingeschnittenen Tals zwischen den steil ansteigenden Berghöhen des Odenwalds statt.[7][8]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[7]

  • 1272 Sneiteberc
  • 1350 Sneytberg
  • 1395 Sneideberg
  • 1440 Sneidberg
  • 1499 Schneidberg
  • 1546 Schneidenberge
  • 1570 Schnaypergk
  • 1592 Schneyberg
  • 1785 Schneeberg

Bis zur Gemeindegründung

Zur Zeit der ersten Rodungen und der Besiedlung des Marsbach-, Morre- und Muththales im achten oder neunten Jahrhundert hieß Schneeberg noch Sneiteberc. Die erste urkundliche Erwähnung von Schneeberg war im Jahr 1237, wodurch die damaligen Besitzverhältnisse dokumentiert wurden.

Schneeberg gehörte zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Seit dem Münchner Vertrag von 1816 gehört der Ort zu Bayern. Der mainzische Ort wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezess Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Schneeberg lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Schneeberg war nun eine Gemeinde im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1975 die Gemeinde Hambrunn und von der aufgelösten Gemeinde Beuchen, die bis 1870 Beuchen-Zittenfelden hieß,[9] der Gemeindeteil Zittenfelden eingegliedert, während Beuchen[10] der Stadt Amorbach zugesprochen wurde.[11]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19611466[11]
19701754[11]
19871822
19911987
19951968
20001904
20041902
20051897
20061865
20071834
20081845
20091829
20101798
20111788
20121803
20131783
20141801
20151785
20161798
20201896
20211881
20221904
20231885
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Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1820 auf 1777 um 43 Einwohner bzw. um 2,4 %. 1992 zählte der Markt 2029 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Der Markt Schneeberg ermittelte am 1. Januar 2023 unter den Einwohnern 1722 Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft (91,4 %), 1748 hatten in Schneeberg ihren Hauptwohnsitz.[12]

Politik

Sitzverteilung im Gemeinderat Schneeberg seit 2020
2
5
5
2 5 5 
Insgesamt 12 Sitze
  • SPD: 2
  • FW/Bürgerblock: 5
  • CSU: 5

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 aus zwölf Personen. Ihre Verteilung auf die Parteien und Gruppierungen zeigt das nebenstehende Diagramm.

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit März 2020 Kurt Repp (CSU). Er wurde mit 88,94 % gewählt.[13]

Von 1996 bis 2020 war Erich Kuhn (CSU) Erster Bürgermeister, dessen Vorgänger im Amt war Artur Trunk.

Wappen

Blasonierung:Gespalten von Rot und Silber; vorne eine silberne Lilie mit einer goldenen Krone anstelle des Bundes, hinten auf grünem Dreiberg ein grüner Nadelbaum.“[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Bis ins 19. Jahrhundert wurde in der Gemeinde Schneeberg Wein in Terrassenbauweise angebaut, erst erhebliche Ernteausfälle durch Frost in den Jahren 1794–1796 leiteten zusammen mit der Auflösung mehrerer umliegender Weinbauklöster sowie vermehrter Weinimporte aus Frankreich den Niedergang ein.[15]

Zudem wurde von etwa 1948 bis 1959 Tabakanbau hauptsächlich von Rindviehhaltern betrieben.

2017 gab es in der Gemeinde 324 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 776 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 452 Personen größer als die der Einpendler. 25 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 9 landwirtschaftliche Betriebe.

Verkehr

Durch Amorbach führt die Bundesstraße 47, die Nibelungenstraße, auf dem Weg von Michelstadt im Westen nach Walldürn im Osten.

Der Haltepunkt Schneeberg im Odenwald liegt an der Bahnstrecke Seckach–Miltenberg (KBS 784), auch Madonnenlandbahn genannt. In Seckach besteht Anschluss an die S-Bahn Rhein-Neckar, die in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert ist. Der Bahnhof gehört außerdem zum Übergangs-Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Der ÖPNV wird durch die Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain betrieben.

Radfernwege

Durch den Ort führen folgende Radwanderwege:

Wanderwege

Nahe dem Gemeindeteil Zittenfelden, direkt an der Zittenfeldener Quelle verläuft der Nibelungensteig, ein 130 Kilometer langer, mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifizierter Fernwanderweg. Ebenfalls führt die Westschleife des 794 km langen Fränkischen Marienwegs an der Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Schneeberg vorbei.

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 90 Plätzen und 86 Kindern

Persönlichkeiten

Literatur

Einzelnachweise

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