Schnellfahrstrecke Madrid–Levante

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Die Schnellfahrstrecke Madrid–Levante, spanisch Línea Levante, mit vollem Namen Schnellfahrstrecke Madrid – Castilla La Mancha–Valencianische Gemeinschaft–Region Murcia, spanisch Línea Madrid – Castilla La Mancha – Comunidad Valenciana – Región de Murcia,[4] ist eine spanische Eisenbahn-Schnellfahrstrecke, welche die Hauptstadt Madrid mit den östlich und südöstlich gelegenen Regionen Kastilien-La Mancha, Valencianische Gemeinschaft und Murcia verbindet. Die regelspurigen Schnellfahrstrecken von Madrid werden durch breitspurige Bahnstrecken ergänzt, die zum Teil zum Corredor Ferroviario Mediterráneo gezählt werden. Von den geplanten 955 Kilometer Regelspurstrecken sind 603 Kilometer gebaut. Die Kosten für das gesamte Projekt werden auf 12,410 Milliarden Euro veranschlagt (Stand Ende 2017).[4]

Schnellfahrstrecke Madrid–Levante
Zwei Einheiten der Reihe 730 unterwegs zwischen Cuenca und Madrid.
Zwei Einheiten der Reihe 730 unterwegs zwischen Cuenca und Madrid.
Streckenverlauf
Streckennummer:13[1]
Streckenlänge:gesamt inklusive Planung: 955 km
in Betrieb: 603 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:25 kV, 50 Hz ~
Maximale Neigung: 30 
Streckengeschwindigkeit:300 km/h
Zweigleisigkeit:(durchgehend auf den gebauten Strecken)
Bahnhof
0.0 Madrid Chamartín 724 msnm
Strecke (im Tunnel)
Tunnelstrecke von Madrid Chamartín (7310 m)
Kopfbahnhof StreckenanfangBahnhof (im Tunnel)
5.4 Madrid Puerta de Atocha 618 msnm
Abzweig geradeaus und von linksStrecke nach rechts (im Tunnel)
Abzweig geradeaus, nach links und von links
nach Barcelona
Blockstelle
19.7 PB Los Gavilanes 586 msnm
Blockstelle
29.8 PB Parla 623 msnm
Blockstelle
35.2 PB Torrejón de Velasco 605 msnm
Abzweig geradeaus, nach rechts und von rechts
35.3 Bif. Torrejón de Velasco, nach Sevilla 604 msnm
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
42.5 PAET Valdemoro 588 msnm
Blockstelle
52.2 PB Seseña 589 msnm
Brücke über Wasserlauf
Tajo (1052 m)
Tunnel
El Regajal (2437 m)
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
84.6 PAET Villarrubia de Santiago 752 msnm
Blockstelle
103.8 PB Santa Cruz de la Zarza 785 msnm
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
118.6 PAET Tarancón 774 msnm
Blockstelle
143.9 PB Campos del Paraíso 886 msnm
Brücke über Wasserlauf
Cigüela (1596 m)
Tunnel
Horcajada (3957 m)
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
164.8 PAET Horcajada 941 msnm
Bahnhof
151.5 Cuenca Fernando Zóbel 925 msnm
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
224.7 PAET Monteagudo de las Salinas 1052 msnm
Strecke von linksAbzweig geradeaus und nach rechts
248.1 Bif. Motilla del Palancar 918 msnm
Dienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofStrecke
262.4 PAET Pozorrubielos de la Mancha 814 msnm
BlockstelleStrecke
285.9 PB Tarazona de la Mancha 735 msnm
BlockstelleStrecke
307.9 PB La Gineta 680 msnm
BahnhofStrecke
321.7 Albacete los Llanos 680 msnm
StreckeDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
267.0 PAET Iniesta 848 msnm
StreckeBlockstelle
285.9 PB Minglanilla 795 msnm
StreckeBrücke über Wasserlauf
Contreras-Stausee (578 m)
StreckeBrücke über Wasserlauf
Isthmus (830 m)
StreckeBlockstelle
310.5 PB Caudete de las Fuentes 795 msnm
StreckeBrücke über Wasserlauf
Magro und Autovía A-3 (1158 m)
StreckeBahnhof
327.5 Requena-Utiel 730 msnm
StreckeDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
297.9 PAET Siete Aguas 650 msnm
StreckeTunnel
La Cabrera (7250 m)
Strecke
Autovía A3 und Rambla del Gallo (930 m)
StreckeBlockstelle
318.7 PB Chiva 297 msnm
StreckeTunnel
Überdeckung Torrent (2990 m)
StreckeStreckeStrecke von links (außer Betrieb)
Strecke nach Barcelona
StreckeStreckeBahnhof (Strecke außer Betrieb)
459.3 Castellón de la Plana 39 msnm
StreckeStreckeBahnhof (Strecke außer Betrieb)
419.2 Sagunt 42 msnm
StreckeStreckeAbzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
StreckeStreckeTunnelanfang (Strecke außer Betrieb)
Stadttunnel Valencia (9000 m)
StreckeStreckeBahnhof (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Valencia Central Tiefbahnhof
StreckeStreckeTunnelende (Strecke außer Betrieb)
StreckeStreckeKopfbahnhof Strecke bis hier außer Betrieb
397.8 Valencia Joaquín Sorolla 17 msnm
StreckeStreckeAbzweig geradeaus, ehemals nach links und ehemals von links
StreckeStreckeBrücke über Wasserlauf
Turia (571 m)
StreckeAbzweig ehemals geradeaus, nach links und ehemals von linksStrecke nach rechts
StreckeDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
PAET Alginet 23 msnm
StreckeBrücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Júcar
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und von links
nach Valencia
StreckeBahnhof
Játiva – Xàtiva 100 msnm
StreckeStrecke
Ausbauabschnitt für 220 km/h
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und nach links
nach Alicante, nach Madrid
ehemalige BlockstelleStrecke (außer Betrieb)
410 Bif. La Oliva
Abzweig geradeaus, ehemals nach links und ehemals von linksStrecke nach rechts (außer Betrieb)
Nudo de la Encina
ehemalige Blockstelle
418.6 Bif. Aguaverde
Blockstelle
425.3 PB Caudete
Bahnhof
435.5 Villena 489 msnm
Tunnel
Barrancadas (2890 m)
Brücke über Wasserlauf
Vinalopó (1481 m)
Blockstelle
461.4 Bif. Murcia
Abzweig geradeaus, nach links und von linksDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof querStrecke von rechts
464.6 PAET Monforte del Cid
BlockstelleStrecke
464.9 Bif. Vinalopó
StreckeKopfbahnhof Streckenende
485.9 Terminal de Alicante
Tunnel
472.3 Temerosa (488 m)
Blockstelle
Aspe
Tunnel
473.9 El Murón (1730 m)
Tunnel
478.0 El Carrús (371 m)
Tunnel
478.5 Elche (1288 m)
Bahnhof
482.2 Elche-Matola AV
Abzweig geradeaus und von links
487.7 Bif. Torrellano, von Alicante
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
493.6 PAET San Isidro-Albatera-Catral
Bahnhof
498.2 Callosa de Segura-Cox AV
Tunnel
Callosa de Segura (2020 m)
Bahnhof
507.6 Orihuela–Miguel Hernández, ab hier eingleisig
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
513.4 PAET Beniel AV
Abzweig geradeaus, nach links und von linksStrecke von rechts (außer Betrieb)
516.3 Bif. El Reguerón
TunnelanfangKopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
524.6 Cartagena Dreischienengleis 5 msnm
Bahnhof
529.8 Murcia del Carmen 46 msnm
Strecke nach links (außer Betrieb)
Strecke nach Almería

PAET Puesto de Adelantamiento y
Estacionamiento de Trenes (Überholgleis)
PB Puesto de banalización (Überleitstelle)
Bif Bifurcación (Abzweigstelle)

Quellen: [2][3]

Geschichte

Schon vor dem Bau der regelspurigen Schnellfahrstrecke wurden Teile der breitspurigen Strecke Madrid–Alcázar de San JuanAlbacete–La Encina–XàtivaValencia ausgebaut. Als erstes wurde 1997 der Streckenabschnitt La Encina–Xàtiva für 220 km/h hergerichtet, 2006 folgte der Streckenabschnitt Alcázar de San Juan–Albacete–La Encina für 200 km/h.[5]

Der Bau der regelspurigen Schnellfahrstrecke wurde am 17. September 1999 von der spanischen Regierung beschlossen.[6] Im Jahre 2010 konnten die Streckenabschnitte von Madrid nach Albacete und nach Valencia und im Jahre 2013 die Verlängerung von Albacete nach Alicante in Betrieb genommen werden.[4] Der nächste fertiggestellte Streckenabschnitt war das Dreischienengleis Valencia–Castéllon. 2022 ging der Abschnitt Monforte del Cid–Murcia vollständig in Betrieb.[3]

Streckenabschnitte

Madrid Chamartín–Torrejón de Velasco

Der Nullpunkt der Streckenkilometrierung befindet sich im Bahnhof Madrid Chamartín[7] im nördlichen Teil von Madrid. Dieser war bis zur Inbetriebnahme der dritten Röhre des Túnel de la risa am 1. Juli 2022 nach mehrjähriger und mehrfach verlängerter Verzögerung nicht mit der Schnellfahrstrecke Madrid–Levante verbunden.

Bis zu diesem Zeitpunkt verkehrten die Züge der Schnellfahrstrecke Madrid–Levante vom Bahnhof Madrid Atocha im Süden von Madrid. Die Züge benutzen bis zur Abzweigstelle Torrejón de Velasco die Schnellfahrstrecke nach Sevilla. Für die Züge, die vorher Madrid durchquerten, wurden umspurbare Triebzüge der Reihe 130 eingesetzt, die in den Bahnhöfen Madrid Atocha und Chamartín umgespurt wurden und einen der Breitspurtunnel durchfuhren. Für diese Züge wurde je ein Inselbahnsteig in beiden Bahnhöfen mit provisorischen Bahnsteigsperren und Gepäckkontrolleinrichtungen ausgerüstet.

Mit dem Regelspurtunnel wurden auch eine zusätzliche zweigleisige Strecke zwischen dem Bahnhof Madrid Atocha und der Abzweigstelle Torrejón de Velasco errichtet.[8] Die Baukosten für diesen Streckenabschnitt betragen 935 Millionen Euro.[9]

Madrid–Valencia/Albacete

Der erste 438 Kilometer lange Abschnitt der Schnellfahrstrecke Madrid–Levante wurde am 19. Dezember 2010 eröffnet. Er verbindet Valencia und Albacete mit dem Bahnhof Puerta de Atocha in Madrid. Die Strecke zweigt bei Torrejón de Velasco auf der südlichen Meseta von der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla ab und quert hernach das breite Tal des Rio Tajo bei Aranjuez parallel zur Autovía A-4. Dann steigt sie auf die Mesa de Ocaña auf und verläuft – grob – entlang der Oberkante der Südflanke des Tajo-Tals parallel zur Autovía A-40 bis etwa Tarancón, das dann südlich umfahren wird.

Cuenca wird südlich der Stadt passiert und im westlichen Hinterland des Rio Moscas in die Serranía de Cuenca auf über 1000 Höhenmeter aufgestiegen, die dann Richtung Oberlauf des Valdemembra und westlich dessen Verlauf zur Abzweigstelle Motilla del Palancar gelangt, wo sich die Strecke in zwei Äste teilt. Die eine Zweigstrecke führt über Requena-Utiel nach Valencia, die andere führt nach Albacete. Die Baukosten für diesen Streckenabschnitt betrugen 6 Milliarden Euro.[4]

Bahnhof Valencia Joaquín Sorolla

Motilla del Palancar – Valencia

Der Ast nach Valencia biegt nach der Trennung ostwärts parallel zur Autovía A-3 Richtung Querung des Rio Cabriel-Tals am Südzipfel des Stausees Embalse de Contreras ab, wobei hier die Region Manchuela conquense durchmessen wird. Mit Querung des Flusses erfolgt der Übertritt in die Provinz Valencia und auf die Ebene von Requena-Utiel, dessen Zentren Utiel und Requena südlich bzw. nördlich umfahren werden. Aus dem Tal des Rio Magro geht es dann entlang der Südseite der Sierra de las Cabrillas, kurz den Oberlauf des Rio Buñol und durchstößt dann die Sierra de la Cabrera Richtung Chiva. Von hier aus geht es geradlinig hinab zur Küste südlich der Rambla de Poyo und ihrer Oberläufe. Nach Überbrückung des Rio Turio ist Valencia mit seinem Bahnhof Valencia Joaquín Sorolla erreicht.

Motilla del Palancar – Albacete

Durch die Mancha de Montearagón geht es zunächst östlich des Rio Jucar bis kurz vor Alabacete, dann westlich davon in flachem Terrain bis zur Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Die Fahrzeit von Madrid nach Valencia verkürzte sich von knapp vier auf eineinhalb Stunden, auch die Fahrzeit zwischen der spanischen Hauptstadt und Albacete reduzierte sich auf rund 90 Minuten. Die Strecke ist für 350 km/h ausgelegt, wird aber zurzeit nur mit 300 km/h befahren.[10]

Der Abschnitt Motilla del Palancar–Valencia ist besonders reich an Kunstbauten. Besonders zu erwähnen ist die imposante Brücke über den Contreras-Stausee, deren Hauptbogen mit einer Spannweite von 261 Metern den Rekord der größten Spannweite für eine Betonbogenbrücke im europäischen Eisenbahnnetz trägt.[4] Kurz danach führt die Strecke über den 830 Meter langen und 90 Meter hohen Isthmus-Viadukt. Weiter ist der über 7 Kilometer lange Cabrera-Tunnel zu erwähnen. Er wurde mit einer Tunnelbohrmaschine aufgefahren, welche an einem Tag eine Vortriebsleistung von über 90 Metern erreichte und dadurch den Weltrekord für den schnellsten Vortrieb erzielte.[11]

Mit der Eröffnung des ersten Streckenabschnittes wurden direkte Züge Toledo–Cuenca–Albacete angeboten, die aber bereits am 1. Juli 2011 wieder eingestellt wurden, weil sie durchschnittlich nur von neun Reisenden pro Tag benutzt wurden. Die Verbindungskurve bei Valdemoro wird deshalb zurzeit planmäßig nicht befahren.[12]

Valencia Central und Stadttunnel Valencia

Seit dem Jahre 2003 wird der Tiefbahnhof Valencia Central geplant, der mit einem 9 km langen Tunnel an das Streckennetz angeschlossen wäre. Der Tunnel verkürzte die Strecke entlang des Mittelmeers wesentlich und machte den Umweg über Valencia Cabañal überflüssig. Einige Infrastrukturanpassungen an der Südzufahrt wurden bereits ausgeführt, das Projekt des Tiefbahnhofs wurde aber wegen der hohen Kosten immer wieder überarbeitet und zurückgestellt. 2017 wurden Mittel bewilligt, um das fünfte Projekt für den Tiefbahnhof auszuarbeiten. Die Kosten werden auf 538,7 Millionen Euro geschätzt.[13]

Albacete–Alicante

Bahnhof Villena AV
Bahnhof Terminal de Alicante

Als zweites Teilstück wurde am 18. Juni 2013 der 171,5 Kilometer lange Streckenabschnitt von Albacete nach Alicante eröffnet. Die Baukosten für diesen Streckenabschnitt betrugen 1,92 Milliarden Euro.[4]

Dieser Streckenabschnitt wurde unter Nutzung von bestehenden und schon vorher für 200 km/h ausgebauten Breitspurabschnitten gebaut. Es waren dies die Streckenbegradigungen bei Chinchilla, bei Villar de Chinchilla und bei Alpera.[14]

Die Strecke verlässt Albacete nach Osten in Richtung der Sierra de Chinchilla und erreicht nach deren Durchquerung die Hochebene von Almansa. Weiter verläuft sie in südöstlicher Richtung über die nördlichen Ausläufer der Sierra de la Oliva nach Caudete, wo bei La Encina ein Anschluss an die Bahnstrecke Valencia–Alicante besteht. Im westlichen Hinterland des Rio Vinalopo verläuft sie weiter nach Süden bis etwa Novelda, wo nicht nur die Abzweigung nach Murcia gebaut wird, sondern die Strecke auch nach Osten südlich der Sierra del Cid nach Alicante führt. Bevor die Strecke von Westen die Stadt erreicht, muss sie noch einige kleinere Gebirgszüge unterqueren.

Weiter befindet sich in diesem Streckenabschnitt der neue Bahnhof Villena, der 1481 m lange Viadukt über den Vinalopó – der längste der ganzen Strecke und der beinahe drei Kilometer lange Tunnel durch den Barrancadas. Bei Monforte del Cid wurde die Abzweigung nach Murcia vorbereitet. In Alicante wird die Strecke auf den letzten zwei Kilometern unterirdisch geführt und endet in einem neu errichteten Tiefbahnhof mit vier Normalspurgleisen und zwei Breitspurgleisen.[4]

Monforte del Cid–Murcia

Dieses dritte, 61,7 Kilometer, nach anderer Quelle[3] 65 Kilometer lange Teilstück zweigt bei Monforte del Cid (Nähe Novelda) von der Strecke nach Alicante ab. Es führt über Elche, das nach Unterfahren nördlich gelegener Serras erreicht wird, unter anderem entlang des Rio Segura nach Murcia. Die Regelspurstrecke ist ab Orihuela-Miguel Hernández eingleisig. Auf demselben Planum wird das Gleis der einspurigen, von Alicante herkommenden Breitspurstrecke geführt.[15] Lediglich im Bereich des Bahnhofs El Reguerón, wo die Strecke aus Cartagena anschließt, und in der Einfahrt des neuen Tiefbahnhofs von Murcia sind Dreischienengleise vorhanden. Die Inbetriebnahme erfolgte in zwei Abschnitten, Monforte–Beniel im Februar 2021 (übergangsweise mit Dreischienengleis weiter bis Murcia) und die 16 km von Beniel nach Murcia am 20. Dezember 2022. Letzterer beinhaltet auch zwei Brücken (La Basca, Länge 181 m; Tierra Roya, 137 m) sowie zwei Unterwerke (El Reguerón, Murcia). Insgesamt wurden 1492 Millionen Euro investiert, lediglich das endgültige, 4400 m² große Empfangsgebäude in Murcia fehlt noch.[3]

Im Januar 2023 werden auf der Regelspurstrecke in der Regel zwei direkte Zugpaare Madrid Chamartín–Murcia mit Halt in Orihuela und Elche, Fahrzeit 2 Stunden 45 Minuten, sowie zwei Zugpaare ab Madrid Puerta de Atocha mit den zusätzlichen Zwischenhalten in Alicante, Villena und Albacete und einer Fahrzeit von mindestens 3 Stunden 25 Minuten angeboten. Dazu kommen zwei Intercity-Zugpaare Murcia–Albacete sowie der Wochenend–Intercity von Àguilas nach Madrid. Zwischen Murcia und Alicante verkehren werktags acht Avant-Zugpaare, die teilweise zusätzlich in Beniel und Callosa de Segura–Cox halten (Fahrzeit über 50 Minuten, Baureihe 104).[16][17] Die ursprünglich auf der Breitspurstrecke Murcia–Alicante geplanten Schnellzüge aus dem Avant-Angebot mit Zwischenhalten in Elche und Orihuela und einer Fahrzeit von 25 Minuten und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h[18] werden nicht mehr erwähnt, hier verkehren lediglich vereinzelte Media distancia-Züge aus Richtung Valencia.[17]

Albacete–Almansa–La Encina

Die Breitspurstrecke Alcázar de San Juan–La Encina konnte nach Begradigungen ab 2006 mit 200 km/h befahren werden.[5] Beim Bau der Regelspurstrecke Albacete–Alicante wurde das begradigte Planum der Breitspurstrecke Albacete–La Encina benutzt und die Breitspurstrecke wieder auf das alte, nicht begradigte zurückverlegt. Sie ist deshalb seit 2013 zwischen Albacete und La Encina nur noch mit 160 km/h befahrbar.

La Encina–Xátiva

Der Streckenabschnitt La Encina–Xàtiva war der älteste für den Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgebaute. Sie wurde in Breitspur neu angelegt und ersetzte die mit engeren Bogenradien trassierte Altstrecke. Die Schnellfahrstrecke konnte ab 1997 mit 220 km/h befahren werden.[5]

In La Encina besteht kein Anschluss an die 2013 fertiggestellte normalspurige Schnellfahrstrecke zwischen Albacete und Alicante, sondern lediglich an die Altstrecken.

Bevor die Schnellfahrstrecke auf Regelspur umgebaut werden konnte, wurde zwischen La Encina und Xátiva zunächst eine überwiegend eingleisige Breitspurstrecke angelegt, die wieder zu großen Teilen das Planum der alten Strecke nutzt.[19] Nach der Eröffnung dieser Strecke am 9. September 2023 wurde damit begonnen, die für 220 km/h ausgelegte Breitspurstrecke auf Regelspur umzubauen und in La Encina in beide Richtungen an die regelspurige Schnellfahrstrecke anzuschließen.

Xátiva–Valencia

Auf dem 59 Kilometer langen Streckenabschnitt Xátiva–Silla wurde parallel zur bestehenden Breitspurstrecke eine zweigleisige Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut, die für 300 km/h ausgelegt ist. Die Gleise sind bereits verlegt, der Fahrleitungsbau sollte bis 2019 abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme sollte im Jahre 2020 stattfinden.[20] Zwischen Silla und Valencia wird die Schnellfahrstrecke weiter westlich und damit räumlich von der Altstrecke getrennt gebaut. Im Südwesten von Valencia fädelt sie in die regelspurige Schnellfahrstrecke von Madrid ein.

Valencia–Castellón de la Plana

Die breitspurige Strecke Valencia–Castellón war bereits 2004 durchgehend mit 200 km/h befahrbar. In den letzten Jahren wurden auf diesem Abschnitt in ein Gleis eine dritte Schiene für Regelspur eingebaut, die aber nur mit 160 km/h befahren werden kann. Im Jahr 2017 fanden die Probefahrten statt, die Eröffnung steht kurz bevor.[21] Ab 2019 sollte an einer neuen Streckenführung gebaut werden, die eine zweigleisige Regelspurstrecke für 300 km/h Höchstgeschwindigkeit aufnehmen soll.[22]

Murcia–Cartagena

Die bestehende Strecke nach Cartagena soll ab dem Abzweig El Reguerón elektrifiziert und mit einem Dreischienengleis versehen werden, damit zusätzlich regelspurige Züge verkehren können. Für den direkten Anschluss von Alicante und Madrid nach Cartagena ist eine ungefähr vier Kilometer lange Verbindungskurve (baipás de Beniel) zwischen der Hochgeschwindigkeitsstrecke und der bestehenden Breitspurstrecke Chinchilla–Cartagena geplant, damit die Züge nicht in Murcia Kopf machen müssen.[23] Hier sind Stand Januar 2023 die Baufirmen für die Verbindungskurve bereits beauftragt, ansonsten laufen die Vergabeverfahren.[3]

In Cartagena ist der Bau einer unterirdischen Einführung in die Stadt mit einem 760 m langen Tunnel unter der bestehenden Trasse geplant, die von den Regel- und Breitspurzügen genutzt werden soll. Während die Breitspurzüge über eine Rampe den bestehenden oberirdische Bahnhof erreichen, wird für die Hochgeschwindigkeitszüge ein neuer zweigleisiger Tunnelbahnhof mit 400 m langen Bahnsteigen geplant.[24]

Später ist der Bau einer regelspurigen Hochgeschwindigkeitsstrecke für 250 km/h vorgesehen. Sie soll mit einem zwei Kilometer langen Tunnel unter der Sierra de Altaona hindurchführen. Es wird mit Baukosten von 500 Millionen Euro gerechnet.[25][26]

Murcia–Almería

Von Murcia aus ist für geplante 3,3 Milliarden Euro eine Weiterführung der Regelspurstrecke bis ins 200 Kilometer entfernte Almería größtenteils im Bau, lediglich in den Stadtgebieten von Lorca und Almería liegt noch kein Baurecht vor. Die Inbetriebnahme ist 2026 geplant.[veraltet][3][27]

Streckenübersicht

Weitere Informationen Status, Strecke ...
Status Strecke Höchst­ge­schwin­dig­keit Länge In­be­trieb­nahme Spur­weite Strom­system Zug­be­ein­flussung Bau­kosten
Im Bau Madrid Chamartín
Torrejón de Velasco
300 km/h
Tunnel: 120 km/h
35 km Gleisanlagen Ende 2018 fertiggestellt[9] 1435 mm 25 kV, 50 Hz ETCS Level 2 935 Mio. Euro
In Betrieb Torrejón de Velasco
Motilla del Palancar
300 km/h 223,6 km 2010 1435 mm[10] 25 kV, 50 Hz ETCS Level 2[10] 6 Mrd. Euro
In Betrieb Motilla del Palancar–Valencia 300 km/h 139 km 2010 1435 mm[10] 25 kV, 50 Hz ETCS Level 2[10]
In Betrieb Motilla del Palancar–Albacete 300 km/h 62,8 km 2010 1435 mm[10] 25 kV, 50 Hz ETCS Level 2[10]
Geplant Bahnhof Valencia Central und Stadttunnel Valencia 9 km Kredit zur Überarbeitung des Vorprojektes gesprochen[28] 1435 mm 25 kV, 50 Hz 539 Mio. Euro
In Betrieb Albacete–Alicante 300 km/h 165 km 2013 1435 mm[10] 25 kV, 50 Hz ETCS 2[10] 1,9 Mrd. Euro
In Betrieb Albacete–Almansa–La Encina–Xátiva 220 km/h[29]
nur La Encina–Xátiva, übrige Strecke: 160 km/h
138,2 km 1997 1668 mm[29]
La Encina–Xátiva: Vorbereitungen für Umspurung auf 1435 mm im Bau
3 kV =[30] EBICAB[29]
Im Bau Xátiva–Silla 300 km/h[20] 59 km 2020
Gleisanlagen fertiggestellt, Elektrifizierung in Arbeit
1435 mm 25 kV, 50 Hz
Geplant Valencia–
Castellón de la Plana
350 km/h[22] 62 km Baubeginn 2019 1435 mm 25 kV, 50 Hz 1,2 Mrd. Euro
In Betrieb Monforte del Cid–Murcia 220 km/h[31] 61,7/65[3] km 12/2022 bis Beniel bereits 2/2021, ab dort provisorisch mit Dreischienengleis[3] 1435 mm 25 kV, 50 Hz ETCS 2[3] 1492 Mio. Euro[3]
Im Bau Murcia–Cartagena 45,3 km Baubeginn 2019 (Dreischienengleis)[32] 1435 mm / 1668 mm Dreischienengleis 25 kV, 50 Hz
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Einzelnachweise

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