Schradan

organische Phosphorverbindung, nicht mehr zugelassenes Pflanzenschutzmittel From Wikipedia, the free encyclopedia

Schradan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Organophosphate, die in der Vergangenheit als Insektizid eingesetzt wurde.[1]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Schradan
Allgemeines
Name Schradan
Andere Namen
  • N-[Bis(dimethylamino)phosphoryloxy(dimethylamino)phosphoryl]-N-methylmethanamin (IUPAC)
  • Octamethylpyrophosphoramid
  • Pestox III
Summenformel C8H24N4O3P2
Kurzbeschreibung

Tiefbraune, viskose Flüssigkeit (technisches Produkt)[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 152-16-9
EG-Nummer 205-801-0
ECHA-InfoCard 100.005.275
PubChem 9037
ChemSpider 8685
Wikidata Q11291864
Eigenschaften
Molare Masse 286,25 g·mol−1
Aggregatzustand

Flüssigkeit

Dichte

1,1343 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

17 °C[2]

Siedepunkt

120–125 °C (0,67 hPa)[2]

Dampfdruck

0,13 Pa (25 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300310
P: ?
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Darstellung

Die Darstellung von Schradan 3 kann durch Umsetzen von Dimethylamin 1 mit Phosphoroxychlorid 2 sowie anschließender wässriger Aufarbeitung erfolgen.[4]

Mögliche Syntheseroute von Schradan
Mögliche Syntheseroute von Schradan

Etymologie

Die Verbindung wurde zu Ehren von Gerhard Schrader benannt, welcher die Verbindung 1942 erstmals synthetisierte.[5][6]

Eigenschaften

Die Verbindung ist löslich in Wasser, an Luft stabil und wirkt erst ab Konzentrationen von über 0,1 M als Insektizid.

Während auf Säugetiere die Substanz hochtoxisch wirkt, entfaltet sie nur bei einigen Insektenarten eine toxische Wirkung. Um seine Wirkung zu entfalten, muss die Substanz jedoch zunächst metabolisiert werden. Dies geschieht bei Säugetieren in vitro durch Oxidasen in den Leber-Mikrosomen. Hiernach wirkt die Verbindung als irreversibler Hemmstoff der Acetylcholin-Esterase. Antagonisten des Schradans sind unter anderem Iproniazid und Isoniazid.[7]

Resistenzen

Resistenzen gegenüber Schradan konnten bei den Spinnmilben Panonychus citri und Tetranychus viennensis beobachtet werden.[1]

Einzelnachweise

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