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Schule für Kranke

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Eine Schule für Kranke oder Klinikschule ist eine Bildungseinrichtung für Kinder, die aufgrund einer längerfristigen stationären oder tagesklinischen Krankenhausbehandlung nicht in der Lage sind, eine Regelschule zu besuchen. Schulen für Kranke werden rechtlich meist zu den Sonderschulen gezählt, richten sich aber im Gegensatz zu diesen nicht speziell an behinderte Menschen. Sie sind meist organisatorisch Krankenhäusern oder Kinder- und Jugendpsychiatrien angegliedert, können aber auch unabhängig sein oder zu Hause stattfinden.[1]

Ziele

Durch Schulen für Kranke oder Klinikschulen (Bezeichnung z. B. in Nordrhein-Westfalen[2]) sollen die Chancen der Kinder und Jugendlichen zur Teilhabe, aber auch die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Erkrankten verbessert oder gesichert werden.[1] Dies ist besonders bei längeren Krankheiten ab sechs Wochen wichtig (festgelegte Dauer z. B. in Hessen[3]).

Damit die Erkrankten den Anschluss nicht verlieren und die Wiedereingliederung in die Regelschule nach überstandener Krankheit und Entlassung aus dem Krankenhaus leichter gelingen kann, orientiert sich die Schulart am Lehrplan der Regelschulen der jeweiligen Schularten. Der Unterricht ist dabei an die besonderen Bedürfnisse der Kinder angepasst und soll vor allem Normalität vermitteln.[1]

Die Sondersituation in Krankenhäusern erfordert die Zusammenarbeit und enge Kooperation zwischen Lehrkräften, medizinischem und therapeutischem Personal und Erziehungsberechtigten.[1]

Die Wiedereingliederung in die Stammschule (Herkunftsschule vor der Einweisung in die Klinik) oder eine neue Schule wird durch ein Übergangsmanagement vereinfacht.[1]

Es ist – je nach Schwere der Krankheit – sowohl Einzelunterricht am Krankenbett als auch Unterricht in kleinen oder größeren Lerngruppen möglich.[4]

Für die Organisation des Unterrichts in der Klinik ist die Schulaufsichtsbehörde zuständig. Entweder werden dafür Lehrkräfte dauerhaft zugewiesen oder benachbarte Schulen entsenden Lehrkräfte für bestimmte Stunden.[5]

Standorte

In allen 16 Bundesländern finden sich Standorte für Schulen für Kranke, wie z. B. 56 Orte in Baden-Württemberg, sieben in Berlin und 23 in Sachsen-Anhalt, wobei nicht von der Größe des Bundeslandes auf die vorhandene Schulzahl geschlossen werden kann (z. B. Bremen mit sieben Standorten, Hamburg mit einem Standort).[1]

Schulen für Kranke finden sich z. B. an allgemeine Kinderkliniken, in Universitätskliniken mit Intensiv-Medizin, in Akutkliniken, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, in der forensischen Psychiatrie, in Rehakliniken und in Zentren für Kinder- und Jugendrheumatologie.[6]

Literatur

Einzelnachweise

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