Schulzendorf (Wriezen)

Ortsteil von Wriezen im Land Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Schulzendorf ist ein Dorf und Ortsteil der Stadt Wriezen im Landkreis Märkisch-Oderland. Aktuell (Stand: 2019) leben dort 333 Einwohner.[2]

Schnelle Fakten Stadt Wriezen ...
Schulzendorf
Stadt Wriezen
Koordinaten: 52° 41′ N, 14° 6′ O
Höhe: 66 m ü. NN
Einwohner: 333 (25. Juli 2019)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1997
Postleitzahl: 16269
Vorwahl: 033456
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Geographische Lage

Der Ortsteil besteht aus den bewohnten Gemeindeteilen Schulzendorf und Marienberg. Er liegt vier Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Wriezen. Durch Schulzendorf führt die Landesstraße L33, die Wriezen und Strausberg verbindet.

Schulzendorfer (Wriezen) Dorfkirche.

Geschichte

Schloss Schulzendorf, bis 1837 im Besitz der v. Pfuels.

Der Ort wurde im Jahr 1375 erstmals urkundlich erwähnt, feierte jedoch im Jahre 2012 seine 675-Jahr-Feier, was auf eine Gründung im Jahr 1337 hindeutet.[3][2]

Mehrere Jahrhundert war im Ort ein landtagsfähiges Rittergut, der Besitzer, später Eigentümer (zumeist automatisch in Preußen ab 1717), war faktischer Deputierter und somit zur Wahl zum Landrat zugelassen, unabhängig ob vom Adel oder bürgerlicher Herkunft. Von 1450 bis 1837 war Schulzendorf im Besitz des Adelsgeschlechts derer von Pfuel, welche auch Schloss Schulzendorf errichten ließen.[4] Bereits 1817 ließen die Pfuhl das kleine nicht kreisfähige Gut Emilienhof ankaufen und bildeten so einen Verband mit Rittergut Schulzendorf. 1846 erwarb der 1866 zum Ökonomie-Rat[5] erhobene Wilhelm Ribbach das Anwesen. Ribbach[6] war als Schulzendorfer Gutsherr zudem Patron der Kirche in Bliesdorf und erhielt später den Roten Adlerorden 3. Klasse.[7] Zum Rittergut Schulzendorf gehörten insgesamt Flächen in Schulzendorf, Emilienhof und Marienberg. Danach führten die Ribbach’schen das Rittergut Schulzendorf mit 818 ha und Emilienhof mit 97 ha, Stand 1880.[8] Zu Gut Schulzendorf gehörte eine Brennerei und Ziegelei. Die Gutsherrnfamilie wohnte damals in Kerstenbruch. Vor 1914 kam Hauptmann a D. Georg Kreich in den Besitz von Rittergut Schulzendorf mit Vorwerk Marienberg, gesamt 818 ha, sowie dazugehörig gesondert die 97 ha des zum Rittergut erhobenen Emilienhofes.[9] Kreich wurde Amtsvorsteher, bekam den Roten Adler-Orden 4. Klasse[10] und war der einzige Ritterschaftsrat der Regionen Nieder-Barnim und Ober-Barnim, mit starkem Einfluss für die Kreditvergaben aller Landwirte.[11] Die Familie blieb in Schulzendorf mindestens bis 1930, unterstützt von Hauptmann a. D. und Regierungsassessor a. D. Wilhelm Kreich.[12]

Schulzendorf war zuletzt ein Provinzialgut, juristisch eine fiskalische Domäne, welches über das Kriegsende bis 1947 als solches von der Roten Armee, ff. Sowjetarmee, weitergeführt wurde und dann erst zur Aufsiedlung die Freigabe erhielt.[13]

Das aus dem Rittergut Möglin hervorgegangene Dorf Möglin gehörte bis 1949 zu Schulzendorf. Möglin blieb bis 1997 eine selbstständige Gemeinde, heute gehört es zu Reichenow-Möglin.

Ende 1997 verlor Schulzendorf seinen Status als selbstständige Gemeinde und ist seitdem ein Ortsteil von Wriezen.

Bahnhof Schulzendorf

Der Bahnhof Schulzendorf an der Wriezener Bahn wurde 1898 eröffnet.[14] Obwohl die Bahnstrecke weniger als einen Kilometer am Ort vorbeiläuft, wurde der Bahnhof drei Kilometer südwestlich des Ortes angelegt, um auch andere Dörfer der Umgebung zu erschließen.

Bahnhof Schulzendorf, 2009.

„Bahnhof Schulzendorf“ wurde auch als Bezeichnung für die Ortslage benutzt, die den Bahnhof und die wenigen umliegenden Gebäude umfasste. Heute gehört dieses Gebiet zum bewohnten Gemeindeteil Marienberg.

Da der Ortsname nicht eindeutig war, erhielt der Bahnhof den Namen „Schulzendorf (Kr. Oberbarnim)“. Mit der Auflösung des Kreises 1952 hieß der Bahnhof „Schulzendorf (Kr. Bad Freienwalde)“. Als auch dieser Kreis 1993 aufgelöst wurde, nannte man den Bahnhof „Schulzendorf (bei Wriezen)“.

Im Jahre 1998 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt und der Bahnhof geschlossen. Die Strecke wurde 1999 offiziell stillgelegt, blieb jedoch weiterhin befahrbar und wird seit 2003 von einem Verein in Sternebeck genutzt, der hier den Betrieb einer Museumseisenbahn plant. Im Jahre 2016 begann die Instandsetzung des Bahnhofs durch den Verein.[15]

Kultur

Seit 1952 gibt es das Tanz- und Blasorchester Schulzendorf (TBOS).[16]

Persönlichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Literatur

  • Schulzendorf, Dorf und Rittergut., In: Ernst Fidicin: Die Geschichte des Kreises Ober-Barnim und der in demselben belegenen Städte, Rittergüter, Dörfert etc. In: Die Territorien der Mark Brandenburg oder Geschichte der einzelnen Kreise als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karls IV. Teil-Band, Verlag J. Guttentag, Berlin 1858, S. 58 f.
  • Schulzendorf. Provinz Brandenburg. Regierungsbezirk Potsdam. Kreis Ober-Barnim., In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 13, Selbstverlag, Berlin 1871/1873, Blatt 733.
Commons: Schulzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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