Schuppach (Pfedelbach)

Weiher der Gemeinde Pfedelbach in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Schuppach ist ein Weiler in der baden-württembergischen Gemeinde Pfedelbach im Hohenlohekreis.

Geografie und Geologie

Schuppach liegt auf einer Höhe von etwa 340 m ü. NHN in einer Talweitung, wo der Schupbach in die Ohrn fließt. An der Kanzleibrückle in Schuppach liegt mit 478,70 m. ü. NHN der höchste Gemarkungspunkt in der Gemeinde Pfedelbach.[1] Die Umgebung ist geprägt durch den Keuper. Die Hänge bestehen aus Gipskeuper und Schilfsandstein, was die Landschaft besonders für den Weinbau (an sonnigen Lagen) und die Forstwirtschaft attraktiv machte.

Die Schleifsteinklinge unweit von Schuppach ist geologisch wertvoll, da dort die Schichten des Mittleren Keupers offen zutage treten.

Geschichte

Die Geschichte von Schuppach ist geprägt vom ständigen Wechsel der Zuständigkeiten in einem Grenzgebiet. Historisch lag Schuppach im Grenzgebiet zwischen der Grafschaft Hohenlohe und der Herrschaft der Limpurger Schenken (Mainhardter Wald). Dies führte oft zu rechtlichen Unklarheiten bei Jagd- und Forstrechten.

Historiker vermuten, dass die ehemalige Kapelle (St. Leonhard geweiht) ein wichtiger Rastpunkt für Pilger war, die das Tal durchquerten. Mit der Reformation in Hohenlohe verlor sie ihre Bedeutung und wurde schließlich abgetragen.

Neben der Landwirtschaft war früher die Wasserkraft entscheidend. Entlang der Ohrn gab es zahlreiche Mühlen die für die Versorgung der umliegenden Höfe mit Mehl und Sägearbeiten unerlässlich waren.

Verbindung zur Weißen Rose

Die Verbindung zu den Geschwistern Scholl und der Weißen Rose ist der wohl bedeutendste zeitgeschichtliche Aspekt. Hans Hirzel wurde in Schuppach geboren und war ein enger Freund von Sophie Scholl. Er beschaffte die Vervielfältigungsmaschine für die Flugblätter. Susanne Hirzel half beim Kuvertieren und Versenden der Schriften. Die Geschwister entstammten dem Pfarrhaus in Schuppach.

Umgemeindung 1973

Im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg 1973 gab es eine Besonderheit: Während der Hauptort Geiselhardt (zu dem Schuppach gehörte) sich der Gemeinde Mainhardt (Landkreis Schwäbisch Hall) anschloss, entschieden sich die Bewohner der kleineren Weiler im Tal, darunter Schuppach, aufgrund der geografischen und wirtschaftlichen Ausrichtung nach Pfedelbach (Hohenlohekreis) zu wechseln.[2] Dies erklärt, warum Schuppach heute eine „Exklave“ des Pfedelbacher Einfluss im oberen Tal darstellt.

Struktur und Sehenswertes

Schuppach ist vor allem ein Wohnplatz mit landwirtschaftlichem Einschlag.

Der Weiler hat seinen ländlichen Charakter weitgehend bewahrt. Die Architektur ist typisch hohenlohisch-fränkisch mit teils gut erhaltenen Fachwerkelementen.

Siehe auch

Commons: Schuppach (Untersteinbach (Pfedelbach)) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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