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Alsfeld-Schwabenrod

Stadtteil von Alsfeld From Wikipedia, the free encyclopedia

Schwabenrod ist ein Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort liegt nördlich vom Hauptort am Erlenbach, einem Nebenfluss der Berf. Westlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3145, östlich die Landesstraße 3156.

Schnelle Fakten Schwabenrod Stadt Alsfeld ...
Schwabenrod
Stadt Alsfeld
Koordinaten: 50° 47′ N,  15′ O
Höhe: 249 (246–276) m ü. NHN
Fläche: 3,88 km²[1]
Einwohner: 324 (31. Dez. 2021)[2]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36304
Vorwahl: 06631
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Ortsgeschichte

Evangelische Kirche in Schwabenrod

Mittelalter

Die Ersterwähnung von Schwabenrod erfolgte in einem Kopiar aus dem Jahr 1257: „Swabenrod“ im Bezug zum Kloster Immichenhain. Propst Heinrich von Immichenhain tauscht am 14. Dezember 1257 Äcker der Propstei, die oberhalb des Dorfes Schwabenrod liegen, gegen Äcker des Eckehard von Schwabenrod, die jenseits des Ufers gegenüber den Äckern der Propstei liegen. Diese Äcker benötigt der Propst, um dort einen Hof bauen. Außerdem tauscht der Propst mit Walter und Konrad, die in Schwabenrod wohnen, einen halben Acker der Kirche dieses Dorfes.[3] „... Eckehardo de Swabenrod ... universitas de Swabenrod ...[4] Eckehard ist dem Ortsadel zuzurechnen. Mit „universitas“ ist die gesamte Dorfgemeinschaft von Schwabenrod gemeint, die auch die Handlung bezeugt.

Graf Gottfried V. von Cigenhain bekundet am 6. Mai 1266 in Treysa, dass er die Seelgerätstiftung einiger Güter durch Johannes von Schwabenrod an das Kloster Immichenhain erlaubt habe. Die Güter liegen in Swabenrode.[5]

Vermutlich ein namensgleicher Eckehard von Schwabenrod verkauft dem Deutschen Haus in Marburg „... in villa Vockenrot sitos“ (im Dorf Vockenrod gelegen) Einkünfte am 6. Februar 1303.[6] 1305 heißt es in einer Urkunde: „... bona mea sita in Swabenrode ...“ (Meine Güter gelegen in Schwabenrod).[7] Ein Hof, „... curtem dictum Swobinraode“, genannt Schwabenrod, findet sich 1325.[8]

Wigand von Buchayn, Wappner, und seine Ehefrau Else bekannten am 27. Januar 1354, dass sie dem Propst, der Meisterin und dem Konvent des Klosters Immichenhain zwei Güter in Schwabenrod, worauf Eberhard Kyl und Henne Ysenborg sitzen, um 72 Schillinge großer Turnose verkauft hatten.[9]

Landgraf Wilhelm belehnte am 31. Januar 1490 Philipp von Urff, Sohn des verstorbenen Henne von Urff dem Alten mit den Lehen, die dieser vom verstorbenen Landgrafen Heinrich III. erhalten hatte. Dazu gehörten der halbe Zehnte zu Dietershausen und Sachsenhausen, außer dem Wasser zu Dietershausen, eine Behausung und Hofstatt im Schloss Treysa, die der verstorbene Rüdiger von Dietershausen zu Lehen trug, der halben Zehnte zu Schwabenrod, Holzburg, (Ober-) Berfa, der Zehnte zu Ihringshausen, die Wüstung Brück, Müs und andere Güter.[10]

Der Ortsname lässt sich als „Siedlung des Swabo“ erklären und nicht als Schwabensiedlung.[11]

Die Kleemühle wurde 1491 erbaut.

Neuzeit

Die Kirche errichtete man 1755 und den Brunnen auf dem Marktplatz 1837.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Schwabenrod:

„Schwabenrod (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt 34 St. von Alsfeld, hat 1 Kirche, 36 Häuser und 238 Einwohner, die alle evangelisch sind. – Der Ort gehörte im 15. Jahrhundert zum Kirchengebiet von Alsfeld.“[12]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwabenrod im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Alsfeld eingegliedert.[13] Für Schwabenrod, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.[14]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Schwabenrod angehört(e):[1][15][16]

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Schwabenrod durch das Amt Alsfeld. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Schwabenrod zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[23]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schwabenrod 318 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 60 Einwohner unter 18 Jahren, 114 zwischen 18 und 49, 75 zwischen 50 und 64 und 66 Einwohner waren älter.[24] Die Einwohner lebten in 126 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 42 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 78 Haushaltungen lebten keine Senioren.[24]

Einwohnerentwicklung

 1791:158 Einwohner[25]
 1800:156 Einwohner[26]
 1806:172 Einwohner, 32 Häuser[19]
 1829:238 Einwohner, 36 Häuser[12]
 1867:240 Einwohner, 80 Häuser[27]
Weitere Informationen Schwabenrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020 ...
Schwabenrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
 
158
1800
 
156
1806
 
172
1829
 
240
1834
 
217
1840
 
208
1846
 
221
1852
 
223
1858
 
222
1864
 
249
1871
 
232
1875
 
248
1885
 
267
1895
 
293
1905
 
295
1910
 
285
1925
 
275
1939
 
253
1946
 
360
1950
 
373
1956
 
305
1961
 
295
1967
 
277
1970
 
314
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2006
 
384
2011
 
318
2015
 
321
2020
 
330
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Alsfeld: 2006[28], 2015[29], 2020[30]; Zensus 2011[24]
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Konfessionsstatistik

 1829:238 evangelische Einwohner[12]
 1961:261 evangelische (= 88,47 %), 31 römisch-katholische (= 10,51 %) Einwohner[1]

Politik

Für Schwabenrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Schwabenrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[14] Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 68,57 %. Alle Kandidaten gehörten der „Freien Wählergemeinschaft Schwabenrod“ an.[31] Der Ortsbeirat wählte Sebastian Zinn zum Ortsvorsteher.[32]

Kulturdenkmäler

Vereine

Folgende Vereine sind in das kulturelle Ortsleben eingebunden:

  • Gesangverein,
  • Freiwillige Feuerwehr,
  • Jugendgruppe,
  • Gymnastikverein,
  • Sportverein,
  • Jugendfußballverein, und
  • VdK Schwabenrod-Heidelbach.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Literatur

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