Schwarze Seminolen
ethnische Gruppe
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Unter Schwarzen Seminolen (engl.: Black Seminoles) versteht man aus den Plantagen in Georgia und South Carolina nach Florida in die Stammesgebiete der Seminolen geflohene Sklaven afrikanischen Ursprungs und deren Nachfahren.


Geschichte
Die meisten entflohenen Sklaven sollen der Gullah-Sprachgruppe angehört haben.[1] Einige Schwarzafrikaner kauften die Seminolen auch von den Spaniern und Briten.[2]
Nach der Flucht zu den Indianern entwickelten sich ab dem späten 18. Jahrhundert eigenständige Siedlungen der schwarzen Seminolen mit einer Vasallen-ähnlichen Beziehung zu den Seminolen (Abgaben an die Dörfer der indianischen Seminolen und im Gegenzug Schutz durch die Indianer). Nach ihrer Ankunft erhielten sie Werkzeuge und Saatgut.[2] Ihre Gesellschaft war ähnlich der von den indianischen Seminolen aufgebaut.[2] Die Führung des losen Stammes war gemischt aus den schwarzen und den indianischen Seminolen.[1] Sie bauten vor allem Reis und anderes Getreide an und übernahmen die indianische Kleidung. Die Seminolen übernahmen den Reisanbau und die Musik der schwarzen Seminolen.[1] Nach einiger Zeit kam es auch zu Heiraten zwischen schwarzen und indianischen Seminolen und somit zu gemischten Dörfern.[3]
Die weißen Siedlern befürchteten, die Aufnahme der Schwarzen bei den Seminolen könne weitere Sklaven zur Flucht inspirieren. Die Aufnahme von Schwarzen durch die Seminolen nahm Andrew Jackson 1817 als Anlass für seinen Einmarsch in Florida. Im Zuge der zwei Seminolenkriege (1817 bis 1818 und 1835 bis 1842), wo die schwarzen Seminolen zusammen mit den Indianern kämpften, flohen einige schwarze Seminolen auf die Bahamas. Während des zweiten Seminolenkrieges kam es mit Hilfe der schwarzen Seminolen zu mehreren Aufständen der Sklaven auf den Plantagen in Florida, die sich den Seminolen anschlossen.[4]
Die meisten Schwarzen Seminolen wurden nach dem zweiten Seminolenkrieg zusammen mit den indianischen Seminolen in das Indianerterritorium, das heutige Oklahoma, deportiert (Pfad der Tränen). Dort wurden sie durch die weißen Siedler und die Aufsicht der Sklaverei betreibenden Creek zum Teil wieder versklavt.[1]
Heute leben Schwarze Seminolen überwiegend in Oklahoma, aber auch in Texas, auf den Bahamas und in Mexiko (bei Coahuila). Sprachen sind überwiegend Englisch und Spanisch, aber auch Afro-Seminolisches Kreol (Afro-Seminole Creole) und Muskogee.
„Schwarze Seminolen“ ist eine moderne Bezeichnung. Wie sich diese Menschen selbst nannten, ist nicht bekannt.[5] In Mexiko bezeichnen sie sich als Indios Mascogos, in Texas als Seminolen und in Oklahoma als Freedmen (engl. für Befreite Menschen).
Bekannt wurden auch die Seminole Negro Indian Scouts: Späher, welche von 1870 bis 1914 für die US-Armee arbeiteten.
Erinnerung
- Fort Mose Historic State Park in Florida ist ein National Historic Landmark an der Stelle der ersten freien schwarzen Gemeinde in den USA
- Vier schwarze Seminolen wurden mit der Medal of Honor ausgezeichnet.
- Ein großes Schild im Bill Baggs Cape Florida State Park bezeichnet die Stelle, von der in den frühen 1820ern hunderte ehemaliger Sklaven auf die Bahamas geflohen waren
- Red Bays, Andros, die Siedlung auf den Bahamas und Nacimiento, Mexiko sind international anerkannte Stätten des Network to Freedom Trail.