Schwarzes Kreuz Christliche Straffälligenhilfe
eingetragener Verein in Deutschland
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Schwarzes Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e.V. ist ein in Deutschland eingetragener Verein mit Sitz in Celle, der Strafgefangenen und ihren Angehörigen Unterstützung anbietet. Er unterstützt und begleitet sie bei der Suche nach neuen Lebenswegen und engagiert sich damit für Resozialisierung und Opferprävention.
| Schwarzes Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e. V. | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 1925 |
| Sitz | Celle |
| Zweck | Hilfe für Straffällige und ihre Angehörigen während und nach der Haft |
| Vorsitz | Sabrina Hölscher (2026) |
| Geschäftsführung | Daniel Gröger (2026) |
| Beschäftigte | 8 (2025)[1] |
| Mitglieder | 646 (2026)[2] |
| Website | www.naechstenliebe-befreit.de |
Geschichte
Johannes Muntau, der Strafvollzugspräsident am Oberlandesgericht Celle und von 1930 bis 1932 Mitglied des Reichstags war, gründete die „Christliche Gefangenenhilfe“ am 9. Januar 1925.[3] 1924 hatten „Laienhelfer“ Zutritt in die 112 Haftanstalten der Preußischen Provinz Hannover erhalten, um die Gefängnisseelsorger zu unterstützen. Das Anliegen der „Christlichen Gefangenenhilfe“ war es, solche Ehrenamtlichen zu finden, zu begleiten und zu unterstützen.[4]
Kurt Tucholsky veröffentlichte 1931 einen Artikel, in dem er generell Machtstrukturen und Machtmissbrauch in Strafanstalten jener Zeit kritisiert. In diesem Zusammenhang kritisiert er auch die Arbeit von Muntau und dem „Schwarzen Kreuz auf grünem Grunde“ (so der damalige Name) scharf und formuliert: „...zu den Personen, die diesen Strafvollzug immer noch bestimmen dürfen, ist zu sagen: Es ist eine Dreistigkeit und eine Unverfrorenheit, in Strafgefangenen Objekte zu religiösen Experimenten zu sehen.“[5]
Im April 1999 erhielt der Verein Schwarzes Kreuz seinen aktuellen Namen.[4] Er hat bundesweit rund 600 Mitglieder.[6] Der Verein ist dem Diakonischen Werk angeschlossen. Er ist Mitglied in den Diakonischen Werken in Niedersachsen und Sachsen und im Evangelischen Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe. Er beruft sich bei seiner Arbeit auf das Evangelium und betrachtet sie als Beitrag zur Resozialisierung und Opferprävention.
Arbeit
Die Arbeit in der Geschäftsstelle in Celle unter der Leitung der hauptamtlichen Geschäftsführung gliedert sich in zwei Bereiche: die Kernarbeit des Schwarzen Kreuzes und die Arbeit des Projekt Brückenbau.
Das Schwarze Kreuz stellt Briefkontakte zwischen Ehrenamtlichen des Vereins und inhaftierten Straftätern her.[7] Die meisten Strafgefangenen sind Männer, es gibt wesentlich weniger strafgefangene Frauen.[8] Mit den Briefkontakten bietet das Schwarze Kreuz den Gefangenen Sozialkontakte an, die von der Straftat unbelastet sind.[9]
Jedes Jahr werden zudem über das Schwarze Kreuz bundesweit Pakete zu Weihnachten für Strafgefangene verschickt.[10][11] Das Schwarze Kreuz gibt auch einen Kalender für Menschen in Haft heraus.[6]
Bundesweit sind Ehrenamtliche des Schwarzen Kreuzes in Arbeitskreisen organisiert.[6][7] Sie machen persönliche Besuche oder bieten verschiedene Veranstaltungen in den Haftanstalten an.[12]
Das Schwarze Kreuz bildet Ehrenamtliche für diese Arbeit aus und begleitet sie dabei.[7]
Das Projekt Brückenbau in Celle ist eine von 14 offiziellen Anlaufstellen für (ehemalige) Strafgefangene und ihre Angehörigen in Niedersachsen.[13]
Das Projekt Brückenbau unterstützt Inhaftierte vor und nach der Haftentlassung. Die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle in Celle bieten Beratung und Hilfe bei der Re-Integration in die Gesellschaft an (Wohnung, Arbeit, Eigenverantwortung).[13]
Zudem unterstützt das Projekt Brückenbau Menschen, die eine Geldstrafe zahlen müssen, bei der Geldverwaltung, um Ersatzfreiheitsstrafen zu verhindern.[13]
Auch im Projekt Brückenbau sind Ehrenamtliche des Vereins Schwarzes Kreuz e.V. engagiert.
Publikationen
- Aufgeschlossen: Infobrief über die aktuelle Arbeit im Schwarzen Kreuz, Erscheinungsweise vierteljährlich[14]
- Projekt Brückenbau aktuell: Infobrief über die aktuelle Arbeit im Projekt Brückenbau, Erscheinungsweise 3x jährlich[14]
- "Niemanden und nichts aufgeben", 1925–2015: 90 Jahre Schwarzes Kreuz - ein Rückblick, speziell zur Historie des Schwarzen Kreuzes[15]
- Schwarzes Kreuz aktuell: Berichte und Informationen aus der christlichen Straffälligenhilfe, ZDB-ID 2019056-6, (Diese Publikation ist 2006 eingestellt worden)
- Beispielhaft: Menschen im Schwarzen Kreuz, (Buch-Red: Irmtraud Meifert und Otfried Junk), Verlag Schwarzes Kreuz, 2013.