Schwefeltrioxid-Dimethylformamid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Schwefeltrioxid-Dimethylformamid ist ein Elektronen-Donor-Akzeptor-Komplex des Schwefeltrioxids mit Dimethylformamid.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Schwefeltrioxid-Dimethylformamid
Allgemeines
Name Schwefeltrioxid-Dimethylformamid
Summenformel C3H7NO4S
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 29584-42-7
PubChem 169056
Wikidata Q81994077
Eigenschaften
Molare Masse 153,16 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

155–158 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 260280303+361+353304+340+310305+351+338363[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Der Komplex kann durch Umsetzung von flüssigem oder gasförmigem Schwefeltrioxid mit überschüssigem Dimethylformamid hergestellt werden.[2]

Eigenschaften und Reaktionen

Schwefeltrioxid-Komplexe sind in der Handhabung einfacher als freies Schwefeltrioxid und sind deutlich mildere Reagenzien. Die Reaktivität hängt von der komplexierenden Komponente ab, je basischer diese ist, desto stabiler und desto weniger reaktiv ist im Allgemeinen der Komplex. Da Dimethylformamid eine schwache Base ist, ist der Komplex vergleichsweise reaktiv und nur als Lösung bei niedrigen Temperaturen stabil. Allerdings ist der Komplex in dem bei der Herstellung verwendeten Dimethylformamid löslich, sodass diese Lösung direkt zur Durchführung von Reaktionen verwendet werden kann. Es eignet sich zur Herstellung von Sulfamaten aus Aminen und von Schwefelsäureestern aus Alkoholen. Beispielsweise kann es SO3-Gruppen an den Hydroxy- und Aminogruppen von Chitosan einführen.[2] Schwefeltrioxid-Dimethylformamid kann verwendet werden, um Tyrosin-Einheiten in Peptiden zu sulfatieren. Der Komplex ermöglicht hierbei mildere Bedingungen als Schwefeltrioxid-Pyridin.[3] Auch eignet es sich zur Sulfatierung von Aminosäuren wie Serin oder Threonin, bevor diese in der Synthese von Peptiden und Proteinen eingesetzt werden.[4]

Einzelnachweise

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