Schweizer Bobbahn (Europa-Park)

Stahlachterbahn vom Typ Bobbahn im Europa-Park Rust From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schweizer Bobbahn im Europa-Park in Rust ist eine Stahlachterbahn vom Typ Bobbahn des Herstellers Mack Rides. Sie befindet sich im Schweizer Themenbereich des Parks. Die Achterbahn wurde 1985 eröffnet und war der Prototyp dieser Bauart des Herstellers. Damit war sie die erste stählerne Bob-Achterbahn mit mehrgliedrigen Zügen und ist aktuell die älteste Bobbahn der Welt.[1]

Erster Teil der Fahrt
Schnelle Fakten Daten ...
Schweizer Bobbahn
Schweizer Bobbahn
Daten
Standort Europa-Park
(Rust, Deutschland)
Typ StahlBob
Modell Bobbahn
Antriebsart Kettenlifthill
Hersteller Mack Rides
Eröffnung 1985
Länge 487 m
Höhe 19 m
max. Gefälle max. 35°
max. Querneigung 70°
max. Geschwindigkeit 50 km/h
max. Beschleunigung 3g
Fahrtzeit 1:45 min
Kapazität 1100 Personen pro Stunde
Züge 5 Züge, 6 Wagen/Zug, 2 Sitzreihen/Wagen, 1 Sitzplatz/Sitzreihe
Inversionen 0
Themenbereich Schweiz
Thematisierung Bobsport
Schließen

Anders als andere Achterbahnen fahren Bobbahnen weitgehend nicht schienengebunden, sondern in einer Rinne, welche hier als Eiskanal thematisiert ist. Das Fahrgefühl ist deshalb auch ein anderes, die Züge schwingen je nach Beladung mehr oder weniger in den Kurven zur Seite aus, was ein deutliches Schlingern erzeugt. Durch die Länge und Vielgliedrigkeit des Zuges wird dies aber weniger wahrgenommen als bei ähnlichen Anlagen anderer Hersteller, die eingliedrige Wagen benutzen. In den Bremsen, auf dem Lifthill und in der Station wird der Zug auf Schienen geführt. Zur Einfädelung sind vor diesen Streckenabschnitten besondere Elemente platziert.

Als Antrieb wird ein Kettenlift benutzt, der die Züge auf den 19 Meter hohen Lifthill befördert. Um die Kapazität von maximal 1100 Personen pro Stunde zu erreichen, können, gesichert durch ein Blocksystem mit Blockbremsen, immer mehrere Züge gleichzeitig die Strecke befahren. Als Bremsen werden klassische Backenbremsen eingesetzt.

Geschichte

Einige wenige Bob-Achterbahnen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Holzrinnen gefertigt (siehe: Flying Turns).[2] 1982 wurde mit dem Space Coaster in den USA kurzzeitig eine Bob-Achterbahn aus Stahl mit einzelnen Wagen betrieben. Die Hersteller Intamin und Mack Rides entwickelten ebenfalls in den 1980ern ihre eigenen Versionen der Stahl-Bobbahn. Intamin benutzte hier eingliedrige Wagen in einer Rinne aus Stahlblech, Mack Rides konzipierte mehrgliedrige Züge – wie sonst bei den meisten Achterbahnen üblich – in einer aus einzelnen Stahlrohren gefertigten Rinne. Nachdem der Europa-Park die Eröffnung der Schweizer Bobbahn zuerst für 1984 plante, führten Probleme während der Testphase zu Verzögerungen.[3] Die Schweizer Bobbahn eröffnete schlussendlich zum Saisonstart 1985,[4] nachdem Intamin erfolgreich im Vorjahr drei Bobbahnen in den USA und im selben Jahr die Bobbaan im niederländischen Efteling fertig stellte.[5] Der Europapark bewarb die Schweizer Bobbahn in diesem Zusammenhang zum Teil dennoch als „Weltneuheit“.

Bei der Eröffnung der Achterbahn besaß diese eine deutlich spärlichere Thematisierung – bis auf das Stations- und Bremsgebäude standen keine weiteren Gebäude um die Bahn herum. Seit 1993 fährt die Bahn um und über einen Nachbau des Schweizer Bergdorfs Chandolin. Dazu wurde die zweite Helix der Bahn dichter an die erste heran versetzt und ein deutlich verlängerter Bremsweg mit einer langsameren Rechtskurve gebaut. Auch der First Drop der Bahn musste etwas flacher neu gebaut werden.

Seit der Schließung der Achterbahn La Vibora, welche 1984 unter dem Namen Sarajevo Bobsleds eröffnete, ist die Schweizer Bobbahn sowohl die älteste, als auch die am längsten betriebene Bobbahn der Welt.[1]

Züge

Die Schweizer Bobbahn besitzt fünf Züge mit jeweils sechs Wagen. In jedem Wagen können zwei Personen hintereinander (zwei Reihen à einer Person) Platz nehmen. Die Wagen sind wie Bobschlitten aus dem Bobsport gestaltet, wobei jeder Zug eine andere Farbe hat und Flaggen einer anderen Nation trägt.

Folgende Züge existieren:

  • „Schweiz 1“ (rot-silber)
  • „Schweiz 2“ (rot-weiß)
  • „Deutschland“ (grün-silber)
  • „Italia“ (silber-gold)
  • „France“ (blau-silber)

Die Züge können im letzten Bremsgebäude in einem drehbaren Gleis geparkt werden, welches sich auf recht ungewöhnliche Art um die eigene Achse kippen kann – solange die Züge am Gleis befestigt sind. Seit 1993 besteht auch ein Wechselgleis im erweiterten Bremsbereich.

Einzelnachweise

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