Schweizerische Energiestiftung

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Die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) (französisch Fondation Suisse de l’Energie, italienisch Fondazione Svizzera dell’Energia) mit Sitz in Zürich wurde 1976 gegründet. Als Stiftung finanziert sie «sich fast ausschliesslich mit privaten Spendengeldern» und ist von Bund und Kantonen als gemeinnützige Organisation anerkannt. Nach eigenem Bekunden versteht sich die SES als «energiepolitische Fachorganisation», die sich «für eine intelligente, umwelt- und menschengerechte Energieversorgung» einsetzt.[1] Die SES betätigt sich nicht als Vergabestiftung und unterstützt keine Projekte von Dritten.

Zweck und Organisation

«Zweck der Stiftung ist die Förderung einer menschen- und naturgerechten Energiepolitik, welche ausgerichtet ist auf die sparsame Verwendung von Energie, die Nutzung regenerierbarer Energiequellen und eine dezentrale Energieversorgung. Die Stiftung ist finanzielle Trägerin einer Geschäftsstelle, welche informiert, berät und forscht.»[2]

Im Jahr 2024 haben etwa 10'000 Personen die SES mit Spenden, als Fördermitglied oder sonst wie unterstützt; etwa 15'000 sind der Organisation auf den sozialen Medien gefolgt.[3] Die Geschäftsstelle befindet sich in Zürich. Nebst dem Geschäftsleiter Nils Epprecht sind bei der SES rund zwanzig Personen mit unterschiedlichen Pensen angestellt. Die Mitgliederzeitschrift Energie & Umwelt erscheint viermal jährlich. Sie ist ebenso wie der Vorgängertitel SES Notizen in digitalisierter Form auf der Plattform E-Periodica zugänglich.[4]

Geschichte

Die Schweizerische Energie-Stiftung wurde am 27. Oktober 1976 in Zürich gegründet.[5] Bei der Gründung waren 23 Stifterinnen und Stifter anwesend, darunter Nationalrätin Monique Bauer-Lagier, Pierre Fornallaz, Werner Geissberger, Theo Ginsburg, Nationalrat Franz Jaeger, Ursula Koch und Elmar Ledergerber.[6] Erster Präsident der Stiftung war Franz Jaeger.[7] Am 10. Januar 1977 wurde die SES im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen.[2] Gründungsanwalt war der Umweltrechtspionier Heribert Rausch.[8]

Präsidium des Stiftungsrates

Weitere Informationen Amtszeit, Präsidium ...
AmtszeitPräsidium
1976–1986Franz Jaeger
1986–1987Werner Geissberger
1987–1993Conrad U. Brunner
1993–2000Rosmarie Bär
2000–2004Eva Kuhn
2004–2016Geri Müller
2016–2021Beat Jans
2021–Nadine Masshardt
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Geschäftsleitung

Weitere Informationen Amtszeit, Geschäftsleitung ...
AmtszeitGeschäftsleitung
1976–1986Peter Gysling
1986–1990Thomas Flüeler
1991–1994Karl Wellinger
1994 ad interimInge Tschernitschegg
1994–1996Kurt Marty (Marti)
1996–2004Armin Braunwalder
2004–2017Jürg Buri
2017–2018Rita Haudenschild
2018–Nils Epprecht
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Aktivitäten (Auswahl)

Zu den Hauptanliegen der Stiftung gehören der Klimaschutz, die Verbesserung der Energieeffizienz sowie die Förderung erneuerbarer Energien.[9][10][11] Die SES positioniert sich klar gegen die zivile Nutzung der Kernenergie: Sie «befürwortet den raschen Atomausstieg der Schweiz und setzt sich für eine echte Energiewende ein» und widerspricht der These «einer globalen AKW-Renaissance».[12]

Von 1977 bis 1993 war Ursula Koch Vizepräsidentin und zeitweise Geschäftsleiterin der SES. In dieser Eigenschaft war sie auch Präsidentin des Initiativkomitees «Für eine Zukunft ohne weitere Atomkraftwerke» und «Für eine sichere, sparsame und umweltgerechte Energieversorgung». Beide Initiativen wurden am 23. September 1984 mit knapper Mehrheit vom Volk und mit deutlicher Mehrheit von den Ständen abgelehnt.[13] 1988 lancierte die SES gemeinsam mit dem WWF Schweiz das «Energiestadt-Label», ein Projekt mit internationaler Ausstrahlung.[14]

Die Schweizerische Energiestiftung setzte im Frühjahr 2024 über die Hälfte ihrer Reserven für die Ja-Kampagne für den Mantelerlass am 9. Juni 2024 ein und war damit deren grösster Geldgeber. Mit dem Erlass gelinge der Ausstieg aus den «klimaschädlichen fossilen Energiequellen und dem Atomstrom», und genau das sei der Stiftungszweck, sagte der Geschäftsführer.[15]

Gutachten des deutschen Öko-Instituts 2019

Im Zuge der Thematik um Einschlüsse in Reaktordruckbehältern (RDB), welche in den belgischen Reaktoren auftraten, wurden auch in der Schweiz die Reaktordruckbehälter geprüft. Die SES beauftragte daraufhin das deutsche Öko-Institut mit einem Gutachten zu dem von der Axpo erstellten Sicherheitsnachweis für den Reaktordruckbehälter Beznau I.[16] Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hat dieses Gutachten analysiert und Stellung genommen. Darin heisst es:

«Darüber hinaus enthält die Stellungnahme des Öko-Instituts gravierende fachliche Fehler, welche die Fachkunde des Öko-Instituts zur Beurteilung des vorliegenden Sicherheitsnachweises grundlegend in Frage stellen.»[17]
«Aufgrund der genannten, schwerwiegenden Mängel kommt das ENSI zum Schluss, dass die Stellungnahme des Öko-Instituts (Mohr & Küppers 2019) in keiner Weise geeignet ist, die Beurteilung des ENSI im Hinblick auf die Sicherheit des RDB des Kernkraftwerks Beznau 1 in Frage zu stellen.»[17]

Archive

Anfang Februar 2012 haben die SES und das Schweizerische Sozialarchiv (SSA) eine Archivvereinbarung unterzeichnet.[18] Die bisher dem SSA übergebenen Archivalien aus den Jahren 1964–2009 haben einen Umfang von 5,8 m.[19]

Literatur (Auswahl)

  • k (= Karl Aeschbach): Für eine umweltfreundliche Energiepolitik. In: SMUV-Zeitung. 75. Jg., Nr. 45, 10. November 1976, S. 4 (Digitalisat in e-npa.ch).
  • Fabian Lüscher (Red.): Energiepolitik von unten. 1976–2025. 50 Jahre Schweizerische Energie-Stiftung. Schweizerische Energie-Stiftung, Zürich 2026 (online).
  • rp/fb (= Reto Planta / Florian Brunner): 40 Jahre Schweizerische Energie-Stiftung SES. Der Anfang vom (Atom-)Ende. In: Energie & Umwelt. Nr. 2, 2016, S. 16 f. (Digitalisat in E-Periodica).
  • se (= Sammy Etter): Schweizerische Energie-Stiftung gegründet. In: Der Bund. 5. November 1976 (Digitalisat in e-npa.ch).
  • Matthias Zimmermann: Als die SES erstmals Zähne zeigte. Rückblick auf 20 Jahre SES. In: Energie & Umwelt. Nr. 1 (März), 1996, S. 18–20 (Digitalisat in E-Periodica).

Einzelnachweise

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