Schwerzelfurt

Wüstung in der Gemarkung von Adelshausen, einem Stadtteil von Melsungen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Karte: Hessen
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Schwerzelfurt

Schwerzelfurt ist eine Wüstung in der Gemarkung von Adelshausen, einem Stadtteil von Melsungen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.[1][2]

Lage

Die Wüstung liegt etwa 1,2 km südwestlich von Adelshausen auf 182 m Höhe über NHN unweit südlich der Pfieffe und südöstlich von deren Einmündung in die Fulda. Heute befinden sich dort ausgedehnte industrielle Fertigungsanlagen der Firma B. Braun Melsungen, Werk „Pfieffewiesen“. Die Bundesstraße 83 (Nürnberger Straße) verläuft unmittelbar westlich vorbei.

Geschichte

Die Vergangenheit des Orts liegt etwas verschwommen im Dunkel der Geschichte. Im Jahre 1194 wird ein kleines Dorf (villula) „Suercelevorde“ in einer Urkunde des Klosters Hardehausen erstmals urkundlich erwähnt. Eine bereits zuvor, wohl frühestens 1057, entstandene Beschreibung der Grenzen des damaligen Kirchspiels Grebenau nennt „Suuerzeluurde“ als südlichen Grenzpunkt; allerdings lag der Ort, Besitz des Fritzlarer Petri-Stifts, zu dieser Zeit bereits wüst. Die Zisterzienser von Hardehausen wollten die Gegend wieder urbar machen, pachteten[3] 1194 das Land und errichteten etwas südlich der Pfieffe, an der Kreuzung der beiden alten Handelsstraßen „durch die Langen Hessen“[4] und „Nürnberger Landstraße[5], den als praediolum[6] bezeichneten Hof Schwerzelfurt, wo die alte Straße auf einer Furt die Pfieffe durchquerte, und eine kleine Kapelle, die 1288 erstmals erwähnt und 1386 neu geweiht wurde. 1204 vergrößerte Hardehausen diesen Besitz, als Abt Nikolaus des Klosters Spieskappel den Hardehäuser Mönchen ein vogtfreies kleines Gut in Schwerzelfurt mit allen Nutzungen und allem Zubehör verkaufte.

Im Jahre 1294 verkaufte Hardehausen das zu weit entfernte Gut für 220 Mark Silber an das 1235 gegründete Zisterzienserinnen-Kloster Haydau im nahen Altmorschen, das ihn von Pächtern bewirtschaften ließ.

Nach der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen 1526 wurde auch das Kloster Haydau 1527 säkularisiert und Schwerzelfurt, nunmehr landgräflicher Besitz, wurde meist an den Wirt der unmittelbar westlich benachbarten, 1482 und 1503 erstmals urkundlich erwähnten Herberge Fahre verpachtet. Schwerzelfurt und Fahre, als ehemals Haydauer Klostergut ebenfalls landgräflich geworden, erlitten 1623 schwere Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg, wurden jedoch wieder hergestellt. Im Jahre 1776 wurde Schwerzelfurt endgültig dem landgräflichen Vorwerk Fahre zugeschlagen. Um 1800 wurden die noch vorhandenen Gebäude der beiden Höfe in Schwerzelfurt abgebrochen.

Fußnoten

Literatur

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