Schwicker (Adelsgeschlecht)
Adelsgeschlecht
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Schwicker (auch Swicker, Swikker o. ä.) ist der Name eines westfälischen Uradelsgeschlechts.


Geschichte
Das Geschlecht hatte seinen Stammsitz auf Haus Schwickering zwischen Rorup und Coesfeld-Lette im Münsterland.[1] Erstmals erscheint die Familie 1399 mit Hermann de Swicker und Johann de Swicker genannt Museprester in einer Urkunde, in der Hermann de Rijve, Freigraf des Junkers von Tecklenburg, eine Vielzahl münsterländischer Adeliger wieder in ihre Rechte einsetzte, nachdem sie zuvor vor dem Freistuhl verklagt und „entbothen“ worden waren.[2] Johan de Swicker genannt de Musepriester, seine Frau Aleke und beider Kinder Ludeke, Johan und Rolof traten 1411 als Bürgen auf. Als Sicherheit setzen sie ihre Güter Syverdynck im Kirchspiel Dülmen, Bauerschaft Lenste, Thesynck im Kirchspiel Rorup und Stedebrynck im Kirchspiel Darup, beide Bauerschaft Krumbecke sowie allen Besitz in und um Coesfeld zum Pfand. Als Zeugen traten Sohn Johann de Swicker, Kirchenherr zu Rorup, und Herman Musepriester, Kanoniker zu Varlar, Bruder des Ausstellers. 1427 erscheint Hermann de Swicker, Gograf zu Darup-Hastehausen.[3] 1435 schlossen die Brüder Ludeke de Swycker, nebst Ehefrau Stine und Kinder Wessel und Aelke, und Roloff de Swycker, nebst Ehefrau Engele und Kinder Johann, Santder, Bernd und Elseke, eine Vereinbarung über die Aufteilung des Nachlasses ihres verstorbenen Vaters Hermann de Swycker. In der Vereinbarung werden auch ihr gemeinsamer geistlicher Bruder Johann de Swycker erwähnt. 1482 kauften Bernd Swicker und Erben eine erbliche Kornrente, die Johann Swicker genannt Museprester, seine Frau Alke von Merveldt, ihr Sohn Roleff Swicker mit Ehefrau Engele Wulfes und Kinder aus dem Erbe Holthusen im Kirchspiel St. Jakob zu Coesfeld einst verkauft hatten, ferner eine Kornrente, die Roleff de Swicker, Ludeke Swicker, ihre Frauen und Kinder aus den Gütern Horstinck und Wesselinck im Kirchspiel Darup verkauft hatten. Bernde de Swicker und seine Ehefrau Lotmote kauften 1496 einen monatlichen Wagen- oder Pflugdienst. 1546, 1550 und noch 1565 erscheinen der mit Margarete verheiratete Hinrick Swicker, Sohn von Bernd Swicker (erscheint 1550 als †), seine Schwester Lythmoed Swicker und deren Ehemann Warmelt van Heede.[4]
Ende des 15. bis Ende des 16. Jahrhunderts stellte die Familie in Coesfeld mehrere Bürgermeister:[5]
- Bernd de Swicker, Coesfelder Bürgermeister 1499–1501
- Bernd de Swicker, Coesfelder Bürgermeister 1541, 1544, 1547
- Rolef de Swicker, Coesfelder Bürgermeister 1556, 1565
- Hinrik de Swicker, Coesfelder Bürgermeister 1558–1574, 1583–1586
1594 verpflichtete sich Caspar de Swicker einen erhaltenen Kredit aus seinen Gütern Brunterinck und Hölkeringk im Kirchspiel Lamberti, Bauerschaft Stockum, und seiner Hofstätte zu Coesfeld an dem Münstertor zu verzinsen. Ein Jahr später überließen Margarethe Swickers und ihr Ehemann Christian von der Wyck zu Borkerinckhau ihrem Bruder bzw. Schwager Johann Schwicker alle Güter im Stift Münster, die ihnen bei der Erbauseinandersetzung mit den Geschwistern zugefallen waren. 1596 wurde Johann de Schwicker, ältester Sohn des verstorbenen Henrich Schwicker, mit dem Zehnten zu Brommelhusen belehnt. Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhunderts werden folgende Geschwister erwähnt:[6]
- Lidtmate de Swicker ⚭ Hermann van Hoevell zum Ottenstein
- Caspar de Swicker ⚭ Margarete Bischopinck
- Anna de Swicker ⚭ Diederich von Tegelen zu Bungart
- Johann de Swicker
Ab den 1640er Jahren und noch 1658 war Diederick de Schwicker fürstbischöflicher Stadtrichter in Coesfeld, ebenso wie Christoph Rütger de Schwicker 1685–1719. Erstgenannter Dietrich Schwicker war bereits verstorben, als seine Witwe, Maria geb. Voß, und ihre Tochter Anna Apollonia Schwicker, Ehefrau des Hauptmanns Matthias, sich 1675 Geld liehen.[7] 1705 war ein Schwicker Schmiedegildemeister, dessen namentlich nicht genannter Bruder ein Ratsherr.[8]
Wappen
Blasonierung: In Gold zwei voneinander abgekehrte schwarze Sicheln. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken ein goldener Flug, jeder Flügel mit einer Sichel belegt.[1]
Literatur
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 117 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 293 (hhu.de).