Scott-Test

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Der Scott-Test ist ein kolorimetrischer Schnelltest auf Kokain.

Eigenschaften

Der Scott-Test wurde 1973 von L. J. Scott veröffentlicht.[1] Er basiert auf drei Arbeitsschritten,[2] die als positives Ergebnis einen blauen Farbumschlag ergeben.[3] Da der Scott-Test auf viele Stoffe positiv reagiert, wird er als Vortest außerhalb von Laboren verwendet, wenn Kokain vermutet wurde. Der erste Arbeitsschritt verwendet eine 2%ige Lösung von Kobaltthiocyanat in Glycerin oder 1 % Kobaltthiocyanat in einer 1:1 Mischung von Glycerin und 10%iger Essigsäure, die mit der Probe vermischt wird.[4][5] Dabei bildet sich in Anwesenheit von Kokain ein blauer Niederschlag aus einem unlöslichen Kobalt(II)-Kokain-Komplex.[4] Im zweiten Schritt wird konzentrierte Salzsäure hinzugegeben, wodurch der Niederschlag und der Komplex sich auflösen und eine rosa Lösung entsteht.[4][5] Im dritten Schritt wird Chloroform hinzugefügt, woraufhin eine Phasentrennung einsetzt mit einer Blaufärbung der organischen Chloroformphase bei Vorhandensein von Kokain.[4][5] Bei einem positiven Testergebnis wird zum Ausschluss von falsch positiven Ergebnissen ein Kokain-Labortest zur Bestätigung durchgeführt.

Der Scott-Test ist aufgrund einiger Störsubstanzen fehleranfällig.[6] Der Scott-Test reagiert neben Kokain auf die Droge Cathinon falsch positiv, weshalb oft zusätzlich der Schnelltest auf Cathinon nach Chen und Kao verwendet wird.[2] Ebenso erzeugt die Droge Phencyclidin (PCP) ein positives Testergebnis.[7] Der Scott-Test reagiert auch positiv auf andere Drogen in höheren Mengen wie Ketamin-Hydrochlorid, Dibucain und Heroin oberhalb von 1 mg sowie Lidocain und Diltiazem oberhalb von 5 mg.[4] Zu hohe Mengen (> 1 mg) an Kokain erzeugen ein falsch negatives Ergebnis.[4] Die Streckmittel Milchpulver, Stärke und Hefepulver bilden eine lilafarbene Emulsion aus, die ein positives Ergebnis maskieren kann und zu falsch negativen Ergebnissen führt.[4]

Alternativ werden als Schnelltests eine Variante des Scott-Tests,[8] der CUPRA-Test und eine Variante des BCA-Tests verwendet.[9] Im Gegensatz zum Young-Test kann der Scott-Test Fentanyl von Kokain unterscheiden.[10] Die Voltammetrie wird zur Bestimmung von Kokain untersucht.[11]

Einzelnachweise

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