Scott Brady
US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler
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Scott Brady (eigentlich Gerard Kenneth Tierney, * 13. September 1924 in Brooklyn, New York City; † 16. April 1985 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler.
Leben
Brady wurde in Brooklyn, New York City, geboren. Sein älterer Bruder Lawrence Tierney war ebenfalls Schauspieler. Im Zweiten Weltkrieg diente er bei der U.S. Navy und gewann dort einen Boxwettkampf.[1] In der Nachkriegszeit arbeitete er zunächst als Holzfäller und Taxifahrer, nahm aber bereits Schauspielunterricht, womöglich durch die Erfolge seines älteren Bruders in Hollywood inspiriert. Schon in seinen ersten Filmen ab 1948 hatte Scott Brady häufiger Hauptrollen, darunter als Boxer in dem B-Movie In This Corner. Ende der 1940er-Jahre hatte er Hauptrollen in mehreren Film noirs wie Schritte in der Nacht (1948) und Tödlicher Sog (1949). 1950 lieferte er sich einen Vertragsstreit mit dem Studio Eagle-Lion Films, der karriereschädigend war.[2]
In den 1950er-Jahren wurde Brady vor allem im Westerngenre erfolgreich, wo er zahlreiche Hauptrollen oder größere Nebenrollen spielte. Dabei verkörperte er sowohl Helden als auch Schurken, wobei seine Figuren in der Regel sowohl rau und robust als auch charmant wirken konnten. 1952 wirkte er neben Jane Russell im Western Die Schönste von Montana und neben Jeff Morrow im Abenteuerfilm Unter falscher Flagge mit. Zu Bradys bekanntesten Rollen zählt jene des Bandenchefs Dancin' Kid (dt. Tanzender Ted) in Nicholas Rays Western-Kultfilm Johnny Guitar – Wenn Frauen hassen (1955) an der Seite von Joan Crawford. 1958 war er Hauptdarsteller des Westerns Ambush at Cimarron Pass, in dem auch der junge, noch weitgehend unbekannte Clint Eastwood mitspielte. Brady trat aber auch außerhalb des Western- und Abenteuergenres auf, so war er 1951 der männliche Hauptdarsteller von George Cukors Komödie The Model and the Marriage Broker und 1955 erneut neben Jane Russell in der Musicalkomödie So liebt man in Paris zu sehen.
Im Fernsehen spielte Brady von 1959 bis 1961 die Titelrolle des Privatdetektivs Slade in der Westernserie Shotgun Slade, die trotz insgesamt 78 Folgen aber nie zu einer Ausstrahlung im deutschsprachigen Raum kam. In den 1960er-Jahren waren seine Kinostreifen wie der Kriegsfilm Sprengkommando Ledernacken (1963) oder der Western Schwarze Sporen (1965) vor allem der B-Movie-Kategorie zuzuordnen. Ab dieser Zeit begann Scott Brady häufiger als Gaststar an Fernsehserien mitzuwirken, darunter in Die Leute von der Shiloh Ranch (zwei Auftritte), Rauchende Colts (drei Auftritte), Detektiv Rockford – Anruf genügt (fünf Auftritte) und Drei Engel für Charlie (ein Auftritt). Von 1975 bis 1977 hatte er eine wiederkehrende Rolle in der Polizeiserie Police Story – Immer im Einsatz. Seinen letzten Filmauftritt hatte Brady als Sheriff Frank Reilly in Joe Dantes weltweit erfolgreicher Horrorkomödie Gremlins – Kleine Monster von 1984.
Insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen rund 145 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1948 und 1984. Im April 1985 starb der Schauspieler im Alter von 60 Jahren an einer Lungenfibrose. Er hinterließ seine Ehefrau Lisa und zwei gemeinsame Söhne.[3]
Filmografie (Auswahl)
- 1948: Rebellion im grauen Haus (Canon City)
- 1948: Schritte in der Nacht (He walked by Night)
- 1948: In This Corner
- 1948: The Counterfeiters
- 1949: Rauschgiftbrigade (The Port of New York)
- 1949: Tödlicher Sog (Undertow)
- 1950: Geheimpolizist Christine Miller (Undercover Girl)
- 1950: I Was a Shoplifter
- 1950: Reiter ohne Gnade (Kansas Raiders)
- 1951: The Model and the Marriage Broker
- 1952: Der Tag der Vergeltung (Untamed Frontier)
- 1952: Die Schönste von Montana (Montana Belle)
- 1952: Bronco Buster
- 1952: Unter falscher Flagge (Yankee Buccaneer)
- 1953: In den Fängen der Unterwelt (Three Steps to the Gallows)
- 1954: Johnny Guitar – Wenn Frauen hassen (Johnny Guitar)
- 1954: Mannequins für Rio
- 1954: Verdammt ohne Gnade (The Law vs. Billy the Kid)
- 1955: Der letzte Indianer (The Vanishing American)
- 1955: So liebt man in Paris (Gentlemen marry Brunettes)
- 1956: Der Teufel von Colorado (The Maverick Queen)
- 1956: Mohawk
- 1956: Terror (Terror at Midnight)
- 1957: Der Sturmreiter (The Storm Rider)
- 1957: Ein Kerl wie Dynamit (The restless Breed)
- 1958: Ambush at Cimarron Pass
- 1959: Den Letzten beißen die Hunde (The Battle Flame)
- 1963: Sprengkommando Ledernacken (Operation Bikini)
- 1964: Eine zuviel im Harem (John Goldfarb, please come home!)
- 1964: Postkutsche nach Thunder Rock (Stage to Thunder Rock)
- 1965: Schwarze Sporen (Black Spurs)
- 1966: Der Schrecken aus der Meerestiefe (Destination Inner Space)
- 1967: Der blutige Westen (Red Tomahawk)
- 1967: Die gesetzlosen Drei (Fort Utah)
- 1967: Die Wegelagerer (Arizona Bushwackers)
- 1967: Reise ins Zentrum der Zeit (Journey to the Center of Time)
- 1969: Das Wachsfigurenkabinett des Grauens (Nightmare in Wax)
- 1969: Die Sadisten des Satans (Satan Sadists)
- 1969: Fünf blutige Gräber (Five Bloody Graves)
- 1969: Verschollen im Weltraum (Marooned)
- 1969: Die im Sattel verrecken (Cain’s Way)
- 1971: Der Millionenraub (Dollars)
- 1971: Frauen der Ärzte (Doctor’s Wives)
- 1973: Bis die Gänsehaut erstarrt (Wicked, Wicked)
- 1975: Die Gangsterschlacht von Kansas City (The Kansas City Massacre)
- 1977: Die Sprache der Gewalt (Pressure Point)
- 1979: Das China-Syndrom (The China Syndrome)
- 1981: Blutige Schreie (Small Town Massacre)
- 1984: Gremlins – Kleine Monster (Gremlins)
Literatur
- Gregor Hauser: Mündungsfeuer: Die 50 besten B-Western der 50er Jahre und ihre Stars. Verlag Reinhard Marheinecke 2015, ISBN 978-3-932053-85-6. S. 235–238.
Weblinks
- Scott Brady bei IMDb
- Hommage bei Briansdriveintheater
- Scott Brady in der Datenbank Find a Grave
- Hal Erickson: Scott Brady ( vom 14. März 2022 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)