Seajet 250
Fährschiffstyp der dänischen Reederei Mols-Linien
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Seajet 250 bezeichnet einen Fährschiffstyp der dänischen Reederei Mols-Linien. Die 1996 in Dienst gestellten Fähren verkehrten bis 2012 zwischen Ebeltoft bzw. Aarhus und Sjællands Odde (Odden Færgehavn).
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Geschichte
Die dänische Werft Danyard wurde im August 1994 von Mols-Linien mit dem Entwurf und Bau von zwei Schnellfähren beauftragt, die Bestandteil der Flottenerneuerung von Mols-Linien im Zuge der Eröffnung der Brücke über den Großen Belt zwischen Nyborg auf Fünen und Korsør auf Seeland im Jahr 1998 und der damit erwarteten Verlagerung der Verkehrsströme war.[2] Danyard entwickelte den Schiffstyp in Zusammenarbeit mit dem australischen Unternehmen NQEA Engineers & Shipbuilders, die auf einen vorhandenen Entwurf zurückgriffen, der an die Erfordernisse der Reederei angepasst wurde.[3] Die beiden Fähren wurden von Danyard gebaut. Der Doppelrumpf bis zur Höhe des Fahrzeugdecks wurde in der Schiffbauhalle gebaut und anschließend die außerhalb der Halle vorgefertigten Sektionen montiert.[3] Die Fähren wurden im Juni bzw. Oktober 1996 abgeliefert[4][5] und jeweils kurze Zeit später in Dienst gestellt. Die Baukosten beliefen sich auf etwas mehr als 220 Mio. DKK pro Schiff.[6]
Die Fähren wurden von Mols-Linien in erster Linie zwischen Ebeltoft auf Jütland und Sjællands Odde auf Seeland eingesetzt. Zeitweise bedienten sie auch die Verbindung zwischen Aarhus auf Jütland und Sjællands Odde. Im Mai 2012 wurden beide Fähren aus der Fahrt genommen und zunächst in Ebeltoft aufgelegt, bevor sie zur Verschrottung verkauft wurden.[4][5]
Beschreibung
Die Schiffe wurden von zwei General-Electric-Gasturbinen des Typs LM1600 mit jeweils 12.400 kW Leistung angetrieben. Die Turbinen wirkten über Untersetzungsgetriebe auf jeweils zwei Kamewa-Wasserstrahlantriebe.[7] Die Antriebe waren in den beiden Schwimmkörpern der Schiffe untergebracht.[1] Im Bugbereich befand sich jeweils eine Querstrahlsteueranlage. Für die Stromversorgung standen vier von Scania-Dieselmotoren mit zusammen 812 kW Leistung angetriebene Generatoren zur Verfügung.[4][5]
Oberhalb der Schwimmkörper befanden sich drei Decks. Das untere Deck war ein geschlossenes Fahrzeugdeck mit neun Fahrspuren. Das Fahrzeugdeck war von vorne über zwei nach oben aufklappbare Tore sowie im Heckbereich über eine Zufahrt auf der Steuerbordseite zugänglich. Die Fähren waren nur für den Transport von Pkw konzipiert. Die Durchfahrtshöhe betrug 2,3 m.
Über dem Fahrzeugdeck befand sich das Deck mit den Einrichtungen für die Passagiere sowie die Schiffsbesatzung. An Bord standen unter anderem ein Restaurant und ein Café mit Kiosk zur Verfügung.[8] Auf dem Passagierdeck standen insgesamt 490 Sitzplätze zur Verfügung. Im Heckbereich der Schiffe befand sich ein offenes Deck. Die Einrichtungen für die Schiffsbesatzung waren im vorderen Bereich des Decks eingerichtet. Oberhalb dieses Decks befand sich die Brücke, die im vorderen Bereich der Schiffe angeordnet war.[1] Die Brücke war über die gesamte Breite geschlossen. Zur besseren Übersicht beim An- und Ablegen und beim Navigieren in engen Fahrwassern gingen die Nocken etwas über die Schiffsbreite hinaus.
Schiffe
| Seajet 250 | ||||
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| Bauname | Baunummer | IMO-Nummer | Ablieferung | Verbleib |
| Mai Mols | 740 | 9112997 | Juni 1996 | 2014 verschrottet[9][4] |
| Mie Mols | 741 | 9113006 | Oktober 1996 | 2014 verschrottet[5] |
Die Schiffe wurden unter der Flagge Dänemarks betrieben, Heimathafen war Ebeltoft.
