Sebastian Klein (Unternehmer)

Sachbuchautor und Unternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Sebastian Klein (* 21. Mai 1982) ist ein deutscher Unternehmer, Investor, Autor und Aktivist. Er wurde als Mitgründer der App Blinkist bekannt, die 2023 an das australische Unternehmen Go1 verkauft wurde.[1] Durch den Verkauf wurde Klein zum Multimillionär.[2] Breite öffentliche Aufmerksamkeit erlangte er durch die Entscheidung, den Großteil seines Privatvermögens aufzugeben und gemeinnützigen Zwecken zuzuführen.[3]

Sebastian Klein bei „Hart aber fair“ (2025)

Leben

Ausbildung und Berufseinstieg

Klein studierte Psychologie, Informatik und Marketing an der Philipps-Universität Marburg sowie an der University of Southern Queensland. 2009 schloss er sein Studium als Diplom-Psychologe ab.[4] Anschließend arbeitete er als Strategieberater bei der Boston Consulting Group.[5]

Unternehmerische Tätigkeiten

Im Jahr 2012 gründete Klein gemeinsam mit drei Mitgründern die App Blinkist, die Sachbücher in komprimierter Form zusammenfasst.[6] Die Idee geht auf seine Studienzeit in Marburg zurück, wo er mit zwei späteren Mitgründern den Verein Phlink e.V. ins Leben gerufen hatte und erste Buchzusammenfassungen per E-Mail verbreitete.[7] 2023 wurde Blinkist an das australische Unternehmen Go1 verkauft.[1] Klein erklärte im Anschluss, rund 90 Prozent seines Privatvermögens für gemeinwohlorientierte Zwecke einzusetzen.[3] Dies begründete er mit seiner Kritik an der Konzentration von Reichtum bei Einzelpersonen und an der Steuerpolitik in Deutschland.[5]

Seit 2017 ist Klein Mitgründer des Medienunternehmens Neue Narrative, in dem er im gleichnamigen Printmagazin die Kolumne Milliarden vs. Milliardäre veröffentlicht.[8] Zudem gründete er 2018 das Investment-Unternehmen Karma Capital, das Kapital zur Lösung gesellschaftlicher Probleme lenken soll.[9]

Positionen und Engagement

Klein ist Mitglied der Stiftung Verantwortungseigentum und unterstützt das gleichnamige Unternehmensmodell.[10] Er engagiert sich zudem in der Initiative taxmenow und ist Unterzeichner des Aufrufs Proud to pay more, in dem Vermögende höhere Steuern auf große Vermögen und Erbschaften fordern.[11]

In Interviews und Medienbeiträgen äußert er sich kritisch zum Konzept der Leistungsgesellschaft, das er für einen „Mythos“ hält, da große Vermögen seiner Ansicht nach überwiegend aus Erbschaften stammten.[12] Er setzt sich für eine andere Rolle von privatem Kapital in der Gesellschaft ein und betont, Geld müsse stärker als Teil der Lösung gesellschaftlicher Probleme wirken.[13] Im Mittelpunkt seines Engagements stehen die Ungleichheitskrise sowie Herausforderungen im Medien- und Demokratiebereich.[14]

Rezeption und Publikationen

Klein trat in verschiedenen deutschen Medien auf, darunter Die Zeit[15], Deutschlandfunk[16], Galileo[17] sowie die ZDF-Sendung 13 Fragen, in der er zur Frage „Darf es Milliardäre geben?“ Stellung nahm.[18] Am 31. März 2025 war er Gast der ARD-Sendung Hart aber fair.[19] Am 14. Januar 2026 war er zu Gast im ARD-Morgenmagazin, wo er sich für eine Reform der Erbschaftssteuer aussprach.[20]

2019 veröffentlichte Klein gemeinsam mit Ben Hughes und Frederik Fleischmann das Buch The Loop Approach im Campus-Verlag, das Methoden zur Organisationsentwicklung hin zu selbstorganisiertem Arbeiten beschreibt.[21] 2025 erschien sein Buch Toxisch reich – Warum extremer Reichtum unsere Demokratie gefährdet im Oekom-Verlag, das die Spiegel-Bestsellerliste erreichte.[22]

Werke

  • Der Loop Approach, mit Ben Hughes und Frederik Fleischmann, Campus Verlag 2019. ISBN 978-3-593-44246-4
  • Toxisch reich. Warum extremer Reichtum unsere Demokratie gefährdet. Oekom-Verlag, München 2025, ISBN 9783987261381

Einzelnachweise

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