Sebastian Masuda
japanischer Künstler und Artdirektor
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Sebastian Masuda (japanisch 増田 セバスチャン; * 7. August 1970 in Matsudo, Japan) ist ein japanischer Künstler und Artdirektor. Er ist ein zeitgenössischer Künstler, Vater der Kawaii-Kultur und Gastwissenschaftler am Institut für Ostasienwissenschaften der NYU.[1][2]

Leben und Werk

Masuda begann seine Karriere in den 1990er Jahren in der Theater- und Gegenwartskunstszene und wählte den einfacher zu merkenden Vornamen Sebastian als Künstlervornamen.[3] Seit er sich 1995 in Harajuku niederließ, kreierte er kontinuierlich Werke, die sich durch ein einzigartiges Farbgefühl auszeichnen und die Bereiche Kunst, Mode und Unterhaltung miteinander verbinden.
Als führende Figur der japanischen Kawaii-Kultur war er 2011 Art Director für Kyary Pamyu Pamyus Musikvideo PONPONPON. Als Designer entwarf er die Einrichtung des Kawaii Monster Café in Harajuku und des Sushi-Restaurants Sushidelic in New York. Er betreibt den Laden 6%DokiDoki mit eigener Modelinie. 2014 präsentierte er seine erste Einzelausstellung Colorful Rebellion – Seventh Nightmare in New York City.[4]
2017 wurde er zum japanischen Kulturbotschafter ernannt. In dieser Funktion reiste er in die Niederlande, nach Südafrika, Bolivien, Brasilien und durch die USA, wo er Vorträge und Workshops hielt und verschiedene Kunstwerke schuf. 2017 schuf er das partizipative Kunstprojekt TIME AFTER TIME CAPSULE, das an verschiedenen Orten weltweit stattfand. Sein Projekt besteht aus zehn riesigen Kawaii-Zeitkapseln, die mit Gegenständen gefüllt wurden, die von den Bewohnern von zehn Städten weltweit personalisiert wurden. 2020 kehrte die Zeitkapsel nach Japan zurück und verblieb während der Olympischen Spiele in Tokio. Ab 2035 begeben sich die Kapseln auf die Rückreise, um den Teilnehmern der einzelnen besuchten Ländern ihre hinterlassenen Botschaften zurückzugeben.[5][6][7][8]
Die japanische Kawaii-Kultur hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt. Der Begriff kawaii bedeutet niedlich oder entzückend, und sein Einfluss umfasst Mode, Kunst, Technologie und soziales Verhalten. Mit der Ausstellung Yes, KAWAII is Art -EXPRESS YOURSELF zeigte JAPAN HOUSE Los Angeles 2024 gemeinsam mit Masuda einen Einblick in die Ursprünge des farbenfrohen Kawaii-Stils, seine Entwicklung und seine tiefgreifende kulturelle Bedeutung, die über seine Wahrnehmung als Mode-Look oder Trend hinausgeht. Die Ausstellung präsentierte Masudas Kawaii Timeline, entstanden im Rahmen eines Forschungsprojekts, das der Künstler gemeinsam mit seinem Studio und der Kyoto University of the Arts leitete. Sie veranschaulicht die historischen Wurzeln der Kawaii-Kultur in Japan und zeichnet ihre Entwicklung von den Nachkriegsmedien und Shōjo-Manga bis zu ihrer Ausbreitung zu einem globalen Phänomen nach, das in den 1990er-Jahren im Tokioter Stadtteil Harajuku seinen Ursprung hatte.[9][10]
Masuda hält international Vorträge in Museen und auf Konferenzen. Als Künstler hat Masuda bedeutende Kunstwerke geschaffen, darunter eine große Hello-Kitty-Skulptur in New York und eine riesige Doraemon-Statue aus flauschigem Garn in Singapur.[11] Seine Werke zeichnen sich durch leuchtende Neonfarben aus, die zur Entstehung der Decora-Mode führten. Er ist vielseitig in den Bereichen Mode, Kunst und Unterhaltung tätig und nutzt farbenfrohe Kawaii-Elemente als kreative Grundlage. Er betrachtet Kawaii-Stile als explizite, gewaltlose Formen des Protests und Widerstands, wie viele andere japanische Jugendkulturen, die sich durch unkonventionelle Mode ausdrücken.[12]
Literatur
- Yuniya Kawamura: Sebastian Masuda. Fashion Auteurs, ISBN 978-1839995385.