Seebebach
Wildbach in der Schweiz
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Der Seebebach (oder Seebenbach) und auch Sewenbach ist ein fast acht Kilometer langer Wildbach in den Emmentaler Alpen. Er entwässert ein Berggebiet im Schweizer Kanton Obwalden, wo er Sewenbach genannt wird, und im Kanton Luzern, wo sein Name Seebebach ist. Die beiden Bezeichnungen und Schreibweisen (so auch auf der Schweizer Landeskarte) sind verschiedene mundartliche Lautungen des gleichen Gewässernamens. Der Bach mündet östlich von Flühli in den Rotbach und gehört mit diesem zum Einzugsgebiet der Aare.
| Seebebach Sewenbach | ||||
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Der Seebebach im Chessiloch | ||||
| Daten | ||||
| Gewässerkennzahl | CH: 002802 | |||
| Lage | Emmentaler Alpen
| |||
| Flusssystem | Rhein | |||
| Abfluss über | Rotbach → Waldemme → Kleine Emme → Reuss → Aare → Rhein → Nordsee | |||
| Quelle | auf Obersewen am Osthang des Fürstein 46° 53′ 31″ N, 8° 4′ 24″ O | |||
| Quellhöhe | 1830 m ü. M. | |||
| Mündung | bei Kragen in den Rotbach 46° 52′ 12″ N, 8° 2′ 34″ O | |||
| Mündungshöhe | 1030 m ü. M. | |||
| Höhenunterschied | 800 m | |||
| Sohlgefälle | 10 % | |||
| Länge | 7,8 km[1] | |||
| Einzugsgebiet | 12,19 km²[1] | |||
| Abfluss[2] AEo: 12,19 km² an der Mündung |
MQ Mq |
510 l/s 41,8 l/(s km²) | ||
| Gemeinden | Sarnen, Flühli | |||
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Geographie
Verlauf
Der Wildbach entspringt auf 1830 m ü. M. als Sewenbach im Gebiet der Obwaldner Gemeinde Sarnen im Tal Ober-Sewen am Osthang des Berges Fürstein. Er fliesst über mehrere Talstufen der Berglandschaft zwischen den Anhöhen Fürstein, Rickhubel, Sewenegg, Trogenegg und Sattelstock und durch weite Feuchtgebiete. Zwischen den Alpweiden von Ober-Sewen und Unter-Sewenschwand liegt das Bachbett nahe am schönen Bergsee Sewenseeli. In der Nähe bauten die Alpbesitzer 1893 ein Kurhaus, zu dem 1936 noch eine Bergkapelle kam. Als die Schweizer Armee 1974 das Alpgebiet erwarb, um darauf einen Schiessplatz einzurichten, wurde das Gasthaus am Bach abgebrochen.[3][4]
Während die trockeneren Flächen des Berggebiets alpwirtschaftlich genutzt werden,[5] erstrecken sich daneben in vielen feuchten Zonen grosse Moore, die unter verschiedenen Nummern in den Bundesinventaren der Flachmoore, der Hochmoore und der Amphibienlaichgebiete registriert sind.[6][7][8] Ausserdem liegt das ganze Einzugsgebiet des Sewenbachs in der Moorlandschaft «Glaubenberg», die im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung ausgewiesen ist.[9][10] In den feuchten Flächen entspringen zahlreiche kleine, namenlose Bergbäche und laufen von allen Seiten zum Sewenbach.
Unterhalb der Alp Schwand, deren Name anzeigt, dass ihr Weidegebiet durch Rodung im Bergwald gewonnen wurde, verlässt der Sewenbach auf 1455 m ü. M. das Gebiet des Kantons Obwalden und fliesst gegen Westen weiter als Seebebach durch Wald und Alpweiden der Luzerner Gemeinde Flühli. Zwischen den Alpgebieten Schönenbüel und Stäldili fliesst er gegen Westen in einem bewaldeten Tobel mit instabilen Erosionshängen. Nach zwei Kilometern nimmt er auf 1140 m ü. M. von rechts den Grönbach, seinen grössten Nebenbach, auf; der mehr als vier Kilometer lange Grönbach kommt aus dem Tal Grön zwischen dem Fürstein und der Schwändiliflue. Er entspringt an der Wasserfallenegg und entwässert auch die Umgebung des Änggelaueneseelis. Auch am Grönbach liegen national bedeutende Moore.[11]
Unterhalb der Mündung des Grönbachs tritt der Seebenbach in eine tief in das Bergmassiv eingeschnittene Schlucht ein, die Chessiloch genannt wird. Mit Wasserfällen und Kaskaden überwindet er im etwa einen halben Kilometer langen Tobel ein Gefälle von fast einhundert Metern und mündet danach auf 1030 m ü. M. in den Rotbach. Die als Natursehenswürdigkeit bekannte Schlucht ist durch einen Fussweg und eine kleine Hängebrücke erschlossen; und die regionalen Wanderwege führen in grosser Höhe auf der Hängebrücke Chessimätteli über das Chessiloch.
- Wasserfall Seebebach im Chessiloch
- Seewenseeli im Moorgebiet
- Mündung des Seebebachs (links) in den Rotbach
Einzugsgebiet
Das 12,19 km² grosse Einzugsgebiet des Seebebachs liegt in den Emmentaler Alpen und wird über die Rotbach, die Waldemme, die Kleine Emme, die Reuss, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Das Einzugsgebiet des Sewenbachs grenzt
- im Norden an jenes der Grossen Entle
- im Osten an jenes des Steinibachs
- im Süden an jenes der Gross Laui
- im Südosten an jenes des Rotbachs
- und im Westen an jenes der Waldemme.
Es besteht zu 47,2 % aus bestockter Fläche, zu 40,1 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 1,2 % aus Siedlungsfläche und zu 11,5 % aus unproduktiven Flächen.
Flächenverteilung

Die mittlere Höhe beträgt 1597,5 m ü. M.[12], und der höchste Punkt ist der Fürstein mit 2040 m ü. M. im Nordosten des Einzugsgebietes.
Zuflüsse
- Grönbach (rechts), 4,1 km, 5,64 km², 230 l/s
Hydrologie
Bei der Münundung des Seebebachs mit den Rotbach beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 510 l/s. Sein Abflussregimetyp ist nival alpin[13], und seine Abflussvariabilität[14] beträgt 18.[2]
| Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Seebebachs in l/s[2] |
|---|
1.250 1.000 750 500 250 0 510 190 Jan. 240 Feb. 340 März 670 Apr. 1.120 Mai 940 Juni 680 Juli 570 Aug. 440 Sep. 330 Okt. 330 Nov. 250 Dez. |
| Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 510 l/s |
Weblinks
- Verlauf des Sewenbachs auf dem Geoportal des Kantons Obwalden
- Verlauf des Seebebachs auf dem Geoportal des Kantons Luzern
- Verlauf des Seebebachs auf dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung

