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Seeburger (Unternehmen)

deutsches Softwareunternehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Seeburger AG (eigene Schreibung SEEBURGER) ist ein deutsches Softwareunternehmen mit Sitz im nordbadischen Bretten. Die Software von Seeburger dient dem B2B-Datenaustausch und der Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Kunden von Seeburger finden sich in der Automobilindustrie, in Handelsunternehmen, in der Konsumgüterindustrie, im Finanzbereich, in der Logistik und bei Versorgern.

Schnelle Fakten
Seeburger AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1986
Sitz Bretten, Deutschland
Leitung
  • Vorstand: Axel Haas, Michael Kleeberg, Martin Kuntz
  • Aufsichtsrat: Katrin Seeburger (stellvertretende Vorsitzende), Ralph Jacoby
Mitarbeiterzahl 1209[1]
Umsatz 171,3 Mio. Euro[1]
Branche Dienstleistung/Software
Website www.seeburger.de
Stand: 31. Dezember 2025
Schließen
Hauptverwaltung, Bretten 2026

Geschichte

Bernd Seeburger gründete das Unternehmen 1986 als GmbH für Softwareentwicklung.[2] Der Schwerpunkt lag auf EDI-Softwareprodukten für die Automobilindustrie, erstes Produkt war die WinELKE.[3]

1998 gründete Seeburger die ersten Tochterunternehmen im Ausland. Das Unternehmen firmierte 1999 von einer GmbH in eine nicht börsennotierte AG um. Im Juli 2000 kündigte Seeburger den Börsengang im damals populären Segment Neuer Markt für das Frühjahr 2001 an,[4] zu diesem kam es inmitten der platzenden Dotcom-Blase jedoch nicht.

Ab den 2000er-Jahren baute das Unternehmen sein Cloud-Angebot aus[5] und vertreibt seitdem seine Integrationsplattform unter dem Namen Business Integration Suite. Sie umfasste neben Funktionen für den EDI-Datenaustausch auch Anwendungen für internetbasierte Unternehmensintegrationen.[6] Seit 2012 bietet Seeburger seine Software auch als betreuten Dienst (Managed Service) an. Später kamen zur EDI-Software weitere Funktionen für Schnittstellen und Dateiübertragung hinzu.[7] Die Software wurde zunehmend in weiteren Branchen eingesetzt, darunter im Einzelhandel, der Energiewirtschaft und im Bankenwesen.[5]

Zum Ende des Jahres 2015 verließ Firmengründer Bernd Seeburger im Alter von 64 Jahren[8] den Vorstand der Seeburger AG. Seine Nachfolge als gemeinsame Vorstandsvorsitzende (Co-CEOs) nahmen die bisherigen Vorstände Axel Haas und Michael Kleeberg ein.[9] Ebenfalls seit 2015 gehört Martin Kuntz dem Vorstand an.[10] Bernd Seeburger blieb auch nach seinem Ausscheiden Hauptaktionär des Konzerns. Seine Tochter Katrin Seeburger, von Beruf Lehrerin, trat in den Aufsichtsrat ein.[11]

Bis 2017 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Kunden weltweit und erwirtschaftete erstmals über 100 Millionen Euro Umsatz, wobei mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland erzielt wurde.[12]

Unternehmensstruktur

Die Seeburger AG mit Sitz in Bretten ist als Muttergesellschaft die Holdinggesellschaft des Seeburger-Konzerns. Zum Konzern gehörten im Geschäftsjahr 2025 neben der Muttergesellschaft 17 vollständig im Eigentum der Gruppe stehende Tochterunternehmen in Europa, Nordamerika und Asien; in Deutschland besteht neben der Muttergesellschaft die Tochtergesellschaft Seeburger Deutschland GmbH.[1][13] Europäische Tochtergesellschaften bestehen in Österreich (Wien), der Schweiz (Wollerau), Großbritannien (West Drayton), Frankreich (Paris), Spanien (Madrid), Italien (Mailand), Schweden (Stockholm), den Niederlanden (Schiphol-Rijk) und Bulgarien (Sofia). In Nordamerika ist der Konzern mit einer Gesellschaft in Atlanta vertreten, in Asien mit Gesellschaften in Hongkong, Shanghai, Singapur, Chennai und Kuala Lumpur. Die Gruppe erzielte 2025 Umsatzerlöse von 171,3 Millionen Euro, davon 91,2 Millionen Euro im Inland und 80,1 Millionen Euro im Ausland.[1]

Produkte und Marktstellung

Seeburger entwickelt Integrationssoftware, die unter anderem für den Austausch elektronischer Rechnungen und Bestellungen genutzt wird. Die Software dient dazu, Daten aus unterschiedlichen Quellen und Systemen für den weiteren Datenaustausch aufzubereiten.[5]

Das Hauptprodukt von Seeburger ist die Business Integration Suite (BIS) als hybride Integrationsplattform. Die BIS ist sowohl für den Betrieb beim Kunden als auch in verschiedenen Cloud-Modellen verfügbar.[14] Seeburger nutzt ein Lizenzmodell, bei dem Kunden nur einmalig für die Plattform zahlen und zusätzliche Module optional hinzukaufen können.[12] Die Komponente BIS Hub übernimmt Entwurf und Orchestrierung der Integrationen, unter anderem mit KI-gestützter Zuordnung (Mapping).[15]

Seeburger bietet eine Integration-Platform-as-a-Service (iPaaS) für die Integration von Anwendungen, Daten, APIs sowie B2B-/EDI-Prozessen. Seeburger wird im 2026 veröffentlichten Magic Quadrant für iPaaS von Gartner geführt.[15] Anfang 2026 wurde die Software von Seeburger von mehr als 14.000 Unternehmen aus Branchen wie Automobilindustrie, Pharma, Logistik, Finanzdienstleistungen, Fertigung und Energieversorgung weltweit genutzt. Zu den Anwendern zählen unter anderem Daimler, Volkswagen, Maersk, Douglas und Barilla.[14]

Seeburger konkurriert im B2B-Integrationsmarkt mit Produkten und Anbietern wie Software AG (Produkt webMethods), Tieto, Microsoft BizTalk, TIBCO, IBM WebSphere, SAP NetWeaver, Retarus und Oracle ESB.

Auszeichnungen (Auswahl)

Das Unternehmen ist im Weltmarktführer-Index gelistet und wird als Hidden Champion geführt.[16][17]

  • 2018: Auszeichnung durch die Vereinten Nationen für die langjährige Unterstützung des Standards EDIFACT.[18]
  • 2025: Auszeichnung als Familienunternehmen des Jahres im Rahmen des Made in Europe Awards.[19]

Einzelnachweise

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