Seenotrettungsstation Großenbrode

Rettungswache für Seenotfälle in der Ostsee rund um Fehmarn From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Seenotrettungsstation Großenbrode in Schleswig-Holstein ist für die Sicherung des Seegebiets der Ostsee vor der Insel Fehmarn zuständig. Betreiber der Station ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die für die Seenotrettung im ehemaligen Fährhafen von Großenbrode einen Seenotkreuzer stationiert hat. Besetzt wird das Schiff von einer 4-köpfigen Crew, die ständig einsatzbereit an Bord lebt.

Land Deutschland Deutschland
Stationsgebäude Am Kai 27
23775 Großenbrode (SH)
Stationsgründung 1976
Träger Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
Schnelle Fakten Land, Stationsgebäude ...
Seenotrettungsstation Großenbrode
Land Deutschland Deutschland
Stationsgebäude Am Kai 27
23775 Großenbrode (SH)
Stationsgründung 1976
Träger Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
Seenotretter 9 Festangestellte
Freiwillige
Vormann Sven-Eric Carl
nächste SK-Station Grömitz DGzRS
Rettungseinheit
Schiffstyp Seenotrettungskreuzer
Schiffsname Bremen
Schiffsklasse 27,5-m-Klasse
Besatzung 4 Personen
Rufzeichen DBAS
Tochterboot Vegesack
Liegeplatz vor Stationsgebäude
auf Station seit März 2011
vorige Station Grömitz DGzRS
Stand 2020
Schließen

Alarmierung

Insgesamt stehen der Station neun hauptamtliche Kräfte zur Verfügung, die sich im 14-tägigen Rhythmus ablösen. Sie erhalten bei Bedarf Unterstützung von Freiwilligen, unter denen sich auch zwei Frauen befinden.[1] Während der Dienstzeit hören die vier Seenotretter laufend den Schiffsfunk mit, um im Notfall sofort auslaufen zu können. Die Alarmierung erfolgt ansonsten durch die Zentrale der DGzRS in Bremen, wo die Seenotleitung Bremen (MRCC Bremen) ständig alle Alarmierungswege für die Seenotrettung überwacht.[1]

Aktuelle Rettungseinheit

Neben dem Wassersportzentrum Großenbrode steht auf dem Gelände der ehemaligen Marinebasis das Stationsgebäude der DGzRS. Davor liegt an dem alten Fähranleger der Eisenbahnfähre Großenbrode–Gedser der Seenotkreuzer Bremen. Er ist einer der beiden verbliebenen Kreuzer der 27,5-Meter-Klasse von der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack, die 1992 gebaut worden sind. Gegenüber den vier Kreuzern der ersten Serie weist die Bremen mit 28,25 Meter eine 75 Zentimeter größere Länge auf. Durch die bewährte Bauweise mit doppelter Außenhaut als Selbstaufrichter zeichnet sich der Kreuzer durch eine hohe Seetüchtigkeit aus und kann bei jedem Wetter und Seegang im Küstengebiet operieren. Drei Dieselmotoren mit zusammen 2500 kW Antriebsleistung verleihen dem Schiffe eine maximale Geschwindigkeit von 23 Knoten. Wie alle größeren Kreuzer besitzt er ein Tochterboot, eine leistungsfähige Feuerlöscheinrichtung und eine umfangreiche Rettungsausstattung. Für medizinische Hilfseinsätze ist eine entsprechende Notfallausrüstung an Bord.[2]

Der Kreuzer nähert sich allmählich dem Ende seiner technischen Ausrüstung, da es nach 30 Jahren Einsatzzeit für die eingebaute Technik immer schwieriger wird Ersatz zu beschaffen. Anstelle von umfangreichen und aufwendigen Revisionen wird es von der DGzRS als günstiger eingestuft einen Neubau zu beschaffen, damit die Ausrüstung auf dem neusten Stand der Technik ist. Über einen Austausch oder eine Neubeschaffung ist aber noch nichts bekannt.

Einsatzgebiet und Zusammenarbeit

Das Revier der Seenotretter ist der Außenbereich der Lübecker Bucht und der Fehmarnbelt. In diesem Gebiet verlaufen die wichtigen Schifffahrtsstraßen Lübeck-Gedser-Weg und Kiel-Ostsee-Weg. Beide Seewege führen in Richtung Osten zur gefährlichen und schwierig zu befahrenen Kadetrinne, die mit über 60.000 Schiffsbewegungen pro Jahr einer der am stärksten befahrenen Seewege Europas ist. Hier verkehren Tanker, Frachter, Passagierschiffe und Fährschiffe. Im Fehmarnbelt kreuzen die Fähren der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rødbyhavn. Daneben sind Fischer mit ihren Kuttern und viele Fahrtensegler unterwegs. Für Notlagen oder Feuer an Bord oder bei Kollisionen von Booten und Schiffen stehen die Retter mit dem Seenotkreuzer rund um die Uhr (24/7) bereit.[1]

Bei umfangreicheren Rettungs- oder Suchaktionen im Revier erfolgt eine gegenseitige Unterstützung der benachbarten Stationen:

Historie der Seenotrettungseinheiten

Weitere Informationen Zeitraum, Schiffsname ...
Stationierung von Seenotrettungsbooten
ZeitraumSchiffsnameReg.-Nr.Länge
oder Klasse
Anz. Motoren
ges. Leistung
Geschw.vorige StationVerlegung nach
oder Verbleib
Juli 1972 → 1973EltjeKRST 187-Meter-Klasse (I)1 → 54 PS (40 kW)10 kn (19 km/h)NeubauLippe/Weißenhaus
Stationierung von Seenotrettungskreuzern
Juli 1975 → März 2011John T. EssbergerKRS 944-Meter-Klasse3 → 4.929 kW (6.702 PS)26 kn (48 km/h)Neubau→ Ausstellungsstück Technik-Museum Speyer
seit März 2011Bremen (IV)SK 2427,5-Meter-Klasse3 → 2.502 kW (3.402 PS)23 kn (43 km/h)Grömitzauf Station
Schließen

Anmerkung: Zur Stationierung von Einheiten zwischen 1973 und 1975 ist nichts bekannt.

Siehe auch

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI