Seeon (Seeon-Seebruck)

Ortsteil der Gemeinde Seeon-Seebruck im oberbayerischen Landkreis Traunstein From Wikipedia, the free encyclopedia

Seeon ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Seeon-Seebruck im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Seeon war bis 31. Dezember 1979 eine eigenständige Gemeinde.[2] Bei Seeon liegt am Westufer des Seeoner Sees das Kloster Seeon.

Schnelle Fakten Gemeinde Seeon-Seebruck ...
Seeon
Wappen von Seeon
Koordinaten: 47° 58′ N, 12° 27′ O
Höhe: 537 m ü. NHN
Einwohner: 584 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1980
Postleitzahl: 83370
Vorwahl: 08624
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Geographie

Luftbild von Seeon mit dem Kloster Seeon auf der Halbinsel im Klostersee

Das Kirchdorf Seeon (früher: Niederseeon) ist am Ostufer des Seeoner Sees gelegen. Neben dem Kultur- und Bildungszentrum des Bezirkes Oberbayern haben sich in Seeon klein- und mittelständische Betriebe angesiedelt. Der Tourismus spielt in Seeon – abgesehen vom Bildungszentrum im Kloster – nur eine untergeordnete Rolle, dieser ist eher in Seebruck zu finden.

Teile des Klostersees und die umliegenden Wälder und Moore mit weiteren Seen bilden das Naturschutzgebiet Seeoner Seen.[3]

Die Gemarkung Seeon (099814) umfasst 25,408 km² und hat 1797 Einwohner.[4]

Geschichte

Kupferstich in der Topographia Germaniae des Matthäus Merian, um 1644

In Seeon finden sich einige Spuren römischer Besiedlung. Der Ortsteil Bräuhausen war lange vor der Klostergründung der Platz, auf dem ein Marstempel der römischen Besatzung stand.[5] Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 994 mit der Gründung des Klosters Seeon. Das Dorf Niederseeon war Teil der Hofmark Seeon und unterstand dem Kloster.

Das Dorf hatte eine eigene Kirche. Die spätgotische Saalkirche St. Ägidius wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut und im späten 17. Jahrhundert barock umgestaltet.

Das Kloster Seeon wurde 1803 mit der Säkularisation in Bayern aufgelöst. Die Klosterkirche St. Lambert wurde zur Pfarrkirche. 1818 entstand mit dem bayerischen Gemeindeedikt die Ruralgemeinde Seeon.

Zwischen 1852 und 1934 war das zum Schloss umgebaute Kloster Seeon der Familiensitz der Herzöge von Leuchtenberg.[6]

Im Zuge der Gebietsreform kam es am 1. Januar 1980 zum Zusammenschluss der drei Gemeinden Seeon, Seebruck und Truchtlaching zur Gemeinde Seeon-Seebruck.[2] Im Zuge dieser Gemeindebildung wurden Seebruck und Truchtlaching aus der Verwaltungsgemeinschaft Chieming und Seeon aus der Verwaltungsgemeinschaft Obing entlassen.[7]

Bau- und Bodendenkmäler

In der Liste der Baudenkmäler in Seeon-Seebruck sind für Seeon folgende Baudenkmäler aufgeführt:[5] Mit Klick auf das Kamerasymbol im Tabellenkopf kann man Bilder zu dieser Liste hochladen.

Weitere Informationen Lage, Objekt ...
Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild Datei hochladen
Altenmarkter Straße 5
(Standort)
Bauernhaus Wohnteil mit Blockbau-Obergeschoss, bezeichnet mit dem Jahr 1703. D-1-89-143-51 Bauernhaus
Altenmarkter Straße 6
(Standort)
Metzgeranwesen Ehemaliges Metzgeranwesen, jetzt Gaststätte, mit Blockbau-Obergeschoss hinter jüngerer Mauerschale, offenem Blockbau-Kniestock und -giebel sowie Hochlaube, im Giebelfeld bezeichnet mit dem Jahr 1697, rückwärts angeschlossen ehemaliger Stallteil mit Kreuzgratgewölben und Stichkappentonne. D-1-89-143-92 Metzgeranwesen
Altenmarkter Straße 8
(Standort)
St. Ägidius Katholische Kirche, spätgotisch, wohl erste Hälfte 15. Jahrhundert, im späten 17. Jahrhundert barockisiert; mit Ausstattung. D-1-89-143-52 St. Ägidius
Altenmarkter Straße 10
(Standort)
Gasthaus zum Alten Wirt Breitgelagerter Bau auf annähernd quadratischem Grundriss, mit Flachsatteldach und Rundtürmen an den Ecken, erbaut 1616; im Obergeschoss Raum mit Holzdecke mit Renaissance-Ornamenten. D-1-89-143-53 Gasthaus zum Alten Wirt
Altenmarkter Straße 19
(Standort)
Gasthof Neuwirt Stattlicher Einfirstbau mit Kniestock, Putzgliederung und neugotischen Details, um 1870/75. D-1-89-143-54 Gasthof Neuwirt
Schulstraße 5
(Standort)
Ehemaliges Schulhaus Zweigeschossiger Bau mit Mansardwalmdach, kurzem Querflügel und Putzdekor in späten Jugendstilformen, erbaut 1913. D-1-89-143-55 BW
Weinbergstraße 12
(Standort)
Bauernhaus Bauernhaus mit Biedermeiertür und Bundwerk über dem Stall, bezeichnet mit dem Jahr 1843. D-1-89-143-56 Bauernhaus
Weinbergstraße 16
(Standort)
Bauernhaus Bauernhaus mit verschaltem Blockbau-Obergeschoss, Giebelbundwerk und zwei Lauben, an der Firstpfette bezeichnet mit dem Jahr 1824, im Kern wohl erste Hälfte 18. Jahrhundert. D-1-89-143-57 Bauernhaus
Weinbergstraße 17
(Standort)
Bauernhaus Bauernhaus mit Blockbau-Obergeschoss und Bemalung, bezeichnet mit dem Jahr 1728. D-1-89-143-58 Bauernhaus
Weinbergstraße 20
(Standort)
Bauernhaus Bauernhaus mit Blockbau-Obergeschoss, Hochlaube und Bemalung, Laubentürsturz bezeichnet mit dem Jahr 1781. D-1-89-143-59 Bauernhaus
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Museen

Bis 1990 gab es das Museum im Hotel Schanzenberg. Maik Hirschfeld als Inhaber des Hotels betrieb nebenbei ein kleines Automuseum, in dem er etwa 10 Automobile und 20 Motorräder ausstellte. Genannt sind BMW 503, Mercedes-Benz W 186 von 1959, Mercedes-Benz W 111 als Cabriolet von 1967, Maybach SW 38 von 1939, Buick Century von 1936, Daimler DB 18 und NSU Wankel Spider. Es hatte täglich außer montags geöffnet. Die Existenz ist von 1982 über 1985 bis 1990 nachweisbar.[8][9][10]

Literatur

  • Meinrad Schroll (Red.): 1000 Jahre Seeon. Sewa – Seeon, 994–1994. Ein Heimatbuch. Beiträge zur Kloster-, Pfarr- und Ortsgeschichte. Herausgegeben vom Festausschuß Seeon. mediform-Verlag, Seebruck 1994, ISBN 3-9803622-1-3.
Commons: Seeon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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