Sellpy
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Geschichte
Sellpy wurde 2014 von Michael Arnör, Oskar Nielsen und Philip Gunnstam in Stockholm gegründet.[1][4] H&M investierte seit 2015 in das Unternehmen und hielt beim Deutschlandstart 2020 bereits rund 70 % der Anteile.[1] Im Juni 2020 begann Sellpy den Betrieb in Deutschland.[1] Im Mai 2021 weitete das Unternehmen sein Angebot auf 20 weitere europäische Länder aus und kam damit auf 24 Märkte.[2]
Geschäftsmodell und Entwicklung
Sellpy übernimmt für Verkäufer wesentliche Teile des Prozesses von der Einsendung bzw. Abholung über Fotografie und Inserierung bis zu Verkauf und Versand der Ware.[1][2] 2021 begann zudem eine Zusammenarbeit mit H&M in Polen für Distribution, Qualitätskontrolle und Bestellabwicklung.[2] Nach Unternehmensangaben stieg der Umsatz im bis November 2024 laufenden Geschäftsjahr auf knapp 1,6 Milliarden schwedische Kronen; zugleich blieb Sellpy defizitär und finanzierte Kapazitätsausbau und Automatisierung über Kapitalmaßnahmen und ein Darlehen des Großaktionärs H&M.[5] Ende 2025 hatte H&M bereits einen Anteil von über 80 % an Sellpy.[3] Im Jahr 2025 kam weiteres frisches Kapital aus einer neuen Aktienemission mit H&M als wichtigem Geldgeber hinzu.[6]
Kritik
Im November 2025 berichtete die Zeitung Svenska Dagbladet über Beschwerden von Verkäufern, wonach insbesondere höherwertige Kleidungsstücke verschwänden oder als nicht verkaufsfähig aussortiert würden.[7] Im Dezember 2025 leitete die schwedische Verbraucherbehörde Konsumentverket ein Aufsichtsverfahren gegen Sellpy ein und verlangte Auskunft über Sortierungsroutinen sowie über Informationen zu Reklamation und Widerruf.[3] Die im März 2026 veröffentlichte SWR-Recherche Inside Secondhand – wo deine Kleider wirklich landen stellte zudem die Transparenz von Sellpys Nachhaltigkeitsversprechen infrage, nachdem mit Trackern versehene Kleidungsstücke bei einem polnischen Zwischenhändler und auf einem Markt in Karatschi gelandet waren; Sellpy erklärte dazu, Verträge mit Partnern untersagten Verkäufe außerhalb Europas, und verwies bei Recyclingexporten auf die Einhaltung europäischer Vorgaben durch einen Partner.[8]