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Selly Raby Kane

senegalesische Modedesignerin, Künstlerin und Filmemacherin From Wikipedia, the free encyclopedia

Selly Raby Kane ist eine senegalesische Modedesignerin, Künstlerin und Filmemacherin.[1] Sie wurde durch eine Bildsprache bekannt, die senegalesische Traditionen um Science-Fiction, Surrealismus und futuristische Szenarien erweitert.[2]

Selly Raby Kane (2019)

Leben und Wirken

Kane wurde in Dakar geboren und wuchs dort auf.[2] Sie ging für ein Wirtschafts- und Jurastudium nach Paris, entschied sich jedoch gegen eine juristische Laufbahn und für die Mode.[2] Im Jahr 2008 entwickelte sie aus ihren Zeichnungen eine erste Kollektion und präsentierte diese nach ihrer Rückkehr in Dakar bei einer Modenschau.[2] 2009 schrieb sie sich an einer Pariser Modeschule ein; ihre erste Bekleidungskollektion stellte sie 2012 in Dakar vor.[1] In Dakar schloss sie sich dem multidisziplinären Kollektiv Les Petites Pierres an, das alternative Kunst förderte und soziale Interventionen organisierte.[3] Ende 2017 eröffnete sie in Dakar einen Ausstellungsraum, der auch Nachwuchsdesignern Raum bot.[1]

Kanes Kollektion aus dem Jahr 2012 kombinierte traditionelle und futuristische Elemente mit Anleihen bei Militärkleidung, urbaner Straßenmode, Fantasykostümen und Science-Fiction; daraus entwickelte sie Techniken wie Webstickerei, Applikation und Collage.[1] Nach einer Parade durch Dakars Medina im Jahr 2011 und dem Film Inner Cruise (2013) verwandelte sie 2014 für Alien Cartoon den alten Bahnhof der Stadt in den Schauplatz einer außerirdischen Invasion.[2] Die Musik zu der 2014 bei der Biennale Dak’Art gezeigten Inszenierung komponierte Ibaaku; aus der Zusammenarbeit entstand das Album Alien Cartoon.[4] Die Kollektion Dakar City of Birds von 2015 umfasst Kimonos und Waxprints, Vogel- und Meerestiermotive sowie Pullover im Baye-Fall-Stil.[5]

Aufmerksamkeit erhielt Kane 2016, als Beyoncé in New York eine von ihr entworfene Kombination aus Kimono und Rock trug.[6] Der 360-Grad-Kurzfilm The Other Dakar (2017) begleitet ein Mädchen durch eine verborgene, von mythologischen Wesen bevölkerte Seite der Stadt.[7] Der Film wurde auf internationalen Festivals als Hommage an senegalesische Mythologie und Dakars verborgene Geschichten gezeigt.[1] Für IKEAs Kollektion Överallt gestaltete Kane einen geflochtenen Korb, dessen Form auf dem senegalesischen Ritual des Haarflechtens beruht und stereotypen Vorstellungen von afrikanischem Design entgegenwirken sollte.[8] Kane versteht ihre Arbeit als Beitrag zu einer modernen afrikanischen Identität, die ihr Erbe bewahrt, ohne westliche Vorbilder nachzuahmen.[9] 2023 zeigte der Pariser Ausstellungsort 19M ihre Textilinstallation Baobab onirique, aus der fliegende Fische herabregneten.[10]

Einzelnachweise

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