Severin Hallauer
schweizer Bildender Künstler, Schauspieler und Model
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Severin Hallauer, auch Severin R. D. Hallauer[1] (* 1996 in Basel, Schweiz), ist ein Schweizer Bildender Künstler und Schauspieler. Er lebt in Mexiko-Stadt und Zürich.

Leben und Werk
Hallauer wurde 1996 in Basel geboren und wuchs in der ländlichen Nordwestschweiz auf. Von 2013 bis 2014 absolvierte er den Vorkurs an der Schule für Gestaltung Basel.[2] 2014 wurde Hallauer auf Grund einer Kunstaktion während der Art Basel auf dem Messeplatz von der Polizei festgenommen.[3][4]
Nach Beendigung des Vorkurses spielte Hallauer als Schauspieler am Theater Basel.[5] Von 2015 bis 2019 absolvierte Hallauer den Bachelor of Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste[6] sowie 2018 in der Jankowski-Klasse[1] der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seine frühen Performances umfassten häufig öffentliche Interventionen und den Einsatz seines eigenen Körpers als künstlerisches Medium, darunter eine Performance aus dem Jahr 2015 im Zusammenhang mit der obligatorischen Rekrutierung der Schweizer Armee, zu der er nackt und weiß bemalt auftrat[7], sowie eine Performance aus dem Jahr 2019, die im Rahmen der Sofia Art Week in Bulgarien präsentiert wurde.[8]
Severin Hallauer erhielt 2021 den Förderpreis für Bildende Kunst des Kantons Solothurn.[9] Ebenfalls 2021 wanderte Hallauer nach Mexiko aus, wo er seither neben seinem Zweitwohnsitz in Zürich auch in Mexiko-Stadt lebt und arbeitet.[10]
Neben seiner Tätigkeit als bildender Künstler arbeitet er auch als Schauspieler[11].[12] Hallauer war im Kurzfilm Heart Fruit von Kim Allamand am Filmfestival Locarno neben weiteren Festivals zu sehen.[13][14] 2018 performte Hallauer in The Divine Comedy von Rirkrit Tiravanija in der Fondation Beyeler.[15]
Künstlerische Praxis
Seine interdisziplinären Arbeiten verbinden häufig physische Objekte, räumliche Anordnungen und audiovisuelle Elemente. In seinem künstlerischen Schaffen setzt er sich mit Themen wie Erinnerung, Zugehörigkeit, Verletzlichkeit sowie persönlichen und kollektiven Erfahrungen auseinander. In seinen jüngsten Werkgruppen hat er sich mit Fragen rund um Migration, generationsübergreifende Weitergabe und dem Verhältnis zwischen Intimität und sozialen Strukturen beschäftigt.[16][17]
Zitat
„Hindernisse sind Herausforderungen an denen man bestenfalls ikonisch scheitern kann. Kunstschaffen heisst besser scheitern zu lernen.“
Kritik
Severin Hallauers Werk polarisiert und erhält sowohl Anerkennung[19] als auch kritische Rückmeldungen. Einige Kritiker loben seine Arbeiten als mutige und tiefgreifende Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und philosophischen Themen.[9][20] Andere Kritiker haben die Rolle von Provokation und Selbstentblößung in Hallauers Performancepraxis hinterfragt. Im Jahr 2024 reagierte Hallauer auf diese Kritik und sagte: «Der Skandal spielt in meinem Schaffen keine Rolle. Ich sitze nicht in meinem Studio und male mir aus, wie ich meine Mitmenschen provozieren kann. Es ist eine schonungslose Ehrlichkeit, die ich von meiner Kunst abverlange. […] Wenn sich Betrachtende durch meine Kunst provoziert fühlen, sagt das mehr über sie aus als über mich und meine Kunst.»[21]
Auszeichnungen
- 2021: Förderpreis für Bildende Kunst des Kantons Solothurn[9]
Ausstellungen (Auswahl)
- 2018: Academiae – Youth Art Biennial, Franzensfeste[1]
- 2019: Das Unbegreifliche Schweigen Der Welt, Gasträume 2019 | Zürich[22]
- 2019: what do you want me to belive in? Æther Art Space, Sofia Art Week, Sofia
- 2021: InRelation, I see you now, Schlumpf, Riehen
- 2021: Loving Switzerland, Künstlerhaus S11, Kantonale Förderpreise 2021, Solothurn[23]
- 2022: entrée&hommage, M54, Basel[24]
- 2023: Eros Y Ambigüedad, Galeria Luis Adelantado, Mexiko-Stadt[25]
- 2023: Eros Y Ambigüedad, Galeria Revuelta, Mexiko-Stadt
- 2024: Radical Joy, Riverfront Art Gallery, Yonkers Public Library, Yonkers, New York[26]
- 2024: Kunstpause 2024, Chollerhalle, Zug[27]
- 2026: ForRest, Centerfold, Los Angeles[28]
- 2026: Detlef, Art Week Basel[29]
- 2026: Introduction, Induction Gallery, Los Angeles[30]
Performances (Auswahl)
- 2015: L’individue neutre, Rekrutierungszentrum, Windisch[31]
- 2016: In between the complexes, ACT Performance Festival 16, Théâtre de L’Usine, Genève
- 2017: J’ai tué mon ami, ACT Performance Festival 17, Merian Gärten, Basel
- 2017: reflection, Kunstfreitag, Kunstverein, Friedrichshafen[32]
- 2019: duality, Sommerfest, Kunsthalle Bern
- 2019: nude and monument, Sofia Art Week, Æther Art Space, Sofia
- 2019: redshift, Kunstraum Aarau[33]
- 2020: I just want to be (in)visible, Queer Sex Health Festival, Kosmos, Zürich[34]
- 2020: Surfaces, Bagno Popolare, Baden[35]
- 2020: Unos Pro Omnibus Omnes Pro Oeconomia, Paradeplatz, Zürich
Filmografie (Auswahl)
- 2017: Carvel – Fall For Me (Musikvideo)[36]
- 2017: Len Sander – Woman On The Run (Musikvideo)[37]
- 2017: Space Tourists – Dagger Child (Musikvideo)[38]
- 2018: Enoxaiar (Kurzfilm)[39]
- 2019: The Burden Remains – Fluid (Musikfilm)[40]
- 2021: Heart Fruit (Kurzfilm)[41][42]
- 2021: Livia Rita – Muscle of Freedom (Musikvideo)[43]
Theater (Auswahl)
- 2015: Hamlet, Theater Basel
- 2016: Médée, Oper, Theater Basel
- 2017: Es war ein mal ein Einsam, Theater in allen Räumen 17, Theater der Künste, Zürich[20]
- 2018: Lachsfrühstück für 1 Person, Theater in allen Räumen 18, Theater der Künste, Zürich
- 2019: I say I shoot you. you are dead, Gruppe CIS, Theater Rampe, Stuttgart, Sophiensäle, Berlin[44]
- 2020: Abschied, Festival der Liebe VI, Kulturhaus Helferei, Zürich[45]