Seweromorsk (Schiff)
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Die Seweromorsk (russisch Североморск) ist ein Zerstörer des Projekt 1155 (Udaloy-Klasse) der russischen Marine. Das Schiff wurde 1987 für die sowjetische Marine in Dienst gestellt und nach dem Zerfall der Sowjetunion von Russland übernommen.[1] Es gehört zur Nordflotte und ist nach der russischen Stadt Seweromorsk benannt.
Die Seweromorsk im Juli 2010 | ||||||||||||||||||
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Allgemeines
Die Seweromorsk gehört zur Udaloy-Klasse, die in der Sowjetunion als Klasse Großer U-Jagd-Schiffe entwickelt wurden. Die Einheiten des Projekts 1155 waren vor allem für die Bekämpfung von U-Booten vorgesehen. In der NATO-Klassifikation werden sie meist als Zerstörer eingeordnet.[1]
Das Schiff ist rund 163 Meter lang und 19,3 Meter breit. Die Verdrängung wird mit etwa 6930 Tonnen standard und rund 7570 Tonnen voll beladen angegeben. Die Besatzung umfasst etwa 300 Personen.[1]
Technik und Bewaffnung
Die Severomorsk besitzt eine COGAG-Antriebsanlage mit zwei Wellen. Die Anlage besteht aus zwei D090- und zwei DT59-Gasturbinen mit einer Gesamtleistung von etwa 120.000 PS. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit mehr als 28 Knoten angegeben.[1]
Die Bewaffnung ist auf U-Jagd und Selbstverteidigung ausgelegt. Dazu gehören Starter für U-Jagd-Flugkörper des Typs SS-N-14 Silex, Flugabwehrraketen des Systems SA-N-9 Gauntlet, zwei 100-mm-Geschütze des Typs AK-100, Nahbereichsabwehrsysteme AK-630, Torpedorohre sowie U-Jagd-Raketenwerfer der Typen RBU-6000 und RBU-1000. Das Schiff verfügt außerdem über ein Flugdeck und Hangars für zwei Hubschrauber der Baureihe Kamow Ka-27.[1]
Geschichte
Die Seweromorsk wurde am 12. Juni 1984 auf der Werft Sewernaja Werf in Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 24. Dezember 1985. Am 30. Dezember 1987 wurde das Schiff in Dienst gestellt.[1]
Im Oktober 2017 kehrte ein Schiffsverband der Nordflotte unter Beteiligung der Seweromorsk nach einem arktischen Einsatz zum Hauptstützpunkt der Nordflotte zurück.[2]
Im Jahr 2018 nahm die Seweromorsk an einer längeren Fahrt teil. Dabei beteiligte sich das Schiff unter anderem im Golf von Aden an einer russisch-japanischen Übung zur Pirateriebekämpfung.[3] Im Januar 2019 lief das Schiff Sewastopol an, um seine technische Einsatzbereitschaft wiederherzustellen.[4]
Im April 2019 meldete das russische Verteidigungsministerium U-Jagd-Übungen der Seweromorsk im östlichen Mittelmeer.[5] Im Januar 2021 verließ das Schiff den Stützpunkt der Nordflotte zu Übungen in der Barentssee.[6]
Einsatz vor Fehmarn 2026
Im Mai 2026 wurde die Seweromorsk vor der Ostseeinsel Fehmarn beobachtet. Ein Sprecher des Bundesministeriums der Verteidigung bestätigte nach Medienangaben, dass sich ein russischer Zerstörer in diesem Bereich befand. Das Ministerium ging demnach davon aus, dass Russland mit Kriegsschiffen eigene Schiffe der sogenannten Schattenflotte überwachen wolle.[7][8]
Ein Sprecher der NATO erklärte, die Bündnispartner beobachteten die Bewegungen russischer Kriegsschiffe. Nach Medienangaben operierten Schiffe des ständigen NATO-Marineverbandes 1 (SNMG1) in der Ostsee, darunter die deutsche Fregatte Sachsen. Außerdem wurde die französische Fregatte Auvergne im Zusammenhang mit der Beobachtung der Seweromorsk genannt.[8]
Das Bundesverteidigungsministerium bezeichnete die Präsenz russischer Kriegsschiffe in der Ostsee, im Skagerrak und im Finnischen Meerbusen als nicht ungewöhnlich. Zugleich wurde die Beobachtung russischer Schiffsbewegungen im Zusammenhang mit der NATO-Operation Baltic Sentry und der erhöhten Aufmerksamkeit nach mutmaßlichen Sabotageakten an Unterwasserinfrastruktur eingeordnet.[8]
