Shailja Patel
kenianischer Dchterin
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Shailja Patel ist eine kenianische Schriftstellerin, die mit dem Buch Migritude (2010) internationale Bekanntheit erlangte.[1] Das Buch geht auf ein gleichnamiges Ein-Personen-Bühnenstück zurück, das sie zuvor erarbeitet hatte.[2] Patels Arbeiten thematisieren Migration, Kolonialismus und globale Ungleichheit.[3]
Leben
Patel wurde in Nairobi in eine kenianisch-indische Familie geboren und wuchs dort auf.[4] Sie studierte politische Ökonomie im Vereinigten Königreich und arbeitete zunächst im Finanzsektor, bevor sie sich dem Schreiben und der Bühne zuwandte.[4] Seit den 2000er-Jahren lebte und arbeitete sie zeitweise in den Vereinigten Staaten, wo sie ihre Performancearbeit weiterentwickelte.[5] Im Jahr 2012 vertrat sie Kenia beim internationalen Lyrikfestival Poetry Parnassus im Rahmen der Londoner Kultur-Olympiade.[2] Im August 2019 sprach ein kenianisches Gericht dem Journalisten Tony Mochama in einem Verleumdungsverfahren 9 Millionen Kenia-Schilling Schadenersatz zu, nachdem Patel und Wambui Mwangi ihn zuvor der sexuellen Belästigung bezichtigt hatten.[6][7] Das Gericht ordnete zudem eine schriftliche Entschuldigung binnen 14 Tagen an.[6]
Wirken
Patels zentrales Projekt ist Migritude, das als Bühnenperformance entstand und später in Buchform erschien.[2] Die Veröffentlichung bei Kaya Press (2010) versammelt poetische Memoir-Elemente, politische Geschichte, Performance-Notate und Essays.[8] In Migritude nutzt Patel die Aussteuer-Saris ihrer Mutter als Erinnerungsobjekte zur Entfaltung verborgener Geschichten von Frauenleben zwischen Südasien und Ostafrika zu entfalten.[8] Der von Patel geprägte Titel verbindet die Wörter „migrant“, „attitude“ und „négritude“ und verweist auf selbstbewusste, postkoloniale Migrationsnarrative.[4] Ihre Texte und Auftritte setzen sich mit Fragen von Migration, Kolonialgewalt und medialen Blickregimen auseinander, wie sie es etwa im Gespräch über die ungleiche Berichterstattung zu Flutkatastrophen erläutert.[3]
Patels Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt; Berichte nennen sechzehn Sprachen.[4] Für ihre Poesie erhielt sie den Voices of Our Nations Award und den FannyAnn Eddy Poetry Award.[9] Ihre Performancearbeit und ihr Buch sind in Kultur- und Bildungsprogrammen international rezipiert worden.[5][8]