Shantha Sinha

indische Politikwissenschaftlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Shantha Sinha (Telugu శాంతా సిన్హా; * 7. Januar 1950 in Nellore, Andhra Pradesh) ist eine indische Politikwissenschaftlerin und Menschenrechtlerin, die durch ihren Einsatz gegen Kinderarbeit und für das Recht auf Schulbildung bekannt wurde.[1] Für ihre Arbeit mit der MV Foundation erhielt sie 2003 den Ramon-Magsaysay-Preis.[2] Sie war in ihrem Land die erste Vorsitzende der Nationalen Kommission zum Schutz der Kinderrechte.[3]

Shantha Sinha (2025)

Leben

Sinha wurde am Anfang 1950 im Distrikt Nellore an der Küste Andhras geboren.[1] Sie machte 1972 an der Osmania University in Hyderabad einen Masterabschluss in Politikwissenschaften und promovierte 1976 an der Jawaharlal Nehru University in Delhi.[1] Danach trat sie der University of Hyderabad bei, wo sie in der Abteilung für Politikwissenschaften lehrte.[1] In der Rückschau beschrieb sie die politischen Debatten der späten 1960er-Jahre und ihre Studienzeit an der Jawaharlal Nehru University als bedeutend für ihr Verständnis von Demokratie, Verfassung, Gandhianismus, Ambedkar und marxistischen Deutungen gesellschaftlichen Wandels.[4] Während ihrer Arbeit mit befreiten Schuldknechten in den Jahren 1988/1989 stieß sie darauf, dass viele der Betroffenen Kinder waren, und verlagerte ihren Schwerpunkt auf Kinderrechte und Bildung.[4]

Wirken

Die Mamidipudi Venkatarangaiya Foundation, bekannt als MV Foundation, wurde 1981 im Andenken an Mamidipudi Venkatarangaiya eingerichtet und wandte sich 1991 der Abschaffung von Kinderarbeit sowie dem Schulbesuch aller Kinder zu.[1] Aus einem Anfang mit 30 Kindern und drei Dörfern entwickelte sich bis 2007 eine Bewegung, die in Andhra Pradesh in rund 6000 Dörfern tätig war und mehr als 400.000 Kinder in Schulen brachte.[5] Die Strategie setzte auf Brückenschulen, Freiwillige, Dorfstrukturen und eine soziale Norm gegen Kinderarbeit, Kinderheirat und andere Praktiken, die Kindern eine normale Kindheit nehmen.[2] Sinha definierte Kinderarbeit weit: Jedes Kind außerhalb der Schule galt ihr als potenziell arbeitendes Kind, weil fehlende Bildung seine Optionen schließe.[6][4] Im Jahr 2006 unterstützte sie eine Klagen im öffentlichen Interesse gegen das Gesetz zur Bekämpfung und Regulierung von Kinder- und Jugendarbeit (1986), da sie die Unterscheidung zwischen verbotenen und regulierten Formen von Kinderarbeit für unzureichend hielt.[6] Als Vorsitzende der Nationalen Kommission zum Schutz der Kinderrechte setzte sie sich für das Kindeswohl ein und thematisierte Strukturfragen wie Migration, Baumwollsaatproduktion, Kinderarbeit und Schulzugang; im ersten Jahr der Kommission wurden 1500 Kinder auf dem Weg zur Arbeit in Gujarat nach Hause zurückgebracht.[3] Sie forderte, alle Kinder außerhalb der Schule wieder in Schulen zu bringen, eine Politik zur vollständigen Abschaffung von Kinderarbeit zu entwickeln und mindestens sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung bereitzustellen.[3] Sie plädierte 2012 dafür, im indischen Kinderarbeitsrecht gefährliche und nicht gefährliche Arbeit zusammenzuführen und jede Form von Kinderarbeit als schädlich für Kinder zu behandeln.[7] Bei öffentlichen Anhörungen der Nationalen Kommission zum Schutz der Kinderrechte betonte sie Dringlichkeit, Dezentralisierung und Flexibilität als Bestandteile von Gerechtigkeit für Kinder.[8] Zu ihren Auszeichnungen zählen neben dem Ramon-Magsaysay-Preis der Padma Shri, der Albert Shanker International Award und die deutsche Goldene Feder.[1][9]

Einzelnachweise

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