Shaunae Miller-Uibo
bahamaische Sprinterin
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Shaunae Miller-Uibo (* 15. April 1994 in Nassau als Shaunae Miller) ist eine bahamaische Sprinterin und zweifache Olympiasiegerin. Sie hält die Landesrekorde über 200 Meter und 400 Meter.
| Shaunae Miller-Uibo | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nation | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtstag | 15. April 1994 (32 Jahre) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtsort | Nassau, Bahamas | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Größe | 185 cm | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gewicht | 69 kg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karriere | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Disziplin | Sprint | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bestleistung | 200 m 21,74 s 400 m 48,36 s | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verein | Georgia Bulldogs | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Trainer | Lance Brauman | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Status | aktiv | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Medaillenspiegel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| letzte Änderung: 23. Mai 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Jugend
Shaunae Miller wuchs als Tochter von Shaun und Mabelene Miller und Enkelin eines Pastors in Nassau auf;[1][2] ihr Großonkel Leslie Miller war Olympiateilnehmer für die Bahamas bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt über 400 Meter.[3] Mit neun Jahren nahm sie erstmals an einem größeren Wettkampf teil, den sie in ihrer Altersklasse gewann.[2] Sie besuchte das St. Augustine’s College in Nassau und wechselte 2013 zur University of Georgia in Athens.
Im Jahr 2007 gewann sie mit 13 Jahren fünf Medaillen bei den Leichtathletik-Jugendmeisterschaften für Zentralamerika und die Karibik und zwar Silber im Sechskampf und im Kugelstoßen sowie Bronze im Weitsprung, über 80 Meter und über 60 Meter Hürden.[4] 2009 war sie bereits Teil der 4-mal-400-Meter-Staffel der Bahamas, die bei den Panamerikanischen Juniorenmeisterschaften in Port of Spain die Bronzemedaille gewann.[5] 2010 gewann sie bei den Zentralamerika- und Karibikjugendmeisterschaften U17 in Santo Domingo Gold im 400-Meter-Lauf, Bronze im 200-Meter-Lauf und jeweils Silber mit den beiden Staffeln der Bahamas.[6] Im gleichen Jahr siegte sie bei den Juniorenweltmeisterschaften 2010 in Moncton über 400 Meter, wobei sie mit 16 Jahren und 3 Monaten die bis dahin jüngste Siegerin in diesem Wettbewerb war.[7]
Im Folgejahr 2011 gewann Shaunae Miller 2011 bei den Jugendweltmeisterschaften 2011 in Lille den 400-Meter-Lauf in einer Zeit von 51,84 s, was sie zur ersten weiblichen Athletin machte, die gleichzeitig die 400 m-Titel in den Altersklassen U18 und U20 innehatte.[8]
Laufbahn als Juniorin
Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2012 in Barcelona konnte Miller ihren 400-Meter-Titel nicht verteidigen, sondern erreichte nur den vierten Platz.[9] Bei ihren ersten Olympischen Spielen 2012 in London erlitt sie wenige Meter nach dem Start ihres Vorlaufs eine Oberschenkelzerrung und musste aufgeben.[10] 2013 trat Shaunae Miller bei den Leichtathletikweltmeisterschaften in Moskau über 200 Meter an und wurde im Finale Vierte.[11] Im selben Jahr wurde sie für die University of Georgia startend NCAA-Hallenmeisterin über 400 Meter.
Karriere als Erwachsene
2014 gewann sie bei den Hallenweltmeisterschaften in Sopot mit der Bronzemedaille über 400 Meter ihre erste Medaille im Seniorenbereich.[12] Bei den Commonwealth Games in Glasgow wurde sie im gleichen Jahr Sechste über 400 Meter und Siebte in der 4-mal-400-Meter-Staffel.[13]
2015 stellte sie beim Jamaica International Invitational mit 22,14 s einen nationalen Rekord über 200 Meter auf.[14] Bei den Weltmeisterschaften in Peking gewann sie im 400-Meter-Lauf Silber in 49,67 s hinter Allyson Felix (49,26 s).[15] Im 4-mal-400-Meter-Staffelwettbewerb schied das bahamaische Quartett in der Besetzung Lanece Clarke, Christine Amertil, Katrina Seymour und Shaunae Miller trotz eines nationalen Rekords von 3:28,46 min im Vorlauf aus.
Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war sie Fahnenträgerin ihrer Mannschaft bei der Eröffnungsfeier.[16] Im Leichtathletikwettbewerb der Spiele von Rio gewann sie über die 400-Meter-Distanz die Goldmedaille in 49,44 s vor der US-Amerikanerin Allyson Felix (49,51 s). Dabei erreichte sie die Ziellinie mit einem „Hechtsprung“,[17] der ihrer Aussage zufolge ein Fallen war, das aus Entkräftung resultierte.[18]
Beim Prefontaine Classic 2017 in Eugene Oregon wurde sie Zweite über 200 Meter und verbesserte dabei ihren nationalen Rekord von 22,05 s auf 21,91 s. Am 4. Juni 2017 stellte sie dann mit 21,76 s bei einem Straßenrennen in Boston eine neue Weltbestzeit auf gerader Strecke auf. Bei den Weltmeisterschaften in London 2017 kam sie über die 400 Meter kurz vor dem Ziel deutlich in Führung liegend ins Stolpern und wurde nur Vierte. Danach gewann sie dann die Bronzemedaille über 200 Meter. Beim Diamond-League-Finale in Zürich gewann Shaunae Miller-Uibo die 200 Meter in 21,88 s und verbesserte erneut ihren nationalen Rekord. Eine Woche später gewann sie dann in Brüssel in 49,46 s (Weltjahresbestzeit) auch die 400 Meter der Diamond League.[19]
Bei den Commonwealth Games 2018 in Gold Coast gewann sie am 12. April die Goldmedaille über die 200 Meter in 22,09 s.[20] Am 20. Mai stellte sie bei den Boost Boston Games mit 16,23 s (Wind: −0,7 m/s) eine neue Weltbestzeit über 150 Meter straight auf.[21] Beim Diamond League Meeting in Monaco am 20. Juli traf sie auf Salwa Eid Naser und es kam zum schnellsten 400-Meter-Lauf seit September 2009 – Miller-Uibo gewann in neuem Landes- und Diamond Leaguerekord von 48,97 s und löste damit Tonique Williams-Darling nach 14 Jahren als Landesrekordhalterin ab.[22] Am 31. August verteidigte Miller-Uibo ihren Titel über 200 Meter beim Diamond-League-Finale in Brüssel in 22,12 s und blieb damit im Jahr 2018 über 200 und 400 Meter ungeschlagen.
2019 gewann sie bei den Weltmeisterschaften in Doha die Silbermedaille über 400 Meter mit Kontinentalrekord von 48,37 s, schneller war nur die Bahrainerin Salwa Eid Naser, die mit 48,14 s auf Rang drei der ewigen Weltbestenliste lief.[23] 2021 wiederholte sie bei ihren dritten Olympischen Spielen in Tokio ihren Triumph über 400 Meter von 2016. Im Finale besiegte sie mit 48,36 s Marileidy Paulino aus der Dominikanischen Republik und stellte einen neuen Nord- und Zentralamerikarekord auf. Miller-Uibo ist nach der Französin Marie-José Perec erst die zweite Läuferin, die über die 400 Meter zwei Mal Olympiasiegerin wurde.[24]
2022 holte Shaunae Miller-Uibo die Goldmedaille über 400 Meter bei den Hallenweltweisterschaften in Belgrad.[25] Auch bei den Freiluft-Weltmeisterschaften in Eugene überquerte sie im 400-Meter-Finale als erste die Ziellinie vor Marileidy Paulino und Sada Williams aus Barbados. Damit kamen alle Medaillengewinnerinnen aus der Karibik.[26] 2023 versuchte sie wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes bei den Weltmeisterschaften in Budapest ihren Titel zu verteidigen, scheiterte aber bereits im Vorlauf. Bei ihren vierten Olympischen Spielen in Paris 2024 erlitt sie ähnlich wie 2012 in London im Vorlauf eine Verletzung, gab aber diesmal nicht auf, sondern erreichte das Ziel gehend, was ihr einen Hoffnungslauf sicherte, in dem sie aber klar den letzten Platz belegte.[27]
2010, 2015 und 2016 wurde Miller-Uibo bahamaische Meisterin im 400-Meter-Lauf. 2017 sicherte sie sich den Titel über 200 Meter und 2018 im Kugelstoßen und im Hochsprung.
Privates
Seit Februar 2017 ist Shaunae Miller-Uibo mit ihrem College-Freund, dem estnischen Zehnkämpfer und Vizeweltmeister Maicel Uibo, verheiratet, den sie 2012 an der University of Georgia kennengelernt hatte.[28] Seit der Hochzeit startete sie unter dem Doppelnamen Miller-Uibo. Ihr Sohn Maicel jr. wurde am 20. April 2023 geboren. 2025 kam als zweites Kind des Paars ein Mädchen zur Welt.
Persönliche Bestzeiten
- 100 Meter: 10,98 s, 24. Juli 2020 in Clermont
- 150 Meter gerade: 16,23 s, 20. Mai 2018 in Boston (Weltbestzeit)
- 200 Meter: 21,74 s, 29. August 2019 in Zürich (bahamaischer Rekord)
- 200 Meter (Halle): 22,40 s, 31. Januar 2021 in Fayetteville (bahamaischer Rekord)
- auf gerader Strecke: 21,76 s, 4. Juni 2017 in Boston (Weltbestzeit)
- 300 Meter: 34,41 s, 20. Juni 2019 in Ostrava (Weltbestzeit)
- 300 Meter (Halle): 35,45 s, 3. Februar 2018 in New York (Weltbestzeit)
- 400 Meter: 48,36 s, 6. August 2021 in Tokio (Nord- und Zentralamerikarekord)
- 400 Meter (Halle): 50,88 s, 9. März 2013 in Fayetteville
- Hochsprung: 1,70 m, 22. Juni 2018 in Nassau
- Kugelstoßen: 11,48 m, 22. Juni 2018 in Nassau
Weblinks
- Shaunae Miller-Uibo in der Datenbank von World Athletics (englisch)
- Shaunae Miller-Uibo in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
- Profil bei der University of Georgia (englisch)