Shi Jia
chinesischer Dokumentarfilmer, Cutter und Produzent
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Shi Jian (chinesisch 时间; * April 1963 in Tianjin)[1] ist ein chinesischer Dokumentarfilmer, Cutter und Produzent.[2] Er gilt als bedeutender Vertreter des chinesischen Fernsehdokumentarfilms der Reformära.[3][4]
Leben
Shi Jian studierte ab 1981 am Pekinger Rundfunkinstitut im Fernsehbereich Filmschnitt mit Schwerpunkt Dokumentarfilmproduktion.[1] Nach dem Studium arbeitete er ab 1985 als Dokumentarfilmregisseur bei China Central Television (CCTV).[3] Später war er als stellvertretender Chefredakteur tätig.[5] Nach seiner Pensionierung im Jahr 2021 wandte er sich wieder verstärkt unabhängigen Projekten zu.[2]
Wirken
Shi Jia war Mitbegründer der Sendereihe Oriental Horizon und Regisseur von Tiananmen, The Potala Palace und Zhou Enlai.[6] Ende der 1980er-Jahre begann er zusammen mit Chen Jue die Arbeit an der monumentalen, achtteiligen Reihe Tiananmen, welche das Alltagsleben in Peking dokumentiert.[7] Die geplante Ausstrahlung am chinesischen Nationalfeiertag (1. Oktober 1989) wurde abgesagt, und nach dem 4. Juni 1989 stellten die Macher die Reihe unabhängig fertig.[8] Auch eine Vorführung beim Hong Kong Film Festival 1992 kam nicht zustande.[7] Im Jahr 1988 gründete Shi mit Wang Zijun, Kuang Yang und Chen Jue das experimentelle Dokumentarfilm-Kollektiv Structure Wave Youth Cinema (SWYC), das mit einem Manifest und einem Forum 1991 den landesweiten Beginn der chinesischen Bewegung für neue Dokumentarfilme einläutete.[3]
Er war 2011 Jurypräsident der Dokumentarfilmsektion der Magnolia Awards beim 17. Shanghai TV Festival.[6] Er beschreibt die Hauptaufgabe des Dokumentarfilms in der „Aufzeichnung der Wahrheit“.[9] Im Jahr 2024 wurde Tiananmen im Rahmen einer Harvard-Veranstaltung gezeigt.[10] Ein Teil der Reihe ist zudem als Tiananmen Square, Part 1: The Old City (1991) in der Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York verzeichnet.[11]