Sibylle Tafel

deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Sibylle Tafel (* 28. Mai 1966 in München) ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin.[1][2] Ihr Werk reicht von Beziehungskomödien, Krimi- und Familienreihen bis zu Märchenfilmen. Besonders bekannt ist sie für die Fernsehfilmreihe Toni, männlich, Hebamme.[3][4][5]

Sibylle Tafel (2017)

Leben

Tafel wurde am 1966 in München geboren.[1] Nach Schauspielunterricht und Praktika als Radio- und Fernsehtechnikerin und Fotografin studierte sie von 1989 bis 1996 an der Hochschule für Fernsehen und Film München.[6] Von 1992 bis 1996 arbeitete sie zugleich als freie Avid-Editorin für Film und Werbung.[2] Seit 1996 ist sie als freie Regisseurin und Autorin tätig.[2]

Wirken

Der Kurzspielfilm Ausflug in den Schnee entstand 1996 als 30-minütige deutsche Produktion, bei der Tafel Regie führte, das Drehbuch schrieb und am Schnitt beteiligt war.[3] Der Film erzählt von einer Schulklasse, deren Bus auf dem Weg ins Skilager von einer Lawine erfasst wird, und erhielt von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat besonders wertvoll.[7]

Zu ihren frühen Fernsehregien gehörte die ZDF-Krimireihe Sperling, in der sie mit Sperling und das große Ehrenwort einen melancholisch grundierten Hauptstadtkrimi inszenierte.[8][9]

Der Märchenfilm König Drosselbart wurde 2009 mit dem Robert-Geisendörfer-Preis für das beste Kinderprogramm ausgezeichnet; geehrt wurden die Autoren Anja Kömmerling und Thomas Brinx sowie Tafel als Regisseurin.[4] Die Jury hob an dem Film die moderate Modernisierung des Grimm-Stoffs, die neuen Akzente in der bekannten Geschichte und die sorgfältige Inszenierung hervor.[4]

Mit Für eine Nacht … und immer? inszenierte Tafel einen Fernsehfilm über eine Beziehung zwischen einer 50-jährigen Frau und einem 21 Jahre jüngeren Mann, der Alters- und Geschlechtererwartungen zum Thema macht.[10]

Später arbeitete sie an Reihen wie Praxis mit Meerblick, Der Lissabon-Krimi und Blind ermittelt, wobei Kritiken wiederholt ihre sichere Arbeit mit etablierten Fernsehgenres, Schauplätzen und Stimmungen hervorhoben.[11][12] Seit 2019 bearbeitete sie gemeinsam mit Sebastian Stojetz die ARD-Reihe Toni, männlich, Hebamme, für die beide die Drehbücher verfassten und Tafel Regie führte.[5] Über die Reihe schrieb Prisma, es sei darin „das Miteinander der Figuren nämlich erstaunlich realistisch und von feinem Humor durchzogen“, und der Zuschauer „dringe in Biografien zwischen Größenwahn und augenzwinkernder Satire ein“.[13] Die zehnte und letzte Episode Das Glück der Anderen behandelte unerfüllten Kinderwunsch, Leihmutterschaft und Wechseljahre, ohne den heiteren Ton der Reihe aufzugeben.[5]

Mit Auf der Walz – Drei Jahre und ein Tag inszenierte sie einen ARD-Fernsehfilm über eine junge Zimmerin, welche die traditionelle Walz als Ausbruch aus einem vorgezeichneten Lebensweg nutzt.[14]

Neben dem Robert-Geisendörfer-Preis erhielten weitere ihrer Filme Nominierungen für den Bernd Burgemeister Fernsehpreis, den Goldenen Spatz, den Deutschen Fernsehpreis und den 3sat-Zuschauerpreis.[15]

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

Nominierungen

Einzelnachweise

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