Wikiwand AI

Siebolds Felsflur-Sackträger

Schmetterling aus der Familie der Echten Sackträger From Wikipedia, the free encyclopedia

Siebolds Felsflur-Sackträger (Epichnopterix sieboldii, Syn.: Epichnopterix sieboldi) ist ein Schmetterling aus der Familie der Echten Sackträger (Psychidae), welcher in Teilen Mitteleuropas vorkommt.[1] Funde vom Osten Polens bis ins westliche Russland, vom Balkan und von Spanien und Griechenland betreffen möglicherweise andere Arten.[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Siebolds Felsflur-Sackträger
Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Echte Sackträger (Psychidae)
Unterfamilie: Epichnopteryginae
Gattung: Epichnopterix
Art: Siebolds Felsflur-Sackträger
Wissenschaftlicher Name
Epichnopterix sieboldii
(Reutti, 1853)
Schließen

Merkmale

Die Männchen dieser Art besitzen eiförmige[2] Flügel mit haardünner grauer Beschuppung und haben eine Flügelspannweite von 10 bis 14 Millimeter.[3] Meist zeigen die Flügel einen Hauch von Gelb, oft sind die Ränder etwas heller. Der Rand der Vorderflügel bei der Kostalader ist gebogen, Apex und Außenrand sind rundlich. Die Fühler haben 16 bis 20 Segmente.[2]

Die Weibchen unterscheiden sich nicht vom Wiesen-Sackträger (Epichnopterix plumella). Ihr Kopf ist schmal, Lippentaster fehlen. Fühler und Beine sind zu winzigen Stümpfen reduziert. Die Thoraxsegmente sind rötlich gelb mit weißlichen Rückenschilden.[2] Die Weibchen besitzen keine Flügel.[3]

Sack und Raupe

Die so genannten „Säcke“[4] von Epichnopterix sieboldii und Epichnopterix plumella sind nur sehr schwer zu unterscheiden. Die der Männchen lassen sich nicht mit absoluter Sicherheit bestimmen, die der Weibchen sind überhaupt nicht unterscheidbar. Die bis zu 15 mm langen und in der Mitte etwas dickeren[2] Säcke sind meist mit flachen Grasstückchen belegt.[5] Die darin lebenden[4] Raupen sind rötlich gefärbt.[3]

Lebensweise

Als Habitat bevorzugt die Art warme, trockene, oft felsige Gebiete und Wiesen. Die relativ seltene Art ist in Deutschland im Süden am häufigsten anzutreffen. Die männlichen Falter können schon Anfang April bis Ende März beobachtet werden, wie sie auf der Suche nach Weibchen umherschwirren. Die Raupen ernähren sich von verschiedensten krautigen Pflanzen. Sie leben ebenso wie später die weiblichen Falter in einem Gespinstsack aus trockenen, parallel angeordneten Grasstücken. Die weiblichen adulten Tiere hängen wartend in ihrem Sack und versuchen Männchen anzulocken.[3]

Taxonomie

Die Art wurde 1853 von Reutti unter dem wissenschaftlichen Namen Canephora sieboldii erstbeschrieben. Der Artzusatz sieboldii bezieht sich auf den bayerischen Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold.[6] Als Typenfundorte wurden Hinterzarten und Frankfurt am Main angegeben, der Verbleib der Typen ist unbekannt. Bei der Durchsicht der Sammlungen Reutti fand sich ein einzelnes männliches Exemplar der Art, gesammelt in Hinterzarten im Schwarzwald, mit einem Etikett mit Reuttis Handschrift „Hinterzarten“. Dieses Exemplar muss als einer der verschollenen Syntypen angesehen werden und wurde mit einem zusätzlichen roten Etikett versehen mit der Aufschrift „Lectotypus, Canephora sieboldii reutti, 1853, det. Arnscheid“. Die anderen Exemplare bleiben verschollen. Der Neotypus befindet sich im Naturhistorischen Museum Wien.[4]

Belege

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks